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Montag, 08.01.2018

Neustädter Damen schlagen sich selbst

Der HC Sachsen verliert beim SV Plauen-Oberlosa mit 16:21 unter Wert und trauert den vergebenen Torchancen nach.

Von Eberhard Neumann

Bernd Berthold, Trainer der Handballerinnen des HC Sachsen Neustadt/Sebnitz versuchte, seine Spielerinnen immer wieder zum Toreschießen zu animieren.
Bernd Berthold, Trainer der Handballerinnen des HC Sachsen Neustadt/Sebnitz versuchte, seine Spielerinnen immer wieder zum Toreschießen zu animieren.

© Marko Förster

Neustadt/Plauen. Am ersten Spieltag der Rückrunde der Handball-Sachsenliga kassierten die Damen des HC Sachsen Neustadt-Sebnitz beim SV Plauen-Oberlosa eine 16:21-Niederlage. Von der Tabellenkonstellation her kam dieses verlorene Spiel sicher nicht überraschend, immerhin rangieren die Vogtländerinnen auf dem dritten Tabellenplatz. Trotz dessen war für die Neustädterinnen mehr drin.

Trainer Bernd Berthold war nach dem Spiel seiner HC Sachsen-Frauen mächtig angefressen: „Das Spiel hier bei den Oberlosaerinnen mussten wir gewinnen. Wir hatten derart viele gute Möglichkeiten, versagten aber im Angriff auf ganzer Linie. Dabei war die Angriffsleistung noch recht gut und wir erarbeiteten uns da eine Unmenge an Chancen, machten die vielen freien Würfe dann aber nicht rein. Wir brauchten für ein Tor fünf Angriffe. Da wird es eben schwer, zu gewinnen. Es war einfach furchtbar, 60 Minuten lang wurde am Kasten vorbeigeschossen oder die statisch stehende Torhüterin angeworfen. In einem Spiel zweier schlechter Mannschaften waren wir heute die Schlechtere.“

Dabei wollte Berthold nach einigen Minuten des Beruhigens die Kritik so nicht stehenlassen. Immerhin wurde defensiv richtig gut gearbeitet und für den Vorwärtsgang eine Menge getan, was der Coach dann auch als positiv hervorhob: „Wir haben hinten vieles gut und richtig gemacht. Die Vorgaben wurden dabei exakt eingehalten und sehr viele Ballgewinne erzielt. Im guten Zusammenspiel konnte sich da auch Katarzyna Wiekiera auszeichnen und einen guten Rückhalt bilden. Dabei wurden auch klare gegnerische Chancen vereitelt.“ Die 21 Gegentore in fremder Halle beweisen zudem, dass es in der Verteidigung stimmte. Nach vorn wurde vielfach sogar ganz ordentlich gespielt und Nicole Eckhardt war um den Spielfluss bemüht. Wenn dann aber beim Abschluss alle versagen, stehen halt nur kreisligaverdächtige magere 15 Treffer zu Buche. Vieles beim Abschluss erschien so unkonzentriert und beinahe ängstlich, dass selbst Berthold kaum hinsehen konnte.

Zudem war Martina Wiele körperlich angeschlagen, konnte kaum eingreifen und wurde vom Trainer sinnvollerweise geschont. Die anderen sorgten jedoch kaum für Entlastung oder mit eigenen Treffern für mehr Spannung und den nötigen Druck auf den Gegner. Beinahe wirklich ängstlich erscheinend, wurden die Bälle reihenweise weggeworfen. Berthold noch einmal dazu: „Wir fanden trotz allen Bemühens vorn einfach nicht unseren Rhythmus. Da fehlte nach herausgespielten Möglichkeiten die Kaltschnäuzigkeit, um die Dinger reinzumachen. Das war damit unser bislang schlechtestes Spiel der Saison. Ich hoffe, dabei bleibt es nun und es gibt nur noch Steigerungen.“

Die sind auch nötig, denn leichter wird es nicht, zumal sich das Team nun wieder richtig in den Abstiegskampf eingeschaltet hat. Da haben die kommenden drei Partien gegen die Kellerteams HC Glauchau/Meerane, HV Chemnitz II und SC Markranstädt sicher vorentscheidende Bedeutung. Berthold betonte letztendlich auch noch, dass die Schiedsrichter mit der insgesamt schwachen spielerischen Leistung beider „nichts zu tun hatten. Das war okay und ich wünschte mir solche guten Referees auch in anderen Spielen mit wesentlich mehr prekären Situationen“.