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Dienstag, 03.07.2018

Nieskys gewolltes Sommerloch

Von Marcel Pochanke

Gegen Reichenbach gelang der Eintracht mit 6:1 der höchste Sieg. Hier verfasst Jonathan Schneider nach dem 3:0 ein Dankschreiben auf dem Rücken von Vorlagengeber Richard Hildebrand.Foto: H.-E. Friedrich
Gegen Reichenbach gelang der Eintracht mit 6:1 der höchste Sieg. Hier verfasst Jonathan Schneider nach dem 3:0 ein Dankschreiben auf dem Rücken von Vorlagengeber Richard Hildebrand. Foto: H.-E. Friedrich

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Am Ende sprachen die Verantwortlichen beim FV Eintracht Niesky von einer „tollen Saison“. Und die bescherte einem Mann einen Trainerjob, der damit wohl kaum gerechnet hatte. Und sich jetzt der Aufgabe stellt: Paul Neumann hat sich zum Lehrgang für die B-Lizenz des DFB angemeldet.

Als er Ende Oktober interimsmäßig die Geschicke der Mannschaft in die Hand nahm, stand sie einen Punkt vor den Abstiegsrängen, zehn Zähler aus neun Spielen waren auch für eine Mannschaft zu wenig, die ihr zweites Landesligajahr bestritt und den Platz neun aus der Premierensaison fast als Sensation feierte. Neumanns Vorgänger Uwe Kuhl war ein hoch geschätzter Fachmann, aber er hat die Mannschaft schlicht nicht erreicht. Dazu kam ein ungewohntes taktisches System, dessen Einführung Unruhe und vor allem zu viele Gegentore brachte. Die Rückkehr zum 4–4–2 war daher die erste Maßnahme von Paul Neumann und seinen Co-Trainern Anne Ritter und Jiri Sisler. Neumann schmiss, wie er sagt, im Training Hütchen auf den Platz und übte wieder die Grundlagen des gemeinsamen Verschiebens. Dazu kamen viele individuelle Gespräche. Das Dreier-Team sorgte für die Rückkehr der guten Stimmung und vor allem wieder für Erfolge. Die Kompaktheit kehrte zurück, nach 20 Gegentoren in neun Spielen gab es nach der Umstellung gerade einmal 22 aus 19 Spielen.

Es war dem Vernehmen nach die Mannschaft, die Paul Neumann ums Weitermachen bat. Zu hoch war der Wohlfühl-Faktor im Team unter der Regie des 33-Jährigen, der noch dazu mit einigen Spielern sehr gut befreundet ist. Anne Ritter wird dem Trainerteam im kommenden Jahr nicht mehr angehören, dafür hat sich Paul Neumann Patrick Menzel, der eigentlich vom Handball kommt, als Fitness- und Reha-Coach an die Seite geholt.

Darüber hinaus setzen sie bei der Eintracht auf Kontinuität. Nur Martin Vojtesek, der nach Kamenz wechselt, und Daniel Schlegel, der eine studienbedingte Pause einlegt und ein Jahr beim 1. Rothenburger SV in der Kreisliga spielen wird, bleiben alle Kräfte an Bord. Auch der 17-fache Torschütze Jonathan Schneider lässt sich nicht weglocken, versichert Paul Neumann, genausowenig wie etwa Richard Hildebrand, der aus Sicht seines Trainers mit 21 schon zu den besten Verteidigern in der Sachsenliga gehört.

Beim Trainingsauftakt am 10. Juli wird Paul Neumann drei Neuzugänge begrüßen. Verteidiger Fritz Geduhn kommt von Gelb-Weiß Görlitz. Torwart Patrick Reichel hielt bislang für den SV Zodel. Der 24-Jährige soll als möglicher Nachfolger des inzwischen 35-jährigen Daniel Höher aufgebaut werden. „Er bringt gute Anlagen mit“, sagt Nieskys sportlicher Leiter. Einen Knaller verspricht er aber doch noch. Wer das ist, will der Verein voraussichtlich am Donnerstag bekanntgeben. Und dann ist da noch der starke Nieskyer Nachwuchs. Sieben Spieler aus der A-Jugend sollen an der Vorbereitung teilnehmen. Sie sollen für Wirbel und Konkurrenz zu den etablierten Kräften sorgen. Und dürfen im nächsten Jahr vermehrt auf Einsätze hoffen, sagt Neumann. So viel Bewegung ist, bei aller Ruhe im Verein, dann doch gewollt.

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