• Einstellungen
Samstag, 13.10.2018

Neues IT-Unternehmen an der Neiße

Mit MSG Systems AG hat Görlitz eine weitere Firma, die den Ruf der Stadt in die Welt trägt. Und Arbeitsplätze schafft.

Von Gabriela Lachnit

Die Geschäfts- und Bereichsleiter Recardo Jackson (links) und Michael Biermann ließen es sich nicht nehmen, zur offiziellen Einweihung des neuen Standortes Görlitz dabei zu sein. Die MSG Systems AG ist hier mit 20 Mitarbeitern gestartet. Noch mindestens 15 weitere Mitarbeiter sollen demnächst dazukommen.
Die Geschäfts- und Bereichsleiter Recardo Jackson (links) und Michael Biermann ließen es sich nicht nehmen, zur offiziellen Einweihung des neuen Standortes Görlitz dabei zu sein. Die MSG Systems AG ist hier mit 20 Mitarbeitern gestartet. Noch mindestens 15 weitere Mitarbeiter sollen demnächst dazukommen.

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Görlitz. Recardo Jackson und Michael Biermann sind sehr stolz über den neuen Standort Görlitz. Seit wenigen Tagen agiert die MSG Systems AG auch an der Neiße. Mit 20 Mitarbeitern ist das Unternehmen jetzt in Görlitz in der Melanchthonstraße 19 gestartet. Der Geschäftsbereichsleiter Jackson und der Bereichsleiter Biermann haben gute Erfahrungen gemacht mit Standorten des Unternehmens, die abseits der großen Metropolen liegen.

MSG ist eine unabhängige, international agierende Unternehmensgruppe, die weltweit rund 7 000 Mitarbeiter hat. Hauptsitz ist in Ismaning bei München, wo das Unternehmen 1980 durch den Studenten Hans Zehetmaier gegründet worden ist. Er ist heute Vorstandsvorsitzender. Angeboten werden IT-Lösungen für Branchen wie Automotive, Bankwesen, Lebensmittelbereich, Gesundheitswesen, Telekommunikation, Verkehr, Logistik, öffentliche Einrichtungen und viele andere. Darüber hinaus werden auch Schulungen und Beratungen angeboten sowie Software-Programme entwickelt.

In Görlitz beschäftigen sich die Mitarbeiter bei MSG vor allem mit Software-Tests und der Qualitätssicherung bei IT-Lösungen. Andreas Biermann erklärt: „Unsere Mitarbeiter arbeiten teilweise in Görlitz im Büro, aber auch direkt beim Kunden vor Ort.“ Das bedeutet auch Reisetätigkeit für die Mitarbeiter. In der Unternehmensführung sieht man das durchaus als Belastung für die Mitarbeiter an. „Wir haben das erkannt und versuchen, möglichst viel Ausgleich zu diesen Belastungen zu bieten“, sagt Andreas Biermann. Dazu gehören unter anderem flexible Arbeitszeiten und eine Bezahlung, die über dem Mindestlohn liegt, sagt der Bereichsleiter. Großen Wert legt das mittelständische Unternehmen, das mit 20 nationalen und 24 internationalen Standorten im Vorjahr einen Umsatz von 891 Millionen Euro erreichte, auf ein gesundes Betriebsklima. Dazu gehört, dass man sich bis in die Führungsebene duzt. Im Vorjahr hat MSG das Kulturentwicklungsprogramm „Mensch im Mittelpunkt“ gestartet. „Es ist darauf ausgerichtet, den Mitarbeitern noch mehr Freiräume zu schaffen, ihre Kreativität zu fördern und ihre Talente zu entfesseln“, erklärt Recardo Jackson. So wolle MSG die Arbeitsplätze schon heute auf die Anforderungen von morgen anpassen. Für seine lebensphasenorientierte Personalarbeit ist das Unternehmen im Vorjahr zweimal geehrt worden, darunter mit dem Mittelstandspreis „Bayerns Best 50“. Im Ranking der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen in Deutschland nimmt MSG nach eigener Aussage Platz 7 ein.

Warum das Unternehmen ausgerechnet nach Görlitz kam? „In Chemnitz haben wir bereits eine Niederlassung, die Erfahrungen dort sind sehr gut, sodass wir uns weiter auf dem ostdeutschen IT-Markt umgesehen haben“, erklärt Recardo Jackson. Auf die Neißestadt ist MSG über das Internet gestoßen. Man habe davon gehört, dass es hier bereits etliche IT-Firmen gäbe und verband damit die Hoffnung, hier auch die entsprechenden IT-Fachleute zu finden. Mit der Görlitzer Wirtschaftsförderung hatte das Unternehmen keinen Kontakt, obwohl man wisse, dass andere Firmen der Branche in der Neißestadt viel Unterstützung aus der Stadtverwaltung bekommen haben, erklärt Biermann. „Gewerberäume zu finden, war nicht schwer“, berichtet er weiter. Vier, fünf Objekte habe man sich angesehen und sich dann für den Standort in der Melanchthonstraße 19 entschieden. Die Räume seien sehr gut geeignet, „sie strahlen eine Wohlfühlatmosphäre aus“, meint Biermann. „Und unser MSG-Rot findet sich hier in der Raumgestaltung wieder“, sagt Jackson und freut sich sehr darüber. Die Infrastruktur, darunter die nötigen Internetverbindungen und Serverleistungen, seien am Standort bestens vorhanden. Auch räumliche Erweiterungsmöglichkeiten gibt es. Die werden wahrscheinlich schon bald in Anspruch genommen, denn bis zum Ende des nächsten Jahres will MSG Görlitz um mindestens 15 Mitarbeiter wachsen. Künftig will die Firma auch ausbilden. Neue Mitarbeiter mit entsprechenden IT-Voraussetzungen werden passgenau für die Arbeit bei MSG geschult.

Desktopversion des Artikels