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Freitag, 06.07.2018

Podiumsplatz vor 118 000 Zuschauern

Für René Reinert (vorn) ist das Rennen auf dem Nürburgring der jährliche Saisonhöhepunkt. Foto: PR
Für René Reinert (vorn) ist das Rennen auf dem Nürburgring der jährliche Saisonhöhepunkt. Foto: PR

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Vor knapp 118 000 Zuschauern fand bei herrlichstem Sommerwetter auf dem Nürburgring der 33. Truck Grand Prix statt, der dritte Lauf zur FIA European Truck Racing Championship. Seit jeher ist der TGP der jährliche Saisonhöhepunkt im Truck Racing, so auch für das Team rund um René Reinert aus Schleife.

Ganz besonders stolz ist man bei Reinert Logistics auf die – im Nürburgring-Jargon sogenannte – „Blaue Wand“. 25 blaue Trucks des Unternehmens, deren Fahrer René Reinert jeweils zu einem Wochenende am Ring einlädt, stehen dann auf einer langgezogenen Anhöhe, einige hundert Meter nach der Kurzanbindung. Diese Wand ist nicht nur ein Blickfang für die vielen Fans am Nürburgring, sondern steht auch ständig im Fokus der TV-Kameras.

Am Freitag standen zunächst einmal das erste Qualifying und die SuperPole der Top Ten auf dem Programm. René Reinert konnte eine hervorragende Zeit auf den Asphalt legen und sich den dritten Startplatz für das erste Rennen sichern.

Hier lief es allerdings dann gar nicht mehr so gut. Kurz bevor der blaue MAN die „Blaue Wand“ passierte, gab es eine Kollision, bei der der Lausitzer zunächst in die Wiese gedreht wurde und anschließend mit massiv beschädigtem Truck langsam in die Boxengasse humpelte. Damit war dieses Rennen für René Reinert schon vorbei, bevor es begonnen hatte.

Nicht viel besser erging es seinem Teampartner Sascha Lenz. Auch dessen MAN war schon anfangs gedreht worden, er beendete das Rennen auf dem neunten Platz, für die FIA-Teamwertung sprangen nur vier Pünktchen heraus.

Ins zweite Rennen musste René Reinert ganz vom Ende des 22er-Feldes starten, wegen seines Ausfalls im vorherigen Umlauf. Runde für Runde kämpfte er sich bis auf den siebenten Rang vor, fing sich nach dem Rennen aber noch 20 Strafsekunden wegen Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit (Overspeed) ein und fiel so auf den 13. Platz zurück. Bei 160 km/h ist im Truck-Racing Schluss, auch wenn die Boliden mehr drauf hätten. Grund ist die enorme und im schlimmsten Fall verheerende Energie, welche ihre Masse von mehr als fünf Tonnen ihnen bei dem Tempo verleiht.Auch Sascha Lenz wurde Overspeed attestiert, der MAN-Pilot rutschte so vom sechsten Rang auf den neunten zurück. So gab es auch diesmal für das Team keinen „Blumentopf“ – sprich Pokal – zu gewinnen.

Aber da war ja noch der Sonntag, René Reinert fuhr in der SuperPole den vierten Startplatz heraus. Im folgenden Rennen erkämpfte er sich gleich die dritte Position, vor ihm lagen nur die beiden Rekord-Champions Antonio Albacete (ESP) auf MAN und Iveco-Pilot Jochen Hahn. Als die sich etwas heftiger ins Gehege kamen, geriet der Spanier leicht ins Abseits, kam dann neben Reinert auf die Piste zurückgeschossen, sodass der Lausitzer die folgende Schikane nicht mehr ganz sauber fahren konnte – aber dennoch an Albacete vorbeikam. Anschließend setzte er zur Verfolgung des führenden Ivecos an. Er fuhr schließlich auch noch die schnellste Rennrunde, rückte Hahn gegen Schluss immer dichter auf die Stoßstange, doch zum Überholen reichte es dann doch nicht mehr. Anschließend bekam René Reinert wegen des Manövers in der Schikane noch fünf Sekunden aufgebrummt, so wurde er hinter Hahn und Albacete schließlich Dritter. Teampartner Sascha Lenz kam auf dem zehnten Rang ins Ziel, für Team „Reinert Adventure“ bedeutete dies den zweiten Platz in der Teamwertung.

Im Abschlussrennen lief es dann für René Reinert nicht mehr ganz so rund. Bevor der MAN-Pilot so richtig zum Angriff blasen konnte, bekam er schon in der Anfangsphase Reifenprobleme und war froh, das Rennen auf dem zehnten Platz beenden zu können. Sascha Lenz kam auf der fünften Position ein. In der Teamwertung belegte man zwar punktgleich mit einem anderen Team den dritten Rang, doch die anderen hatten die bessere Platzierung des Einzelfahrers, sodass dem Reinert-Team der Sprung aufs Podium versagt blieb.

In der FIA-Championatswertung belegen Sascha Lenz mit 65 und René Reinert mit 60 Punkten die Plätze sechs und sieben. In der Teamwertung ist „Reinert Adventure“ klar Zweiter.

Der nächste Lauf zur FIA European Truck Racing Championship findet am 14. und 15. Juli auf dem Slovakiaring bei Bratislava statt.