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Freitag, 09.03.2018

Olé, Koné!

Dynamo Dresdens Winterneuzugang besiegelt den 3:2-Heimsieg gegen Heidenheim mit drei Toren fast im Alleingang.

Von Tino Meyer und Sven Geisler

12 Impressionen vom Spiel

Moussa Koné jubelt über sein Tor zum 3:2.
Moussa Koné jubelt über sein Tor zum 3:2.

© dpa

Bei dem Mann gibt es einfach kein Halten, auch wenn es ein ungleiches Duell ist. Sportwagen gegen Bulldozer, Sprinter gegen Marathonläufer oder eben: Moussa Koné, Dynamo Dresdens Neuzugang, gegen Kevin Krauss, den Innenverteidiger des 1. FC Heidenheim. Wie eine lästige Fliege schüttelt der eine den anderen ab, erobert dazu den Ball, läuft noch vier, fünf Meter und schiebt den Ball am abermals verdutzten Heidenheimer Torwart vorbei ins Tor.

Impressionen vom Spiel

Jetzt können ihn auch seine Mitspieler nicht halten, schon wieder nicht. Der 21-Jährige, der vor viereinhalb Wochen vom FC Zürich nach Dresden kam, haut sich auf die Brust – dort, wo das Herz ist und das Dynamo-Emblem. Auch schon wieder. Denn es ist nicht nur das 2:1 für die Dresdner, Koné trifft in dem richtungsweisenden Heimspiel am Freitagabend zum zweiten Mal.

Und als alles auf ein 2:2-Unentschieden hinausläuft, schlägt Koné ein drittes Mal zu und besiegelt den 3:2-Heimsieg. Es ist seine persönliche Krönung und der Beleg, dass Dynamo in der Winterpause einen Glücksgriff getätigt hat. Wobei das Sportchef Ralf Minge abstreiten würde: Mit Glück hat der Transfer nichts zu tun, sondern mit akribischer Vorbereitung. Lange hat man den Senegalesen beobachtet – und von seinen Stärken natürlich genau gewusst.

Da ist zum einen der Torriecher, den Koné beim frühen Führungstreffer einmal mehr unter Beweis stellt. Nach einer abgefälschten Kopfball-Ablage von Florian Ballas steht er in der fünften Minute goldrichtig und verwandelt mit dem eingesprungenen Absatzkick zum 1:0. Das ist für die angeknackste Psyche der Dresdner eminent wichtig, vor allem aber technisch wertvoll und überaus sehenswert.

Nur hat diese Führung nicht lange Bestand. In der achten Minute gleicht Heidenheim aus. Nach Eingabe von Marc Schnatterer trifft Maximilian Thiel aus der Drehung zum 1:1 – wieder äußerst sehenswert, und wieder ist der Spielstand nicht von Dauer. Abermals drei Minuten später setzt Koné zu seinem Supersprint an, den er mit der erneuten Führung vollendet.

Ob er dabei so schnell gewesen ist wie neulich beim Auswärtsspiel in Fürth, wo er mit einer Geschwindigkeit von exakt 35,14 Kilometern pro Stunde gemessen wurde? Seine Schnelligkeit ist schließlich Konés größte Stärke. Bei Dynamo ist niemand schneller, und selbst in der ersten und zweiten Bundesliga sind nur Kristian Pedersen von Union Berlin und Hannovers Ihlas Bebou minimal flotter unterwegs. Außerdem in den Tempo-Top-drei bei Dynamo: Patrick Möschl, der es diesmal immerhin mal wieder in den Spieltagskader geschafft hat sowie Philip Heise.

Der Außenverteidiger findet sich gegen Heidenheim erstmals seit seinem Wechsel nach Dresden vor gut einem Jahr auf der Ersatzbank wieder. Das ist eine der personellen Konsequenzen, die Trainer Uwe Neuhaus nach der 0:2-Niederlage vor einer Woche im Heimspiel gegen Darmstadt angekündigt hatte. Für Heise spielt Paul Seguin, und auf der anderen Außenseite wird Niklas Kreuzer nicht minder unerwartet von Jannik Müller ersetzt.

Die taktische Ausrichtung in der Offensive aber bleibt gleich: mit zwei Stürmern, dem treffsicheren Lucas Röser und natürlich dem wieselflinken Koné.

Dabei ist auch Niklas Hauptmann, der am Vortag im Training einen Pferdekuss erlitten hat. Zwar trägt er ein großes, blaues Tape auf dem rechten Oberschenkel, läuft und spielt aber wie zu besten Tagen. Dass der umworbene Techniker also tags zuvor kurzfristig bei der Pressekonferenz fehlt, mag mit der Verletzung zu tun haben, vermutlich aber auch mit dem publik gewordenen Interesse von Schalke 04.

Was lange fehlt, ist das dritte Tor

Besonders auffällig diesmal: die gefährlich getretenen Eckstöße von links, wobei ihm diesbezüglich auch Sascha Horvath auf der anderen Seite in nichts nachsteht.

