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Donnerstag, 17.05.2018

Polizei sucht Zeugen nach Radunfall

Ein 88-Jähriger ist am Dienstag in Copitz ums Leben gekommen – an einer Baustelle, an der es nichts zu beanstanden gibt.

Von Thomas Möckel

Experten der Unfallforschung untersuchen das Fahrrad des 88-jährigen Mannes, der am Dienstag von dem Sattelzug (im Hintergrund) erfasst und dabei getötet wurde. Dort, wo die Unfallforscher stehen, verläuft derzeit der provisorische Fußweg, weil auf der anderen Seite der Äußeren Pillnitzer Straße gebaut wird.
Experten der Unfallforschung untersuchen das Fahrrad des 88-jährigen Mannes, der am Dienstag von dem Sattelzug (im Hintergrund) erfasst und dabei getötet wurde. Dort, wo die Unfallforscher stehen, verläuft derzeit der provisorische Fußweg, weil auf der anderen Seite der Äußeren Pillnitzer Straße gebaut wird.

© Marko Förster

Pirna. Nach dem tödlichen Radunfall am Dienstagvormittag auf der Äußeren Pillnitzer Straße in Copitz sucht die Polizei weiterhin Zeugen, um den Hergang zu untersuchen. Interessant für die Ermittler sind vor allem Autofahrer, die zum Zeitpunkt des Unglücks hinter dem Lkw fuhren, der den Radfahrer erfasste. Laut der Polizei dauern die Ermittlungen zur Ursache sowie zum Hergang des Unfalls an, einen neuen Stand gebe es noch nicht.

Nach ersten Erkenntnissen vom Dienstag war ein 88-jähriger Radfahrer gegen 10.10 Uhr auf einem Schotterweg neben der Äußeren Pillnitzer Straße in Richtung Graupa unterwegs. Links neben dem Mann befand sich ein Bauzaun, der in Höhe einer Einfahrt jedoch unterbrochen war. Aus noch ungeklärter Ursache geriet der 88-jährige an dieser Stelle auf die Fahrbahn. Dort wurde er von einem Sattelzug erfasst und überrollt. Der Senior erlitt dabei derart starke Verletzungen an Kopf und Oberkörper, dass er noch an der Unfallstelle starb.

Der Unfall ereignete sich nur wenige Meter hinter der Wesenitztalschänken-Kreuzung Richtung stadtauswärts – ausgerechnet an einer Baustelle, wo gerade der Fuß- und Radweg hergerichtet wird. Auf der der Unfallstelle gegenüberliegenden Straßenseite – zwischen Einmündung Birkwitzer Straße und dem Opel-Autohaus – lässt Pirna derzeit den kombinierten Pfad erneuern. Bei den Arbeiten bringen die Handwerker den früher sehr welligen Weg auf ein einheitliches Niveau und bauen ihn mit einer Mindestbreite von 2,50 Meter aus. Während der Sanierung ist die Trasse für Fußgänger und Radfahrer gesperrt.

Für sie gibt es auf der rechten Straßenseite einen abgegrenzten Ausweich-Bereich, ein Bauzaun in schweren Sockeln trennt die Fahrbahn von dem provisorischen Gehweg. Nach Auskunft des Rathauses ist der Weg so präpariert, dass sich die Fußgänger trotz der Baustelle und der dadurch eingeengten Äußeren Pillnitzer Straße recht sicher neben dem Bauzaun bewegen können. Theoretisch sei dieser Schotterweg, den vermutlich auch der getötete Radfahrer benutzte, für Radler geeignet – könne allerdings nicht aus Radweg ausgewiesen werden, weil er dafür zu schmal sei.

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Nach Aussage der Stadt kontrolliere die Verkehrsbehörde die Baustelleneinrichtung regelmäßig, drei Prüfungen gab es bislang, die letzte war am 9. Mai. Bei keiner der Kontrollen, so das Rathaus, sei etwas zu beanstanden gewesen. Nach einer nochmaligen Beratung am Mittwoch nach dem Unfall hat sich die Stadt entschieden, die Baustelle einstweilen unverändert zu belassen, sie aber weiterhin regelmäßig zu überwachen, um mögliches Gefahrenpotenzial aufzuspüren. Darüber hinaus sind die Tage der Baustelle inzwischen gezählt: Nach Aussage des Rathauses soll der kombinierte Fuß- und Radweg in etwa zwei Wochen fertig saniert sein.

In der Zwischenzeit rät Pirna den Fußgängern, auf alle Fälle den provisorischen Weg hinter dem Bauzaun zu benutzen. Radfahrer sollten dort lieber absteigen, schieben und die Straße an sicherer Stelle überqueren: An der Wesenitztalschänken-Kreuzung gibt es eine Fußgängerampel, wegen der Baustelle vorübergehend auch eine in Höhe des Opel-Autohauses.

Kontakt für Zeugen:Telefon 0351 4832233