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Mittwoch, 08.08.2018

Rettung für den Wuchterlauf

Nachdem das Ende des Traditionslaufs schon besiegelt schien, hat sich doch noch ein neuer Organisator gefunden.

Von Dirk Schulze

Beim 50. Jubiläum im Januar fehlte der Schnee.
Beim 50. Jubiläum im Januar fehlte der Schnee.

© Archiv/Steffen Unger

Sebnitz. Ob mit oder ohne Schnee – es wird auch in Zukunft in Sebnitz einen Wuchterlauf geben. Das gibt Gunter Seifert, Leiter der Sebnitzer Ortsgruppe des Sächsischen Bergsteigerbundes, bekannt. Das Weiterbestehen der seit 50 Jahren ausgetragenen Skilanglaufveranstaltung ist damit gesichert.

Noch im Juni hatte es ganz anders ausgesehen. Gunter Seifert hatte Mitstreiter und Sportfreunde zu einer Beratung über die Zukunft des Wuchterlaufs zusammengerufen. Bereits vor dem Jubiläumslauf im Januar dieses Jahres hatte der Sebnitzer angekündigt, sich nach 50 Jahren als Hauptorganisator zurückzuziehen. Jetzt ging es darum, einen Nachfolger zu finden, der sich künftig den Hut aufsetzt.

Das Ergebnis war niederschmetternd, wie Gunter Seifert erklärt. Es waren weniger Sportfreunde erschienen als erwartet, ein neuer Organisationschef fand sich nicht. Viele hatten wohl gehofft, dass es doch noch irgendwie weitergeht. Doch Gunter Seifert blieb bei seinem Entschluss aufzuhören und erklärte die seit einem halben Jahrhundert hochgehaltene Tradition des Wuchterlaufs nach der ergebnislosen Beratung schweren Herzens für beendet.

Ganz aufgegeben war die Sache aber dann doch nicht. Im Hintergrund liefen immer wieder Gespräche. Neben allen organisatorischen Fragen spielt das Wetter eine große, vielleicht auch die entscheidende Rolle. Nur zweimal musste der Wuchterlauf in den vergangenen fünf Jahrzehnten abgesagt werden. Es wird auch in Zukunft nicht zu jedem Lauf der benötigte Schnee vorhanden sein. Davor könne man angesichts der herrschenden Klimalage die Augen nicht verschließen, erklärt Gunter Seifert. Deshalb werde der Lauf in den nächsten Jahren sicher noch öfter als Crosslauf statt auf Skiern stattfinden müssen. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass auch bei der Cross-Variante die Teilnehmerzahl wieder steigt.

Die Veranstaltung ist also auch ohne Schnee für Sportler attraktiv. Diese Erkenntnis führte letztendlich Mitte Juli zu einer positiven Entscheidung: Einige jüngere Sportfreunde unter der Leitung von Carsten Vater wollen die Sache angehen und den Wuchterlauf künftig organisieren. Der traditionelle Termin Ende Januar soll beibehalten werden. Das Sebnitzer Kiez wird auch weiterhin Basisstation des Laufes sein. Manche Abstimmung ist noch erforderlich. Der wichtigste Punkt zum Gelingen sei die Mitarbeit möglichst vieler Freunde des Wuchterlaufes, sagt Seifert.