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Freitag, 12.10.2018

Neues Wohngebiet bald baureif

Voriges Jahr hatte ein Investor zugesagt, etwa 30 Bauplätze an der B 182 zu schaffen. Dann wurde es still um das Projekt. Jetzt soll es damit vorangehen.

Von Eric Weser

Die Stadt Strehla mit Schloss, Kirche und Wasserturm. Auf dem ehemaligen Gärtnereigelände soll ein Eigenheimgebiet entstehen (gelb umrandet). Es liegt direkt neben der B182 (links), zwischen ehemaliger Gaststätte Bastei (längliches Gebäude links) und Oberschule (Bildmitte, vor der Kirche).
Die Stadt Strehla mit Schloss, Kirche und Wasserturm. Auf dem ehemaligen Gärtnereigelände soll ein Eigenheimgebiet entstehen (gelb umrandet). Es liegt direkt neben der B 182 (links), zwischen ehemaliger Gaststätte Bastei (längliches Gebäude links) und Oberschule (Bildmitte, vor der Kirche).

© Lutz Weidler, Bearbeitung: SZ

Strehla. Es soll der nächste große Wurf gegen den Einwohnerschwund werden: das neue Wohngebiet an der Torgauer Straße in Strehla. Geplant ist es dort, wo heute noch Bäume und Gestrüpp dominieren: auf dem ehemaligen Gärtnereigelände neben der B 182, zwischen Oberschule und der ehemaligen Gaststätte Bastei.

Auf dem Papier gibt es das 28 Parzellen große Wohngebiet mit Zufahrtsstraße seit vorigem Jahr. Anfangs sah es so aus, als könnte die Fläche genauso schnell entwickelt werden wie zuletzt die an der Straße Zum alten Weinberg nahe dem Wasserturm. In rekordverdächtig kurzer Zeit hatten dort zwei Strehlaer Unternehmer ab 2015 ein Zehn-Parzellen-Baugebiet geschaffen. Die Grundstücke sind inzwischen verkauft und fast vollständig bebaut.

An der Torgauer Straße wird das alles wohl etwas länger dauern. Dass das Baugebiet kommt, steht aber für den Investor außer Frage: „Wenn wir die nötigen Beschlüsse bekommen, wollen wir die Fläche bis Ende Februar freimachen und dann erschließen, sodass wir voraussichtlich im Herbst 2019 fertige Baugrundstücke haben“, sagt Maik Lehmann von der gleichnamigen Immobilienfirma aus Meißen.

Lehmann macht keinen Hehl daraus, dass für seine Firma in letzter Zeit andere Projekte wichtiger waren als Strehla. Wie das Baugebiet Heideblick in Großenhain, das fast abverkauft sei. Nun arbeite man wieder mit Hochdruck an Strehla, versichert Maik Lehmann. Bis Jahresende wolle sein Unternehmen die nötigen Unterlagen bei der Stadt einreichen, damit das Bebauungsplan-Verfahren weitergehen kann.

Das Ziel des Ganzen ist, Baurecht für das ehemalige Gärtnereigelände zu erlangen. Dafür sind allerdings Beschlüsse des Stadtrates und die Zustimmung der zuständigen Behörden nötig. Interesse an den Grundstücken gibt es laut Maik Lehmann bereits. In einer ersten Vermarktungsrunde zu Jahresbeginn hätten sich schon etliche potenzielle Käufer gemeldet. Seit Kurzem laufe die zweite Vermarktungsrunde. Die Nachfrage sei erneut gut.

Für etwa die Hälfte der 28 Parzellen gebe es Interessenten. Es seien bereits Kaufabsichts-Erklärungen unterschrieben, auch Besichtigungstermine stünden an. Zu den Interessenten gehören laut Maik Lehmann Strehlaer und Riesaer, die sich den Traum vom Eigenheim erfüllen wollen. Aber auch weggezogene Strehlaer, die zurückkehren wollen. Zudem „Ausweichler“, die das Strehlaer Gebiet wegen der Baulandpreise in Betracht zögen.

Wenn dem so ist, würde das auch gegen die Skepsis sprechen, die hinter vorgehaltener Hand in Kreisen der Stadtpolitik über das geplante neue Wohnbaugebiet geäußert worden ist. Dort war spekuliert worden, dass es an den Quadratmeter-Preisen von um die 80 Euro liegen könnte, dass das Projekt zuletzt scheinbar nicht vorankam. Das sei verglichen mit den 55 Euro, die zuletzt am alten Weinberg aufgerufen worden waren, relativ viel, hatte es geheißen.

Investor Maik Lehmann widerspricht: Die Preise seien angemessen für voll erschlossenes Bauland, auch im Vergleich zur Region, zumal keine Provision anfalle. Um die Vermarktung „machen wir uns nicht die großen Sorgen“, gibt sich Lehmann zuversichtlich. Zumal Strehla Flair und Potenzial habe – und durch die geplante B-182-Umgehung weiter gewinnen werde.

Kritischer sieht der Investor da schon, dass anstelle der alten Gaststätte Bastei – direkt neben dem geplanten Wohnbaugebiet – ein großes Seniorenheim entstehen soll. „Wenn das ein dreigeschossiger Bau würde, wäre das schon beeinträchtigend für die gesamte Gegend“, sagt Lehmann. Damit schließt er sich der Kritik von Strehlaer Stadträten an. Die hatten erst vor Kurzem die Bauvoranfrage eines Investors für dieses Seniorenheim abgelehnt. Grund war unter anderem, dass die Räte den Heim-Entwurf für zu klobig befunden hatten.

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