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Samstag, 10.11.2018

Richtkranz am Sportlerheim

Der Neubau überm einstigen Brandort wächst planmäßig. Nächstes Frühjahr könnte die erste Kegelkugel laufen.

Von Ines Scholze-Luft

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Richtfest am Vereinshaus des SV Motor Sörnewitz in Neusörnewitz. Vereinsvorstand Olaf Herzog (r.) schlägt den symbolischen Nagel ein, links OB Frank Neupold.
Richtfest am Vereinshaus des SV Motor Sörnewitz in Neusörnewitz. Vereinsvorstand Olaf Herzog (r.) schlägt den symbolischen Nagel ein, links OB Frank Neupold.

© Arvid Müller

Richtfest mit Richtkranz am Vereinshaus in Neusörnewitz.
Richtfest mit Richtkranz am Vereinshaus in Neusörnewitz.

© Arvid Müller

Coswig. Die Erleichterung ist OB Frank Neupold (parteilos) anzuhören. Darüber, dass er jetzt am Rohbau des neuen Vereinsgebäudes von Motor Sörnewitz auf dem Kahlhügelweg stehen kann. Das ging in einer Februarnacht 2017 in Flammen auf, wurde teilweise vernichtet. Zum Entsetzen der Sportler, der Stadt und vieler Bürger.

Die anfängliche Ungewissheit über das Schicksal des Sportlerheims mündet schließlich in eine Lösung, die nicht nur die Vereinsmitglieder begeistert. Eine Vier-Bahnen-Kegelanlage, wie der Verein sie schon lange möchte, soll nun entstehen. Bundesligatauglich. Wo die Frauen dann deutscher Meister werden, sagt der OB schmunzelnd.

Weshalb das gar nicht so weit hergeholt ist, erklärt Olaf Herzog, 1. Vereinsvorsitzender. Unter den 65 Keglern von SV Motor Sörnewitz – mit insgesamt 300 Mitgliedern – sind starke Sportfrauen. So wurde vor nicht all zu langer Zeit Gudrun Naumann deutsche Vizemeisterin bei den Seniorinnen. Überhaupt sind die Damen bei den Motor-Keglern in der höchsten Klasse unterwegs: In der Verbandsliga, der früheren Landesliga. Das bedeutete jedoch, dass sie jahrelang ihre Heimspiele auswärts austragen mussten, in Stauchitz.

Wie die in der Bezirksklasse aktiven Senioren. Die heimische Zwei-Bahnen-Anlage entsprach den Anforderungen nicht. Nach dem Brand mussten alle auf fremde Bahnen ausweichen, auf insgesamt fünf, Bahnmiete rund 6 000 Euro im Jahr. Da halfen auch die Spenden ans Motor-Team.

Die neue Vier-Bahnen-Anlage bringt alles mit für hochklassige Wettkämpfe, nicht zuletzt hinsichtlich Deckenhöhe und Zuschauerplätzen, erklärt Olaf Herzog. Und zeigt gleich mal auf der Nordostseite des neu entstehenden Hauses, was neben den Kegelbahnen dort noch so alles Platz findet. Räume für den Platzwart, die Geschäftsstelle, Schiedsrichterkabine, zwei Gästetoiletten – eine behindertentauglich –, ein Raum für die Bahntechnik, Küche und Putzraum und im hinteren Gebäudeteil, das den Brand überlebte, zwei Umkleiden, dazwischen ein Sanitärblock mit Duschen und Toiletten. So können vier Fußballmannschaften gleichzeitig spielen, die Kegler sich umziehen.

Sie haben ein Planungsjahr hinter sich und große Unterstützung durch die Stadt, sagt der Vereinsvorsitzende. Da werden sie das nächste halbe Jahr auch noch durchhalten, selbst wenn die Fußballer – 55 spielen bei Motor Sörnewitz – wegen Frost die Container fürs Umkleiden und Duschen nicht nutzen können und sich in Meißen einmieten müssen. Umso größer die Erwartung aufs neue Heim.

Frank Neupold freut sich ebenfalls aufs Einweihungsfest im Frühjahr, verbindet das mit einem Dank an alle, die das Vorhaben unterstützen. Auch an die Landesregierung für die Zusage zum vorzeitigen Baubeginn und die Fördermittel.

Ebenfalls wichtig für die Stadt als Eigentümer: Dass der im Juli gestartete Bau zeitlich und finanziell im Rahmen liegt. Von den 1,14 Millionen Euro Gesamtkosten trägt die Versicherung 553 000 Euro, dazu gibt es den Fördermittelbescheid des Freistaates Sachsen über 266 000 Euro. Die neue Kegelbahn für 95 000 Euro lässt der Sportverein einbauen, bekommt 35 000 Euro Förderung vom Freistaat.

Planung und Bauüberwachung liegen in den Händen der Wohnverwaltung und Service GmbH Coswig. Kerstin Richter von der WVS erklärt, dass die Wünsche der Kegler und Fußballer beim Bau beachtet werden. Damit sie bald über ein modernes Vereinsheim verfügen, hoffen alle, dass im Winter durchgebaut werden.