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Montag, 23.07.2018

Olympiasieger holt Studenten-Gold

Kanute Tom Liebscher gewinnt in Portugal einen eigentlich unbedeutenden Titel, der erst in vier Wochen seine wahre Wertigkeit offenbaren kann.

Tom Liebscher holt sich langsam den WM-Schliff.
Tom Liebscher holt sich langsam den WM-Schliff.

© Robert Michael

Sportlich betrachtet wird der jüngste Triumph von Kanu-Olympiasieger Tom Liebscher nicht lange in Erinnerung bleiben. Der 24-Jährige vom KC Dresden wurde am Sonntag erstmals in seiner Karriere Studenten-Europameister. Erwartungsgemäß gab es bei den European Universities Games im portugiesischen Coimbra über 1 000 Meter im Einer-Kajak keinen schnelleren Paddler als den Dresdner, der an der TU Verkehrsingenieurwesen studiert.

Die weitestgehend portugiesische und spanische Konkurrenz hängte Liebscher um über dreieinhalb Sekunden ab. „Natürlich hatte man das angesichts der Vorleistungen in etwa so erwartet, aber das muss am Tag X auch alles erstmal klappen“, sagt der Doppel-Weltmeister des Vorjahres.

Und für die Kanu-Weltmeisterschaft 2018 könnte auch der Auftritt als Europas bester Paddel-Student für Liebscher von nachhaltiger Bedeutung sein. Denn die WM in vier Wochen findet auf derselben Regatta-Strecke in Montemor o Velho statt wie die Studenten-EM. Und die Strecke hat es in sich. Oder vielmehr das Drumherum. „Die Strecke ist sehr windanfällig“, erklärt der Dresdner. Im Vorlauf hatte das Feld Rücken-, im Finale dann Gegenwind. Für die WM sind deshalb Windnetze an der gesamten 1 000-m-Strecke geplant. Die Pfähle dafür waren bereits jetzt am Ufer eingeschlagen. „Ob das dann tatsächlich für Bahn eins bis neun die gleichen fairen Bedingungen bringt, wie man sich das erhofft, kann ich nicht beurteilen“.

Allerdings kann er nun bei der WM auf die Erfahrungen zurückgreifen. Liebscher wertet das als großen Vorteil. „Vorher hatte ich so meine Zweifel, ob sich der Ausflug lohnt. Jetzt weiß ich, das hat sich gelohnt“, sagt Liebscher. Einerseits kennt er nun alle Wege und Rahmenbedingungen. „Anderseits wird das Paddelgefühl besser. Der Körper kommt langsam wieder in Schwung“, betont er. Nun wird der Dresdner die nächsten Tage in der Heimat verbringen – und noch eine Prüfung ablegen, als neuer Studenten-Europameister. (ald)

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