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Samstag, 14.07.2018

Per Lift ins obere Foyer

Von Mirko Kolodziej

Damit der Aufzug auch gerade nach oben wächst, sind für die Wahrung der VertikalenFixpunkte nötig – angebracht durch Sebastian Martak (vorn) vom gleichnamigen Vermessungsbüro undeinen Kollegen.Foto: Gernot Menzel
Damit der Aufzug auch gerade nach oben wächst, sind für die Wahrung der Vertikalen Fixpunkte nötig – angebracht durch Sebastian Martak (vorn) vom gleichnamigen Vermessungsbüro und einen Kollegen. Foto: Gernot Menzel

© HY-photo Gernot Menzel

Während die Hoyerswerdaer Lausitzhalle momentan in der Sommerpause ist, herrscht im Innenhof seltene Geschäftigkeit: Im Atrium hat nämlich der lange erwartete Anbau eines Fahrstuhls begonnen. Ein reichliches Jahr ist inzwischen ins Land gegangen, seit ein Abgesandter des Landes Sachsen an Ort und Stelle einen Fördergeld-Bescheid überreichte.

Dass man seither nichts mehr vom Aufzug gehört hat, hat im Wesentlichen zwei Gründe, sagt Michael Mandrossa von den Städtischen Wirtschaftsbetrieben, denen die Immobilie gehört. Zum einen sei es um Bauphysik gegangen. Die Statiker hatten ganz schön nachzudenken, wie im Zusammenhang mit dem Untergrund, in den 1980ern beim Bau der Halle aufgeschüttet, Stabilität zu gewährleisten ist. Die Konstruktion wiegt immerhin 25 Tonnen. Aber auch bei diesem Bauvorhaben macht sich die allgemeine Lage bemerkbar: Baufirmen haben so gut zu tun, dass Bauherren mitunter betteln müssen. Die SWH haben alle Arbeiten ordentlich öffentlich ausgeschrieben. Im Ergebnis lagen nicht nur manche Preise oberhalb von dem, was man sich ursprünglich so vorgestellt hatte.

Zudem gingen zum Beispiel für Glas- und Fassadenbau oder für Trockenbau erst gar keine Angebote ein. Dabei hatte man schon Hilfe von einer Fachfrau im Rathaus, die sich mit solchen Dingen bestens auskennt. „Halina Zschieschang von der Vergabestelle hat uns wirklich sehr geholfen“, sagt Michael Mandrossa. Nun sind mittlerweile alle Gewerke beisammen.

Gleich der Baustart jedoch war wiederum knifflig. Das Atrium ist nur durch normalmaßige Türen zu erreichen, durch die schwere Baumaschinen nicht passen. Also musste der Aushub aus der gut zwei Meter tiefen Baugrube mittels Schubkarren hinter die Halle gebracht werden, wo ein Lkw zur Verladung wartete. Inzwischen ist das Fundament gegossen und die Mauerarbeiten können beginnen. Die Hülle des Lifts wird aus Ziegelsteinen bestehen. Und die Bauarbeiter werden weiße Fliesen anbringen, wie man sie seit jeher an einigen Wandteilen des Atriums findet. Der Neubau soll sich einpassen. Den Aufzug selbst liefert dann die Firma Kone – in Einzelteilen, für die die Türen kein Problem sind.

Zwei weitere Bauabschnitte geplant

Freilich ist es mit dem Fahrstuhl selbst nicht getan. Wer zu den Sitzreihen im oberen Teil des Saales will, soll unten nicht erst ins Freie müssen. Gleiches gilt oben für den Atrium-Balkon, auf den der Ausstieg führt. Im Ergebnis muss die Glasfassade angepasst werden, sodass Nutzer des Liftes warm und trocken unterwegs sein können. Spätestens zum traditionellen Weihnachtsmärchen soll es soweit sein. Bei den SWH rechnet man damit, dass der Fahrstuhl-Anbau, der vor allem Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, den Besuch der Halle erleichtern soll, zum Schluss gut 320 000 Euro gekostet haben wird. Das ist etwas mehr als ein Drittel der Summe, die für die jüngsten Modernisierungen geplant ist.

Im Frühling soll es nämlich mit der Erneuerung der Fassade am Eingangsbereich losgehen. Im unteren Foyer werden nicht nur, wie schon im Areal der Sparkasse geschehen, die Fenster gegen solche ausgetauscht, die Heizwärme besser im Haus halten. Sondern auch der Windfang des Haupteingangs wird umgebaut. Die SWH bereiten derzeit die Ausschreibungen für diese Arbeiten vor. Mit den Erfahrungen vom Aufzug soll mit der Suche nach Baufirmen eher früher als später begonnen werden. Ein dritter Bauabschnitt ist dann noch für den rückwärtigen Bereich hinter der Bühne ins Auge gefasst. Die Künstler-Garderoben und -toiletten haben noch den etwas angejahrten Charme der 1980er.