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Donnerstag, 08.11.2018

November-Revolution auf Schiene

Von Daniel Krüger

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Dresdens retro-revolutionärer Matrose kam mit Fußbank zum Flashmob-Volk.
Dresdens retro-revolutionärer Matrose kam mit Fußbank zum Flashmob-Volk.

© Ronald Bonss

Der geflashte Mob mit dem Banner der Revolution.
Der geflashte Mob mit dem Banner der Revolution.

© Ronald Bonss

Der Matrose zieht wieder seines Weges zur nächsten Station.
Der Matrose zieht wieder seines Weges zur nächsten Station.

© Ronald Bonss

Dresden. „Nieder mit den Imperialisten. Sie leben wie die Maden im Speck. Die kleinen Leute werden verheizt!,“ ruft ein Mann mit runder Brille und Matrosenuniform in die Halle des Dresdner Hauptbahnhofs. Über 60 Leute stehen im Kreis und johlen, einige halten Transparente in die Höhe.

Nein, Pegida wurde nicht kurzfristig auf Mittwoch verschoben. Was so skurril anmutet, ist eine gemeinsame Aktion des Vereins Weimarer Republik e.V. in Kooperation mit dem Bundesjustizministerium. Zum hundertsten Jahrestag des Kaisersturzes bereist der Verein 47 Bahnhöfe in Deutschland, um dort mit einem inszenierten Flashmob an den Kieler Matrosenaufstand zu erinnern.

Rund zehn Minuten dauert der Auftritt, den bisher immer ein professioneller Schauspieler übernahm. Weil dessen strapazierte Stimme allerdings nach fünf revolutionären Tagen versagte, springt Geschäftsführer Stefan Zänker spontan ein und spricht zum geflashten Volk. Obwohl er an manchen Stellen recht leise klingt und etliche Passagen des Textes abliest, gefällt es den Zuschauern. Sie skandieren brav die Parolen, jubeln, klatschen und sind bereit für große Taten.

Es sei eine gute Aktion, weil der Verein auch Infoflyer zum Thema verteilt, sagt die Berufsschülerin Klara, die mit ihrer gesamten Deutschklasse samt Lehrerin dem Spektakel beiwohnt. Am Abend gibt es ab 19:30 übrigens noch eine Diskussion zum Thema im Erich-Kästner Museum. Es lebe die Revolution.

(szo) www.weimarer-republik.net

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