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Mittwoch, 11.07.2018

Neues Leben für die Marie

Der Schriftzug der einstigen Management-Akademie an der Klötzerstraße bleibt. Aber sonst ändert sich alles.

Von Christoph Scharf

Voll im Plan: Die einstige Akademie Marie wird zu einem Facharztzentrum umgebaut. Das gehört zum Nierenzentrum von Via Medis, was schräg dahinter an der Robert-Koch-Straße liegt. Die Ärztliche Leiterin Erika Schumann und Verwaltungschef Frank Breuer freuen sich schon auf den Einzug.
Voll im Plan: Die einstige Akademie Marie wird zu einem Facharztzentrum umgebaut. Das gehört zum Nierenzentrum von Via Medis, was schräg dahinter an der Robert-Koch-Straße liegt. Die Ärztliche Leiterin Erika Schumann und Verwaltungschef Frank Breuer freuen sich schon auf den Einzug.

© Sebastian Schultz

Riesa. Mehrere Handwerker hantieren gleichzeitig auf dem Gerüst an der Klötzerstraße. An der früheren Management-Akademie „Marie“ ist mittlerweile ein Aufzugsschacht gewachsen. Und auch innen wird überall gebaut. Die Baufirmen haben einen Zeitplan vor Augen. „Am 3. September soll Einzug sein“, sagt Frank Breuer. Den Unternehmer kennt man in Riesa vor allem als Chef von Riepharm – einem Pharmaziegroßhändler, der gleich um die Ecke seinen Sitz hat. Aber der Betriebswirt ist auch Verwaltungsleiter beim Via Medis Nierenzentrum. Und das sorgt jetzt dafür, dass bald wieder Begängnis in der Marie ist.

„Hier werden mehr als eine Million Euro investiert“, sagt Frank Breuer. Dabei arbeite das Pharma-Unternehmen B. Braun sehr gut mit der WGR zusammen – der Riesaer Wohnungsgesellschaft gehört das Haus der einstigen Management-Akademie. Auch der Großvermieter sitzt gleich nebenan. Entscheidender war allerdings die Nachbarschaft zum Nierenzentrum, das auf der Robert-Koch-Straße auch nur zwei Minuten Fußweg entfernt ist: Denn dort ist die Zahl der Patienten quasi durch die Decke gegangen. „Bei der Planung der Dialyse wurde mit 150 Patienten gerechnet“, sagt Frank Breuer. Seitdem sei die Ambulanz gewachsen, die Zahl der Patienten gestiegen, die technische Entwicklung vorangekommen. „Bestimmte Behandlungsformen passen gar nicht mehr in das Gebäude rein.“

Und da kam den Nieren-Spezialisten zupass, dass in fußläufiger Entfernung noch ein Objekt leer stand. Während im jetzigen Nierenzentrum an der Robert-Koch-Straße die reine Dialyse bleiben und durch eine Nacht-Dialyse und einen Bereich für infektiöse Patienten erweitert werden soll, werde aus der Marie ein Facharztzentrum für Nephrologie – also Nierenkunde – , Innere Medizin und Lipidologie. „Das sind Fettstoffwechselerkrankungen“, erläutert Breuer. Wer daran leidet, soll an der Klötzerstraße genauso eine Behandlung bekommen wie Leute mit einer Schlafapnoe – also Erstickungsanfällen im Schlaf. „Das hat bei alten Leuten zugenommen und kann bis zu Schlaganfällen führen“, sagt Frank Breuer.

Das alles geht natürlich nicht ohne Mediziner. Zwei neue Ärzte holt Via Medis nach Riesa, nach dem Umzug sollen fünf Ärzte im Facharztzentrum vor Ort sein. Darunter sind ein Hausarzt für Innere Medizin und vier Fachärzte. „Ärzte zu finden, ist derzeit gar nicht einfach. Aber die Ärzte und die Mitarbeiter sind das Kapital einer Praxis!“ Insgesamt bietet das Unternehmen dann 46 Mitarbeitern ein Auskommen. Bevor es so weit ist, muss das neue Gebäude allerdings noch technisch an das vorhandene Nierenzentrum an der Robert-Koch-Straße angebunden werden. Dabei bekommt die Marie auch einen neuen Zugang auf der Rückseite: Damit die Ärzte einen kurzen Fußweg haben. Die Patienten dagegen können den gewohnten Marie-Eingang von der Klötzerstraße nutzen. Die Erweiterung bringe nicht nur bessere Parkmöglichkeiten für die Patienten, sondern auch schnellere Termine. „Es soll dann nicht drei Monate Wartezeit geben, sondern sehr zeitnah funktionieren“, sagt der Verwaltungsleiter.

Die Patienten kommen aus einem Umkreis von 25 Kilometer rund um Riesa: Man arbeite nicht nur mit dem heimischen Krankenhaus, sondern auch mit Häusern in Oschatz, Dresden und Leipzig zusammen. Gleichzeitig unterhält Via Medis auch noch eine Zweitpraxis in Oschatz.

„Der Patientenbestand hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Und die Leute werden älter und Kränker“, sagt Frank Breuer. Schon jetzt zeichne sich ab, dass man bei der Dialyse in den nächsten Jahren wohl zehn Mitarbeiter mehr brauche. Eines bleibt allerdings konstant: Der Schriftzug „Marie“ auf der Fassade wird erhalten. An den Namen für das Haus haben sich die Riesaer ohnehin längst gewöhnt.

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