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Samstag, 15.09.2018 Kommentar

Nicht nur fordern, sondern ermöglichen

SZ-Redakteurin Julia Vollmer über den Schulbesuch von Flüchtlingskindern

Julia Vollmer
Julia Vollmer

© Ronald Bonß

In Deutschland gilt die Schulpflicht. Wer dem nicht nachkommt, muss Bußgeld zahlen. In krassen Fällen werden die Kinder mit dem Streifenwagen zu Hause abgeholt und zur Schule gebracht.

Es ist nicht nachzuvollziehen, warum diese Pflicht nicht für alle gilt. Für die Kinder und Jugendlichen, die in den sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen leben, gilt sie nicht. Egal, ob sie dort zwei Wochen oder sechs Monate lang leben.

Doch neben der Pflicht, die Schulbank zu drücken, gibt es das von der Uno verbriefte Recht auf Bildung. Dieses Recht gilt für alle Kinder auf der Welt, unabhängig von Herkunft und sozialer Schicht. Das ist nicht verhandelbar und sollte umgehend auch für alle Mädchen und Jungen gelten, die in Sachsen leben. Völlig egal, wo diese gerade wohnen.

Immer wieder wird gefordert, die Geflüchteten sollen sich integrieren, sollen Deutsch lernen. Doch diese Kinder können das nur, wenn die Behörden es ihnen auch ermöglichen. Durch einen Schulbesuch. Dort lernen sie neben der Sprache und den Grundlagen in anderen Fächern auch die deutsche Kultur und Geschichte kennen. Genau das ist es, was immer von ihnen verlangt wird.

>>> E-Mail an Julia Vollmer