• Einstellungen
Samstag, 15.09.2018

Noch mehr Geld für Schulen gefordert

Dresden investiert in den nächsten zwei Jahren zwar eine Rekordsumme. Doch das reicht nicht, findet die CDU.

Von Sandro Rahrisch

Heike Ahnert ist bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat.
Heike Ahnert ist bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat.

© Norbert Neumann

Von 245 Millionen Euro können die meisten Menschen nur träumen. Bei 45 Arbeitsjahren und einem durchschnittlichen Nettoverdienst von 2 000 Euro im Monat kommt gerade mal eine gute Million Euro zusammen. Dresden hat das Geld und wird es innerhalb von nur zwei Jahren auch wieder ausgeben. Es soll in neue, aber auch marode Schulhäuser gesteckt werden, zum Beispiel das Cottaer Gymnasium. Trotz dieser gigantischen Summe verfiellen viele Schulgebäude und Turnhallen weiterhin, bemängelt Heike Ahnert, die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat.

„Wir sind mit der Schaffung neuer Schulplätze beschäftigt, bauen aber kaum den Sanierungsstau ab“, sagt sie. „Ich bin enttäuscht über diesen Haushaltsentwurf.“ Die knapp 400 000 Euro, die in den nächsten zwei Jahren mehr für Schulen ausgegeben werden sollen als in den beiden zurückliegenden, finde sie angesichts der hohen Steuereinnahmen sehr überschaubar. Besonders vor dem Hintergrund, dass Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) die Ausgaben für neue Schulen und alle nötigen Sanierungen zuletzt auf etwa eine Milliarde Euro beziffert hatte. „Wir bleiben deutlich hinter den Möglichkeiten zurück“, so Ahnert weiter.

Sowohl die CDU als auch die SPD wollen nun prüfen, ob die im Haushalt geplanten Vorhaben der kommenden Jahre auch tatsächlich die Dringendsten sind. Zumindest bei der 88. Grundschule sehen das beide Fraktionen nicht so. Denn diese taucht dort gar nicht auf. Die Schüler und Lehrer sollten längst in ein anderes Schulhaus in Niederpoyritz ziehen. Dort ist mehr Platz. Bereits 2012 hatte der Stadtrat das beschlossen und damit auch die Sanierung des verwaisten Gebäudes angestoßen. Passiert ist bis heute nichts. Dass derartige Beschlüsse nicht umgesetzt werden, wolle man nicht länger hinnehmen, so Dana Frohweiser, die bildungspolitische Sprecherin der SPD. Wo es notwendig sei, müsse korrigiert werden. Ende des Jahres will der Stadtrat den neuen Haushalt auf den Weg bringen.

Auf der Liste maroder Schulen stehen rund 60 Häuser, die saniert werden müssen. Viele von ihnen sind in den 70er- und 80er-Jahren nach den Einheitsentwürfen „Dresden Atrium“ oder „R-81“ gebaut worden und besitzen weder einen besonderen Kälte- noch Hitzeschutz. Hinzu kommen mehr als 40 Turnhallen, die dringend überholt oder durch einen Neubau ersetzt werden sollen – darunter einige vom DDR-Bautyp „Tonne“. Höchste Priorität haben laut Stadtverwaltung gut 60 Häuser und Hallen, gemessen am aktuellen Zustand von Dächern, Fassaden und Statik.

Desktopversion des Artikels