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Mittwoch, 14.03.2018

Notunterkunft braucht mehr Geld

Der Betrieb der Bautzener Obdachlosenunterkunft war teurer als geplant. Die Stadt erhöht ihren Zuschuss an den Betreiber.

© dpa

Bautzen. Knapp 4 000 Euro mehr bekommt der Brücke-Verein für die Betreibung der Notunterkunft im vergangenen Jahr. Das hat der Finanzausschuss des Stadtrates jetzt beschlossen. Höhere Betriebskosten, die Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters und zusätzliche Maßnahmen für die Sicherheit der Beschäftigten hätten zu den Mehrausgaben beim Betrieb der Obdachlosenunterkunft an der Äußeren Lauenstraße geführt, erläuterte Petra Hempel, bei der Stadtverwaltung Leiterin der Abteilung Wohnen und Soziale Dienste.

Vor allem der letztgenannte Fakt machte Stadtrat Dirk Lübke (CDU) hellhörig. Sei es wirklich schon so schlimm, dass sogar Sicherheitswesten für die Mitarbeiter nötig seien? „Wir hatten im vorigen Jahr einen Extremfall“, so Petra Hempel. Aber die Klientel werde auch insgesamt immer schwieriger. Das würden die für Soziales und Wohnungsfragen zuständigen Ansprechpartner im Rathaus ebenfalls zu spüren bekommen. Alkohol, Drogen, psychische Probleme führten dazu, dass Klienten aggressiv werden – in der Obdachlosenunterkunft, die sie abends aufsuchen, sei es mitunter noch schlimmer. So gebe es Situationen, in denen sich die Mitarbeiter dort bedroht fühlen. Mit Deeskalationstraining, einem zusätzlichen Sicherheitsdienst und eben den Schutzwesten soll gegengesteuert werden. Insgesamt kostete der Betrieb der Obdachlosenunterkunft im vorigen Jahr gut 138 000 Euro. (SZ/MSM)