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Montag, 09.07.2018

Nicht alles funktioniert

In Chemnitz erkämpft sich Dynamo mit einem neuen System den dritten Testspielsieg. Der Torschütze erhält ein Sonderlob.

Von Cornelius de Haas

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Dynamo-Kapitän Marco Hartmann selbstkritisch in Chemnitz: „Ein Klassenunterschied war nicht zu sehen.“
Dynamo-Kapitän Marco Hartmann selbstkritisch in Chemnitz: „Ein Klassenunterschied war nicht zu sehen.“

© Robert Michael

Nach Dynamos 1:0-Sieg beim Chemnitzer FC musste Marco Hartmann einräumen: „Ein Klassenunterschied war nicht zu sehen.“ Eine schlüssige Erklärung hatte der 30-Jährige aber auch umgehend parat: „Wir haben anders gespielt, als wir es gewohnt sind, auch wenn wir es die ganze Woche trainiert haben.“

Zwar blieb sich Trainer Uwe Neuhaus treu und ließ nur einen Stürmer auflaufen, doch in der Defensive probierte er es diesmal mit einer Fünferkette. Darum habe vieles noch nicht so geklappt, „wie wir uns das vorstellen“, sagte Hartmann. Daran erkenne man aber auch den Unterschied zwischen Theorie und Praxis, der auch viele Fragezeichen zur Folge habe. „Aber das ist genau das, was wir mit diesem Spiel erzwingen wollten“, erklärte Hartmann, der selbst als Innenverteidiger auflief und sich deshalb darüber freute, „dass wir bis zum Schluss gut gestanden und zu Null gewonnen haben“.

Für die nächsten Tage gelte es nun, die Fragezeichen aufzulösen. „Das ist normal in einem neuen System. Jeder hatte eine etwas andere Aufgabe als bisher. Das hat man dem Spiel auch angesehen“, sagte Hartmann. Für seinen Trainer kam das aber nicht überraschend. „Ich hab der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass nicht alles funktionieren wird“, erklärte Neuhaus, der dennoch bemängelte, dass seine Spieler in der ersten Halbzeit „zu viele Torchancen zugelassen“ hatten.

Dass es am Ende aber mit einem Sieg klappte, lag vor allem an Osman Atilgan. Der 18-Jährige, der erst vor wenigen Wochen von der A-Jugend zu den Profis aufgerückt war, sorgte sechs Minuten nach Wiederanpfiff für den entscheidenden Treffer. Nachdem Rico Benatelli den Ball kurz hinter der Mittellinie an einen Chemnitzer verloren hatte, setzte Atilgan entschlossen nach. Er holte sich den Ball zurück, legte ihn mit Tempo an seinem Gegenspieler vorbei und lief allein auf CFC-Keeper Jakob Jakubov zu – „und macht dann das Tor eiskalt“, sagte Hartmann anerkennend.

Auch von Neuhaus gab es Lob: „Es macht einfach Spaß, zu sehen, mit welcher Bereitschaft er Meter macht, wie mutig er ins Dribbling geht. Er setzt die Sachen schon sehr gut um.“ Überhaupt hinterlassen die hochgezogenen Talente bislang einen guten Eindruck. „Sie sind alle sehr, sehr fleißig im Training, haben einen guten Charakter und fügen sich super in die Mannschaft ein“, sagte Hartmann. „Das sind Nachwuchsspieler, wie man sie sich wünscht: talentiert, Gas gebend, zurückhaltend und frech im Spiel.“

Über seinen Ausflug in die Innenverteidigung äußerte sich Hartmann dagegen kritisch. Zwar müsse man etwas weniger laufen, dafür aber mehr den Blick für das Ganze haben. Das sei vor allem für den Spielaufbau entscheidend. „Das ist mir heute nicht so leicht gefallen. Meine langen Bälle hatten eine ganz schöne Streuung. Wenn da mehr Qualität reinkommt, gibt es nach vorn mehr Möglichkeiten.“

Dass es die gegen den Drittliga-Absteiger kaum gab, lag aber nicht nur an Hartmann. „Wir haben in der vergangenen Woche die defensive Variante trainiert, ohne zu pressen“, erklärte Neuhaus. „Wir wollten im Mittelfeld viele Balleroberungen haben.“ Die gelangen den Dresdnern vereinzelt, „doch danach haben wir es nicht gut umgesetzt“. Weil das Pressing noch nicht zum Training gehörte, „mache ich den Spielern auch gar keinen Vorwurf“.

Was besser werden muss, weiß Neuhaus trotzdem: Laufwege, Passqualität, Feinabstimmung. Wenn das klappt, „kann das ein System werden, in dem sich die Mannschaft wohlfühlt“.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 9 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Glüwi

    Oberlehrer Hartmann gibt die Richtung vor. Schrecklich.

  2. Manfred Hengst

    Was klappt oder nicht entscheidet sich in ersten Punktspiel der Saison und nicht gegen ein Viertligisten. Wir sollten aus den Übungsspielen der "Mannschaft" vor der WM gewarnt sein.

  3. chef24

    @Glüwi ... die paar Buchstaben hättest du dir sparen können. Das Gestusse sagt weder was - noch ist es zielführend.

  4. gu-ro

    @1, Marco Hartmann ist Kapitän, er darf und muss dirigieren. Außerdem hat er Lehramt studiert... @2, 5,- € ins Phrasenschwein.

  5. Mal ne Anmerkung

    @1 Glüwi -Marco Hartmann hat bestimmt 5 fach mehr in der Birne als ein "Glüwi"!Als Kapitän ist er, unteranderem auch für die Führung der Mannschaft auf dem Platz verantwortlich. Scheint aber der "Fußballfachmann Glüwi" nicht zu begreifen .Hauptsache mal meckern und dummes Zeugs hier ablassen. Ja wenn geistige Einsamkeit zum Problem wird!

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