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Donnerstag, 08.11.2018

Neues Baugebiet in Panschwitz wird erschlossen

Der Abwasserzweckverband Am Klosterwasser legte seinen Haushalt für 2019 aus. Man hat einiges vor.

Von Andreas Kirschke

Im Gelände der Kläranlage Höflein hat der AZV eine Photovoltaik-Anlage installiert. Der Verband will Erfahrungen sammeln. Er hofft langfristig auf wirksame Einsparungen.
Im Gelände der Kläranlage Höflein hat der AZV eine Photovoltaik-Anlage installiert. Der Verband will Erfahrungen sammeln. Er hofft langfristig auf wirksame Einsparungen.

© Andreas Kirschke

Panschwitz-Kuckau. Zwischen Mittelweg und Tankstelle soll es entstehen – ein neues Baugebiet für Panschwitz-Kuckau. In Richtung Jauer weist es voraussichtlich 24 Hausanschlüsse für Abwasser auf. „Die Parzellierung ist noch nicht abgeschlossen. Endgültig wird sie durch die Gemeinde vor Ort festgelegt. In Zusammenarbeit mit ihr wollen wir das Baugebiet 2019 bis 2020 erschließen“, unterstreicht Johannes Mickel, Mitarbeiter des Abwasserzweckverbandes Am Klosterwasser (AZV) mit Blick auf den Haushaltsplan 2019 mit dazugehörigem Wirtschaftsplan. Beide Dokumente lagen Ende Oktober bis zum 8. November öffentlich aus. Bürger konnten darin Einsicht nehmen.

Welche Eckdaten weist der Haushaltsplan 2019 vor?

Der AZV rechnet im Erfolgsplan mit 1,671 Millionen Euro Ertrag und 1,663 Millionen Euro Aufwand. Der Liquiditätsplan vermerkt 660 000 Euro Einzahlungen aus laufender Geschäftstätigkeit und 202 000 Euro Auszahlungen aus laufender Geschäftstätigkeit. Unverändert bleibt die Umlage der Gemeinden bei insgesamt 25 000 Euro. Sie dient zur anteiligen Finanzierung nicht gebührenfähiger Kosten. Der AZV rechnet 2019 mit einem Jahresgewinn von 8 510 Euro. Verwendet wird er zur anteiligen nachträglichen Bildung der Rücklage und zur Tilgung des Verlustes.

Welche Schwerpunkte beachtet die Finanzplanung?
Die Planung für 2019 berücksichtigt die fertiggestellten Ortsnetz-Erweiterungen in Burkau und Zerna. Zudem bezieht sie das neue Baugebiet Panschwitz-Kuckau mit ein. „Damit ist die dauerhafte Auslastung der Kläranlagen Ralbitz, Burkau und Höflein gewährleistet“, so der Vorbericht. „Zur Optimierung der Wartung und Betreibung der bestehenden Kläranlagen wurde in der Planung erstmalig ein fünfter Klärwärter berücksichtigt.“ Der AZV stellt ihn 2019 ein. Damit hat der Verband dann neun feste Mitarbeiter, davon vier in der Kernverwaltung.

Wie dringend ist die Einstellung des neuen Klärwärters?
Der fünfte Klärwärter soll die Wartung der Anlagen des Verbandes im Kläranlagen-Betrieb und vor allem im Kanalsystem verbessern. Bislang blieb die Wartung aufgrund fehlender Personalkapazitäten oft liegen. „Mit der Einstellung des fünften Klärwärters wird eingeschätzt, dass Unterhaltungsaufwand und Abwasserabgabe durch vorbeugende Wartung ab 2019 konstant bleiben“, so der Vorbericht. Mit dem neuen Klärwärter wird zum einen die Betreibung der Kläranlagen gesichert. Zum anderen begegnet der AZV damit altersbedingten Risiken und kann angefallene Überstunden ausgleichen. Der Personalaufwand insgesamt liegt 2019 bei rund 540 000 Euro, davon sind 444 000 Euro Löhne und Gehälter sowie 96 000 Euro soziale Abgaben.

Plant der AZV 2019 auch wieder mit einigen Risiken?
Haupt-Risiken sind der variierende Trocken-Substanz-Gehalt des abgegebenen Klärschlamms und die weiter verschärften Grenzwerte der Klärschlamm-Verordnung. Der Verband plant den Kauf einer neuen Presse. „Davon versprechen wir uns, höhere Trockensubstanz-Werte zu erzielen“, sagt Johannes Mickel. „Je höher der Trocken-Substanz-Gehalt ist, umso höher ist die Garantie für uns, den Klärschlamm auf Kompostier-Anlagen abgenommen zu bekommen.“ 30 000 Euro sieht der Haushaltsplan für die neue Klärschlamm-Presse vor. Der AZV finanziert sie durch einen Kredit.

Was hat es überhaupt mit der Photovoltaik auf sich?
Derzeit ist in der Kläranlage Höflein eine Photovoltaik-Anlage installiert. Der Verband hat sie von einem Burkauer Solar-Anbieter gemietet. „Wir wollen Erfahrungen sammeln. Es geht langfristig um Energieeinsparungen“, erläutert Johannes Mickel. „Wir rechnen damit, dass wir jährlich rund 5 000 bis 6 000 Euro einsparen.“ Wenn sich in der Kläranlage die Photovoltaik-Anlage bewährt, will der Verband in anderen Kläranlagen wie in Burkau und in Ralbitz Photovoltaik-Anlagen installieren lassen. 2019 sieht der Haushalt zum Thema 100 000 Euro vor. Bei Bedarf sollen sie durch Kreditaufnahme bereitgestellt werden.

Und welche Bauvorhaben plant der Verband?
Wichtigste Maßnahme ist die Erschließung des Baugebietes Panschwitz-Kuckau. Dafür sieht der Haushalt 83 000 Euro vor. Gedeckt sind sie durch 27 000 Euro Beiträge und 56 000 Euro Kredite. 2020 sollen 57 000 Euro für die Erschließung des Baugebietes Panschwitz-Kuckau fließen. Gedeckt werden sie vollständig durch Kreditaufnahme.

Wie entwickeln sich die Gebühren?
Laut Beschluss der Verbandsversammlung im Juni steigt die Grundgebühr ab 2019 von acht Euro auf neun Euro pro Wohnungseinheit (SZ berichtete). Die bisher gültige Mengengebühr von 3,90 Euro pro Kubikmeter Abwasser bleibt bestehen. Ab dem Wirtschaftsjahr 2020 ist mit einer Gebühren-Steigerung zu rechnen.

Wie baut der Verband weiter seine Schulden ab?
Jährlich tilgt man 125 000 Euro Schulden. Eine Sondertilgung von 700 000 Euro ist im Wirtschaftsjahr 2021 / 2022 geplant. „Der Kassenkredit in konstanter Höhe von 100 000 Euro ist eingeplant. Insgesamt ist einzuschätzen, dass die Planung der Wirtschaftsjahre 2019 bis 2022 keine Liquiditätsprobleme zu verzeichnen hat“, so der AZV-Vorsitzende Sebastian Hein und der Geschäftsführer Hans-Jochen Schöne. Offen ist, wann der Haushaltsplan 2018 beschlossen wird.

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