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Mittwoch, 08.08.2018

Plötzlich war der Bildschirm dunkel

Ein Stromausfall legte am Dienstag Teile von Radeberg lahm. Materialermüdung war wohl die Ursache.

© dpa

Radeberg. Gegen 9.13 Uhr wurden am Dienstag in Radeberg Computerbildschirme und Deckenlampen dunkel. Kassen versagten den Dienst, Ampelanlagen verloschen. Dafür strömten Bürger und Geschäftsleute auf die Straßen. Die Frage des Tages war: Ist bei euch auch der Strom weg? Und die Antwort lautetet in der Regel: „Ja, bei uns auch.“

Das Rathaus machte da keine Ausnahme. Wegen Stromausfalls geschlossen, war an manchem Geschäft zu lesen. Im Drogeriemarkt mussten die Kunden ohne ihren Einkauf auf dem Kassenband wieder gehen. Den räumten Mitarbeiterinnen wieder in die Regale. Erst nach über einer Stunde, nachdem die ganze Technik wieder lief, konnte wieder geöffnet werden.

„Wir mussten ebenfalls schließen“, berichtete Kundenberater Thomas Evert von der Sparkassenfiliale. Es habe ja kein Telefon funktioniert, kein Computer und auch keine Auszahlung. Das habe man den Kunden gleich vor der Filiale erklärt. Der Tresor werde in so einem Fall komplett gesperrt. Da kommt keiner mehr ran, und das sei ja auch gut so.

Der eine oder andere Betroffene mutmaßte, es könnte etwas mit der Hitze zu tun haben, mit den Bauarbeiten des Energieversorgers Enso auf der Dresdener Straße oder mit dem Brand kürzlich im Radeberger Umspannwerk. Das konnte Enso-Sprecherin Gerlind Ostmann ausschließen. Es sei schlicht und einfach Materialermüdung in einem Mittelspannungskabel (10 KV) gewesen. So könne auch ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden. So sei kein Kabel zum Beispiel aus Versehen bei Bauarbeiten gekappt worden. Ob die Havarie mit der Hitze im Zusammenhang stehen könnte, sei nicht so genau auszumachen. Bei starkem Frost gebe es jedenfalls mitunter Havarie. Dass Altersschwäche eine Rolle spielt, das komme aber immer wieder einmal vor. Dadurch wurde der Stromfluss im gesamten Stadtzentrum lahmgelegt.

Mehrere Hundert Haushalte waren vom Strom abgeschnitten. Gegen 9.30 Uhr, so Enso-Sprecherin Gerlind Ostmann, konnten die ersten Stationen wieder zugeschaltet werden. Reichlich 20 Minuten später fast alle Kunden anderen Kunden, schätzte der Energieversorger ein. Bis auf etwa Station. Dort hatten die Enso-Monteure länger zu tun. Gegen 10.23 Uhr waren dann noch Aussagen der Enso auch die restlichen Kunden wieder am Netz. Der Energieversorger habe die Leitungen auf andere Stromkreise umgeschaltet. Dann sei damit begonnen worden, die Schadstelle zu orten. Das defekte Kabel soll dann in den kommenden Tagen repariert werden.

Und so mancher Händler atmete auf: „Wir müssen noch ein bisschen Geld verdienen.“