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Dienstag, 10.07.2018

„Neugersdorf war mein erster Ansprechpartner“

Robert Koch ist in das Mannschaftstraining der Neugersdorfer eingestiegen, muss aber nach seiner Verletzung noch vorsichtig sein.Foto: Florian Richter
Robert Koch ist in das Mannschaftstraining der Neugersdorfer eingestiegen, muss aber nach seiner Verletzung noch vorsichtig sein. Foto: Florian Richter

© Florian Richter 2018

Herr Koch, eigentlich hatten Sie ja eine Zusage, dass ihr Vertrag beim Drittligisten in Zwickau verlängert wird. Jetzt ist aber doch alles ganz anders. Was ist passiert?

Es stimmt schon, dass der Verein nach meinem Kreuzbandriss im Oktober gesagt hat, ich müsse mir wegen der Vertragsverlängerung keine Gedanken machen. Aber dann kam im März ein neuer Trainer, und es wurde doch nicht verlängert.

Bleibt deshalb ein Blick im Bösen zurück nach Zwickau?

Überhaupt nicht. Ich hatte dort anderthalb tolle Jahre, außerdem kamen zu meinem Kreuzbandriss noch Rückenprobleme. Ich wusste nicht sicher, ob das für die dritte Liga noch mal hundertprozentig wird.

Damals sagten Sie, Sie könnten sich auch eine Station weiter weg, sogar im Ausland, vorstellen.

Das war tatsächlich eine Überlegung, mit meiner Familie zwei Jahre im Ausland zu leben, bevor der Große in die Schule kommt. Es gab auch einige Angebote, auch mit Arbeit für meine Frau. Aber das, bei dem wir gesagt hätten, das machen wir jetzt, war nicht dabei. Deshalb haben wir uns relativ zeitig für die Regionalliga entschieden.

Jetzt also Neugersdorf, zum dritten Mal. Was war entscheidend?

Neugersdorf war mein erster Ansprechpartner. Ich habe hier meine leistungssportliche Karriere begonnen, war vor zwei Jahren schon einmal für kurze Zeit zurück und wurde toll aufgenommen. Das ist mein Heimatverein, ich kenne hier alle, auch noch viele Spieler, und mir wurde ein gutes Gesamtpaket geschnürt.

Wie fit sind Sie derzeit?

Ich habe während der Reha nach meinem Kreuzbandriss viel getan, gebe wieder richtig Gas und habe ein gutes Gefühl. Der Heilungsprozess nach dem Kreuzbandriss ist Schritt für Schritt wie im Bilderbuch verlaufen, ich kann wieder voll belasten. Der Rücken bereitet mir eher Probleme. Im Moment sieht es aber gut aus.

Ein wenig schimmert da das Karriereende durch. Gibt es schon Pläne?

Das gehört zum Neugersdorfer Gesamtpaket dazu: Ich übernehme ab sofort das Marketing für den Verein, bin für die Sponsorengewinnung und -betreuung zuständig und werde in dieser Funktion mit vielen Unternehmen sprechen. Ich bin überzeugt davon, dass die Region so viel Potenzial hat, dass hier auch Größeres möglich wäre. Parallel erwerbe ich den Trainerschein, hoffe, ab Januar beim DFB einen Lehrgang Elite-Jugend besuchen zu können, dem ein einjähriges Praktikum und vielleicht der A-Schein folgen sollen. Eventuell wird auch daraus eine berufliche Perspektive. Aber das alles geht neben dem Fußball. Da bin ich immer noch ehrgeizig dabei.

Was ist drin in dieser Saison?

Wir haben über eine Zielstellung noch nicht geredet. Die Liga wird sehr attraktiv, mit den beiden Absteigern Chemnitz und Erfurt, mit Lok Leipzig und den Berliner Teams, die finanziell aufrüsten. Sorgen um unsere Konkurrenzfähigkeit mache ich mir aber nicht.

Gespräch: Frank Thümmler