• Einstellungen
Donnerstag, 13.09.2018

Polizei schnappt Randalierer

Fünf Jugendliche sollen für 70 Sachbeschädigungen verantwortlich sein. Sie hatten es auf Haltestellen abgesehen.

Von Peggy Zill

Im Herbst 2017 wurden in einer Nacht gleich mehrere Haltestellen in Weinböhla zerstört. Im April fasste die Polizei fünf jugendliche Tatverdächtige, denen 70 Fälle von Sachbeschädigung nachgewiesen werden konnten.
Im Herbst 2017 wurden in einer Nacht gleich mehrere Haltestellen in Weinböhla zerstört. Im April fasste die Polizei fünf jugendliche Tatverdächtige, denen 70 Fälle von Sachbeschädigung nachgewiesen werden konnten.

© SZ-Archiv/Arvid Müller

Weinböhla. Ende Oktober letzten Jahres zogen Randalierer durch das beschauliche Weinböhla. Sie beschädigten sechs Bus- und zwei Straßenbahnhaltestellen, durchweg neu. Ebenso den Pavillon auf dem Rathausplatz und eine Schaufensterscheibe der Alten Apotheke. Seit 2016 kam es im Bereich Weinböhla, Niederau, Neusörnewitz und Coswig gehäuft zu solchen Sachbeschädigungen. Insgesamt 90-mal. Dabei sind rund 65 000 Euro Schaden entstanden.

Doch es ist ruhiger geworden. Denn im April hat die Polizei fünf Tatverdächtige geschnappt. Alle im jugendlichen Alter, wie der Meißner Revierleiter Hanjo Protze erklärt. 70 Fälle seien der Gruppe zugeordnet worden. Nun liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft.

Und auch ein Schmierfink konnte von den Beamten dingfest gemacht werden. „Er hatte die Dosen noch im Rucksack“, so Protze. Sechs illegale Graffiti wurden ihm zugeordnet. Zumindest bei Sachbeschädigungen wird die nächste Kriminalstatistik für Weinböhla folglich besser ausfallen, nachdem die Zahlen 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen waren.

Insgesamt betrachtet sei Weinböhla eine sichere Gemeinde, betonte Hanjo Protze, als er die Statistik den Gemeinderäten am Mittwochabend vorstellte. 352 Straftaten wurden im vergangenen Jahr angezeigt. Dabei sind die Zahlen der Rohheitsdelikte wie Raub und schwere Körperverletzung und der Diebstähle deutlich gesunken.

Eine Zunahme gab es bei Betrugsdelikten. 80 Fälle wurden der Polizei angezeigt. „Meist wurde dabei Ware im Internet bestellt und bezahlt, jedoch nicht geliefert“, erklärte Protze. Ein großes Problem bleibt auch der Fahrraddiebstahl. 17 sind in Weinböhla verschwunden. An Bahnhöfen und von Schulhöfen werden auch gut gesicherte Räder geklaut. „Die Aufklärungsquote ist leider gering, weil es meist kaum Spuren gibt“, so der Revierleiter.

Bei der Zahl der Verkehrsunfälle gab es mit 218 kaum eine Veränderung im Vergleich zum Vorjahr. Achtmal waren Kinder und Jugendliche beteiligt. Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern ist auf 18 gestiegen. Schwerpunkt sei die Dresdner Straße gewesen. Und ein laut Protze unschöner Trend ist die Unfallflucht. 57-mal ist das passiert. Dabei müsse doch niemand Angst haben, dass ihm der Kopf abgerissen wird. „Unfälle passieren und man sollte zu der Sache stehen. In der Regel sind doch alle versichert“, appelliert Protze an die Vernunft.