Die Dresdner haben ganz offensichtlich nach der Darmstadt-Niederlage nicht nur im Kraft- und Konditionsbereich einige Zusatzeinheiten absolviert, sondern sich auch bei den Standardsituationen einiges einfallen lassen. Auch die Freistöße – Horvath in der 26. Minute und Manuel Konrad kurz vor der Pause – sind wieder deutlich gefährlicher. Nur ein Manko hat das engagierte Auftreten, für das es von den knapp 25 000 Zuschauern nach dem Halbzeitpfiff verhaltenen Applaus gibt. Es fehlt das dritte, vierte Tor, um die offenkundige Überlegenheit auch am Spielstand ablesen zu können.

Klare Möglichkeiten fehlen nach diesen ereignisreichen Anfangsminuten dafür jedoch. Entschieden ist diese richtungsweisende Partie längst nicht. Und das wird gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit deutlich. Die Gäste kommen besser ins Spiel und nach einem Eckball von Schnatterer, der personifizierten Heidenheimer Erfolgsgarantie, zum Ausgleich. Und auch wenn Seguin mit einem unglücklichen Eigentor der Torschütze ist, der Treffer in der 59. Minute ist einer mit Ansage.

Danach müht sich Dynamo zwar um die erneute Führung, muss aber aufpassen, nicht noch in Rückstand zu geraten. Wie zum Beispiel in der 76. Minute, als Schnatterer per Freistoß an der Querlatte scheitert. Genauso wie Horvath auf der Gegenseite. Und Koné? Ist kaum noch zu sehen, schont sich offenbar für den alles entscheidenden Antritt in der 83. Minute. Nach Zuspiel von Müller ist er zur Stelle. Was für ein Mann, was für ein Abend.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 12 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Mal ne Anmerkung

    Da haben wir ein Juwel in unserer Mannschaft.Moussa schießt uns (fast) im Alleingang zurück ins Rennen gegen den Abstieg. Einfach eine Augenweite wie dieser Junge seine "Arbeit auf dem Platz zum Wohle des Vereines "verrichtet.Man muss der Truppe ein Kompliment machen obwohl zur Halbzeit meine "Herztropfen " schon wieder alle waren. Es wurde gekämpft und es war der Willen zum Sieg da. Mit Heidenheim kam der erwartet schwere Gegner und streckenweise sahen WIR nicht gut aus. Und wie immer ,der K-Block ist eine Bank und treibt die Truppe an.Fantastische Stimmung wieder im Stadion.Dresden eben. Schönes dynamisches Wochenende!

  2. Maxerl

    ...bis auf die ersten 10 minuten der zweiten halbzeit war das endlich mal so gespielt wie wir uns das doch vorstellen, klasse, super, bitte weiterso, damit wir wieder richtig viel feiern können, das bier schmeckt nach sonem sieg gleich zweimal besser....

  3. Oskar Mielje

    Ich fand das unser Verein einfach gut gespielt hat und somit verdient gewonnen ich bin ein stolzer Dynamo Fan und ich finde so wie die gespielt haben sollten sie immer spielen auf diesem Niveau.

  4. Optimist

    Gratulation zum Sieg! Geht doch,weiter so.Kone als Beispiel für alle!Die Köpfe sind es wirklich, die frei sein müssen,um sich auf das Wesentliche zu kozentrieren. Bsp.:N. Hauptmann,"hochbegabter Mittelfeldspieler" (SZ 09.03.18),Supertalent,giert nach BL. Schalke u.a. nehmen mal kurz 3 Mille aus der "Portokasse". Geld allein macht bekanntlich nicht glücklich, verdirbt aber schnell den Charakter.Dynamo leistet eine hervorragende Nachwuchsarbeit, entwickelt Talente, da kann R. Minge u. Co stolz sein.Nur, diese Talente müssen vertraglich "hier" so gebunden werden, dass der Verein die "Früchte" trägt Wollen wir in die BL? Hier ist der Platz für die Jungs, hier ist ihre Heimat, hier sind ihre Fans, hier sind sie die Stars."Nicht" auf der Bank v. BL-Clubs, oder deren 2. Mannschaften.Es gibt genügend Bsp.über diesen Wertegang in jüngster Vergangenheit.Was macht eigentlich R. Minge z.Zt.? Wertet bitte die Kommentarzuschriften mit den Spielern aus!!

  5. pretextat tach

    Ach deswegen liegt dort heute noch die ganze Lennéstraße lang der Müll und tausende Plastebecher. Ich brauche und nutze persönlich keinen Fußball, darf aber die Hinterlassenschaften am Großen Garten genießen. Stadtreinigung hat Grippe, und der Verein kennt Müllbeutel inklusive Umfeld checken nicht. Naja, fällt grad nicht so auf, die ganze Stadt ist noch seit Sylvester übelst verdreckt und niemanden scherts. Der moderne Homo Nixnutzikus lebt gerne im Müll, muß man sich leider immer wieder enttäuscht eingestehen. Aber super, daß man sich über grüne und braune Flaschencontainer Gedanken macht. Ach so, "SGD", was war das noch gleich? ...

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