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Montag, 15.10.2018

Rödertalbienen bejubeln Auswärtssieg

Die Mannschaft von Trainer Frank Mühlner kehrt mit zwei Punkten von der schweren Partie bei der SG 09 Kirchhof zurück.

Von Florian Triebel

Riesenjubel bei den Handballerinnen vom HC Rödertal nach dem sehr knappen 29:28-Auswärtserfolg bei der SG 09 Kirchhof.
Riesenjubel bei den Handballerinnen vom HC Rödertal nach dem sehr knappen 29:28-Auswärtserfolg bei der SG 09 Kirchhof.

© PR/Ryszard Kasiewicz

Handball, 2. Bundesliga Frauen. Nach den beiden Niederlagen in der 2. Bundesliga und im DHB-Pokal hat der HC Rödertal wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden. Vor 553 Zuschauern in der Stadtsporthalle in Melsungen konnten sie einen knappen 29:28 (12:10)-Auswärtssieg gegen die SG 09 Kirchhof feiern. Die Fahrt nach Hessen begann allerdings mit einer schlechten Nachricht, denn Tammy Kreibich musste krankheitsbedingt absagen. Ansonsten konnte Bienen-Chefcoach Frank Mühlner aus den Vollen schöpfen.

Der HCR-Trainer meinte nach dem Abpfiff: „Das war heute ein dreckiger Sieg meiner Mannschaft. Besonders im Angriff haben wir spielerisch nicht gut agiert und sind nur über den Kampf in die Partie gekommen. In der Anfangsphase haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht und viele freie Würfe hergeschenkt. Man hat gemerkt, dass Kirchhof viel Druck hatte. Wir wollten zwar gewinnen, mussten es aber nicht unbedingt. Vielleicht hat das heute den kleinen Unterschied gemacht. Trotzdem haben wir zu viele Fehler gemacht und gesehen, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben.“

Für die erkrankte Kreibich spielte Julia Mauksch im rechten Rückraum. Der HCR startete nervös in die Partie. Entsprechend erzielte Diana Sabljak – mit zehn Toren die erfolgreichste Spielerin der Partie – den ersten Treffer für die SG. Bis zur neunten Minute konnten die Bienen diesen knappen Rückstand halten, ehe Kirchhof zu einem 3:0-Lauf ansetzte (7:3/14. Minute). In der ersten Viertelstunde scheiterten die Bienen reihenweise an Kirchhof-Torfrau Frederikke Siggaard. Damit machten sie sich das Leben schwerer als nötig.

Generell lief im Angriffsspiel nicht viel zusammen bei den Gästen. Das lag auch daran, dass Torjägerin Brigita Ivanauskaite immer wieder in Pressdeckung genommen wurde, um sie aus dem Spiel zu nehmen. HCR-Trainer Mühlner sah sich gezwungen, seine erste Auszeit zu nehmen, um die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Doch erst nach 20 Minuten kam der Bienenzug langsam ins Rollen. Die Abwehr stand sicherer und auch im Angriff agierten sie konsequenter. Das Spiel schien plötzlich zu kippen. Die Gastgeberinnen verloren zunehmend den Faden.

Pollakowski trifft zur rechten Zeit

Mit der Einwechslung von Rabea Pollakowski – mit sieben Treffern die erfolgreichste Biene – bewies das Trainergespann ein goldenes Händchen. Sie drehte in den verbleibenden acht Minuten richtig auf und erzielte fünf Tore in Folge. Dadurch führte der HCR zur Halbzeitpause mit 12:10.

Mit jeder Menge Schwung kam der HC Rödertal zurück aus der Kabine und vergrößerte den Vorsprung dank den Toren von Ivanauskaite und Kamila Szczecina auf 14:10. Nach 38 Minuten gab es auf Bienenseite das erste Bundesliga-Tor von Jasmin Eckart zum 15:13 zu feiern. Doch Kirchhof schaffte wieder den 15:15-Ausgleich. Danach ging das Spiel in die heiße Phase. Die Bienen erkämpften sich nach 44 Minuten erneut eine knappe Zwei-Tore-Führung (19:17), mussten aber nur 180 Sekunden später den 20:20-Ausgleich hinnehmen. Kurz darauf setzte sich der HCR wiederum auf 22:20 ab. In der 53. Minute versuchte Ivanauskaite, einen Tempo-Gegenstoß der Gastgeberinnen zu vereiteln, erhielt ihre dritte Zeitstrafe und wurde disqualifiziert.

Jedem Tor der Rödertalbienen folgte im direkten Gegenzug der Anschlusstreffer von Kirchhof. Erst als Mauksch starke Nerven bewies und zwei Minuten vor der Schlusssirene einen fälligen Strafwurf zum 28:26 verwandelte, war den Gästen der Sieg fast sicher. Den Schlusspunkt bei den Bienen setzte kurz darauf Pollakowski mit dem 29:27. Nur Sabljak konnte mit Ablauf der Uhr noch einen Treffer zum 28:29-Endstand erzielen. Im Anschluss kannte die Freude beim HCR keine Grenzen mehr.

HC Rödertal mit: Ann Rammer, Yuko Minami, Rabea Pollakowski (7), Brigita Ivanauskaite (5), Julia Mauksch (4/3), Kamila Szczecina (4), Meret Ossenkopp (3), Egle Alesiunaite (2), Lisa Loehnig (2), Jessica Jander (1), Jasmin Eckart (1), Thilde Boesen, Victoria Hasselbusch (n.e.).