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Samstag, 22.09.2018

Parken und Spielen

Die Stadt hat an der Uferstraße eine Brandruine abreißen lassen. Das war kompliziert.

Von Jens Hoyer

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Noch steht ein Bauzaun um den Spielplatz, weil die Begrünung fehlt.
Noch steht ein Bauzaun um den Spielplatz, weil die Begrünung fehlt.

© Jens Hoyer

Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer, Matthias Girbig und Hans-Jürgen Estler haben symbolisch ein Schild mit den Fördermittelgebern enthüllt.
Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer, Matthias Girbig und Hans-Jürgen Estler haben symbolisch ein Schild mit den Fördermittelgebern enthüllt.

© Jens Hoyer

Döbeln. Die Liste mit den abgerissenen Ruinen der letzten 20 Jahre, die die Verwaltung aufgestellt hat, ist beachtlich. Sie umfasst neun Objektes vom ehemaligen Gaswerk, über die Möbelwerke bis zum Hotel Osteck. Und jetzt hat die Verwaltung noch ein zehntes Objekt hinzugefügt. Am Freitag ist der neue Parkplatz an der Uferstraße eröffnet worden. Dort stand bis zum vergangenen Jahr eine ausgebrannte Fabrik. 47 öffentliche Stellplätze sind auf dem Areal entstanden. Dazu noch ein kleiner Spielplatz mit Schaukel und Kletterspinne, der nur einen Makel hat: Er kann derzeit noch nicht benutzt werden, weil die Begrünung fehlt. Aber in den nächsten Tagen soll die letzte Schicht Mutterboden, vermischt mit Grassamen ausgebracht werden, sagte Hans-Jürgen Estler, Chef der gleichnamigen Baufirma aus Hartha, die den Park- und Spielplatz gebaut hat.

Döbelns ehemaliger Bürgermeister Matthias Girbig war auch eingeladen. Er hatte die Idee an die Verwaltung herangetragen, nicht nur einen Parkplatz, sondern auch einen kleinen Spielplatz einzurichten. Girbig wohnt gleich in der Nähe. Und er kennt sich aus im Viertel. Der alte Betrieb, der für den Parkplatz abgerissen wurde, gehörte früher zur Gerberei seines Urgroßvaters, erzählte er. Später war da eine Tabakfirma eingemietet, bevor der VEB Möbelbeschläge das Gebäude übernahm. Die Nachfolgefirma ging anfang der 1990er Jahre pleite. Und das war ein Problem: Die Stadt konnte das Gelände nicht einfach übernehmen, weil die Firma noch im Grundbuch stand. „Die Eigentümer wussten davon gar nichts“, sagte Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer. Mitte vergangenen Jahres konnte der Kaufvertrag unterschrieben werden. Zwei Drittel der Kosten von insgesamt 416 000 Euro finanzierte die Stadt über Fördermittel von Bund und Land. Abgerissen wurden damit auch Hinterhofgebäude zwischen Schiller- und Gabelsberger Straße. „Das hat den Wohnwert dort sehr verbessert. Die Gebäude hatten drei Etagen. Die Anwohner haben keine Nachmittagsonne gesehen“, sagte Baudezernent Thomas Hanns. Die Stadt will die freigeräumten Flächen an die Eigentümer der Wohnhäuser verkaufen.

Bis Ende Oktober werden noch ein paar Restarbeiten auf dem neuen Parkplatz ausgeführt. So fehlen dort noch die Begrünung und die Beleuchtung.

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