• Einstellungen
Montag, 17.09.2018

Picasso und Chagall unterm Hammer

Das Kloster Buch hat zur ersten Benefizkunstauktion eingeladen. Vom Erlös gehen 15 Prozent an den Förderverein des Anwesens.

Von Helene Krause

AuktionatorDr. Michael Ulbricht, Inhaber des gleichnamigen Leipziger Buch- und Kunstantiquariats, versteigert die Kunstwerke auf der Benefizauktion zugunsten des Klosters Buch. Vier Kunstwerke wechseln ihren Besitzer.
Auktionator
Dr. Michael Ulbricht, Inhaber des gleichnamigen Leipziger Buch- und Kunstantiquariats, versteigert die Kunstwerke auf der Benefizauktion zugunsten des Klosters Buch. Vier Kunstwerke wechseln ihren Besitzer.

© Dietmar Thomas

Leisnig. Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von internationalen Künstlern und der Leipziger Schule sind in der Kapelle des Klosters Buch ausgestellt. Auktionator
Dr. Michael Ulbricht, Inhaber des gleichnamigen Leipziger Buch- und Kunstantiquariats, versteigert die Kunstwerke auf der Benefizauktion zugunsten des Klosters Buch. „15 Prozent des Erlöses gehen an den Förderverein“, sagt er. Zwischen 40 und
980  Euro sind die Mindestgebote für die Kunstwerke. Jedem Bild, manchmal auch einer Bildserie, ist eine Nummer zugeordnet. 39 Angebote kommen so zusammen. Ersteigert werden können unter anderem Werke von Marc Chagall, Pablo Picasso, Amadeo Modigliani, James Rizzi, Max Klinger, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und sogar eine Lithographie samt Biografie des Schauspielers Armin Mueller-Stahl.

Alle Werke werden den Gästen von zwei jungen Damen präsentiert, die, um die Bilder nicht zu beschädigen, Leinenhandschuhe tragen. Doch bevor die Aktion startet und um das Eis zu brechen, zeigt Michael Ulbricht den etwa 20 Gästen mit einem fiktiven Angebot, wie es bei einer Versteigerung zugeht. Er nennt die Nummer eines Bildes und das Mindestgebot von fünf Euro. Dann sollen die Zuschauer bieten. Acht, neun, zehn und zwölf Euro werden genannt. Als kein weiteres Gebot kommt, schlägt er mit einem kleinen Hammer auf ein Brett und sagt: „Zwölf Euro zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten.“ Der letzte Bieter bekommt das Bild. Die ersteigerten Kunstwerke sind in bar zu bezahlen. In dem Fall können die Bilder sofort mitgenommen werden. Auch eine Anzahlung ist möglich. Dann erhalten die neuen Eigentümer die Werke allerdings erst, wenn die Restzahlung beim Auktionator eingegangen ist. Dann müssen sie allerdings die Bilder bei ihm abholen.

Bei der Kunstauktion im Kloster Buch wechseln vier Kunstwerke ihren Besitzer. Das Teuerste, das versteigert wurde, war die Farblithographie „Roter Ochse (Weihnacht)“ von Marc Chagall. Sie kam für das Mindestgebot von 460 Euro unter den Hammer. Am Ende der Veranstaltung unterbreitet der Auktionator den Gästen einen Vorschlag. Wer noch an einem Bild interessiert ist, kann sich zu einem Verhandlungsgespräch über den Preis mit ihm treffen. Des Weiteren können Interessierte auch ein Fernangebot abgeben. Dazu ist der Angebotsliste, die jeder Gast erhält, extra ein Bestellformular beigefügt.

Uwe Cyriax aus Erfurt ist durch Zufall im Kloster Buch. „Ich möchte mir die Auktion anschauen“, sagt er. Heike Frölich und ihr Sohn Stefan wohnen in Waldheim. Beide malen zwar nicht, aber sie sind kunstinteressiert. Mitbieten möchten sie nicht.

Zu der Kunstauktion kam es durch Zufall. Bei einer Veranstaltung im Jagdhaus Kössern sagten Gäste dem Auktionator, dass auch das Kloster Buch für eine Benefizversteigerung geeignet wäre. Ulbricht fragte beim Förderverein an. „Die Sondierungsgespräche verliefen positiv. Wir wurden nett empfangen und auch die Vorbereitungen waren sehr gut“, so Michael Ulbricht.

Desktopversion des Artikels