• Einstellungen
Freitag, 10.08.2018

Neues Schuljahr startet digital

Nach der Sanierung der Grundschule am Bobersberg beginnt eine neue Ära.

Von Catharina Karlshaus

In der Grundschule am Bobersberg hält die neue Technik Einzug. Im Frühjahr überzeugte sich Großenhains OB Sven Mißbach in Anwesenheit von Schulleiterin Monika Kroll bereits davon.
In der Grundschule am Bobersberg hält die neue Technik Einzug. Im Frühjahr überzeugte sich Großenhains OB Sven Mißbach in Anwesenheit von Schulleiterin Monika Kroll bereits davon.

© Anne Hübschmann

Großenhain. Nur noch wenige Tage, dann ist es soweit: Großenhains Mädchen und Jungen müssen von den Sommerferien Abschied nehmen und wieder die Schulbank drücken. Für die Kinder an der Grundschule Am Bobersberg ist damit ein Neubeginn in doppelter Hinsicht verbunden. Immerhin: Nach der Sanierung ihrer Schule ist die Kreidezeit zumindest hier Geschichte. „Am Mittwochvormittag erfolgte die Abnahme der digitalen Tafeln. Alle elf wurden eingebaut und funktionieren“, bestätigt Rathaussprecherin Diana Schulze auf SZ-Anfrage.

Bis zum Anbringen der interaktiven Tafeln war es ein langer Weg. Die Sanierung der 1981 errichteten Schule vom Typ „Dresden“ war schließlich bei laufendem Betrieb erfolgt. Für die Pädagogen zuweilen eine große logistische Herausforderung. Denn natürlich hatten alle Beteiligten mit der einen oder anderen baulichen Überraschung gerechnet. Dass es mit dem Baubeginn im August vergangenen Jahres jedoch nun so problematisch zur Sache gehen würde, hatte dann aber doch für einigen Nervenkitzel gesorgt. Verständlich, wenn das Pädagogenteam um Schulleiterin Monika Kroll mit einigem Bauchgrimmen an die Zeit vor zwölf Monaten zurückdenkt. Denn während die Lehrer in den vergangenen Sommerferien alles dafür getan hatten, dass sich ihre Schützlinge in den vorübergehenden Klassenräumen wohlfühlen, regnete es plötzlich in ein Container-Zimmer rein. Von jetzt auf gleich mussten das Dach aufgemacht, die Isolierung ausgetauscht und eine neue Dachhaut aufgezogen werden. Und damit nicht genug. Neben personellen Problemen – zum Ausräumen der Schule hatten sich die Mitarbeiter der Diakonie als Retter in der Not erwiesen – entpuppte sich das Innenleben der Schule als unliebsame Wundertüte. Die Schächte der Abwasserleitung mussten entfernt und neu gesetzt werden. Vom ehemals ausgebauten Keller blieb nicht mehr viel übrig. Bereits im Frühjahr haben die Mädchen und Jungen ihn in Besitz genommen. Neu gestaltet, farblich ein Hingucker. Eine blitzblanke Schülerküche in sattem Gelb ist inzwischen dort ebenso untergebracht wie Werkenräume, ein ansprechender Speiseraum und Räume für die Hausmeister.

Insgesamt 1,5 Millionen Euro hat der Umbau des Hauses gekostet. Ein Haus, welches sich jetzt durch die große Investition und geschickte Anordnung von Planer Reinhard Gärtner hell und freundlich präsentiert. Gestaltet mit kräftigen Farben. Eine frische Atmosphäre, zu denen die digitalen Tafeln – zu 75 Prozent durch den Freistaat Sachsen gefördert – nun perfekt passen. Investitionen, die sich lohnen. Schließlich ermöglicht die Tafel eine völlig andere Art der Unterrichtsgestaltung. Während die Schüler ohnehin täglich mit Handy und Computer umgehen und von klein auf mit der modernen Technik in Berührung kommen, können Pädagogen nicht nur an die Welt der Jugendlichen anknüpfen. Ihnen werden andere Möglichkeiten der Wissensvermittlung zuteil. Schließlich handelt es sich beim interaktiven Whiteboard – „digitale Tafel“ genannt – um eine elektronische Projektionswand. Diese funktioniert in Verbindung mit einem Computer und einem Projektor beziehungsweise Beamer.

In der Praxis bedeutet das: Texte, Grafiken, Bilder und Animationen können ebenso präsentiert werden wie Töne und Videos. Geometrische Figuren lassen sich schnell mal räumlich darstellen und Experimente, die an der Schule vielleicht gar nicht möglich wären, können über das Internet live gesteuert und verfolgt werden.