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Freitag, 12.10.2018 Aus dem Gerichtssaal

Nieskyer Rentner bleibt straffrei

Das Verfahren gegen den 89-jährigen Unfallverursacher wurde eingestellt. Er war eigentlich nicht mehr in der Lage, ein Auto zu steuern.

Von Jost Schmidtchen

© dpa

Weißwasser/Niesky. Mehr als zwei Jahre nach einem Unfall ist das Verfahren gegen einen 89-Jährigen vor dem Amtsgericht Weißwasser eingestellt worden. Gerhard R.* aus Niesky hatte am 13. August 2016 auf der S 121 in Geheege eine Radfahrerin beim Überholen gestreift, woraufhin diese das Gleichgewicht verlor, stürzte und sich Prellungen, Platzwunden und Schnittverletzungen zuzog. Schon am Unfallort kam die Polizei zu der Erkenntnis, dass Gerhard R. geistig und körperlich fahruntüchtig war. Es war bereits der dritte Hauptverhandlungstermin vor dem Amtsgericht. Einer wurde ausgesetzt, der zweite fand aufgrund gesundheitlicher Gründe des Angeklagten nicht statt. Nun erklärte der Verteidiger von Gerhard R., den ursprünglichen Strafbefehl vom 3. November 2016 auf die Rechtsfolge zu beschränken. Gerhard R. hatte bereits am 23. Februar 2017 seinen Verzicht auf den Führerschein erklärt. Der Verteidiger regte nun an, dass Gerhard R. für den Rest seines Lebens unbestraft bleiben solle. Voreintragungen im Bundeszentralregister gibt es nicht, der Führerschein ist weg. Sein Mandant lebt jetzt in einem Altersheim. Amtsrichter Ralph Rehm meinte, dies sei eine vertretbare Anregung, auch die Staatsanwältin erklärte sich mit dem Vorschlag einverstanden. Das Verfahren wurde daraufhin mit der Auflage einer Zahlung von 600 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung eingestellt. Die Enkelin von Gerhard R., die den Opa mit ihrem Pkw nach Weißwasser gebracht hatte, versprach, sich darum zu kümmern, dass die Auflage erfüllt wird. (JoS)

*Name geändert