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Montag, 20.08.2018

Neuer Trainer in Bischofswerda

Sebastian Hartmann hat den Radeberger SV verlassen und coacht nun die VfB-Frauen. Die sind auf einem guten Stand.

Sebastian Hartmann hatte in Radeberg im Oktober 2013 als Trainer die Nachfolge von Falk Seifert angetreten. Nun ist er zum Sachsenliga-Absteiger VfB 1999 Bischofswerda gewechselt. Foto: Christian Kluge
Sebastian Hartmann hatte in Radeberg im Oktober 2013 als Trainer die Nachfolge von Falk Seifert angetreten. Nun ist er zum Sachsenliga-Absteiger VfB 1999 Bischofswerda gewechselt. Foto: Christian Kluge

© Christian Kluge

Handball. Auf ein recht erfolgreiches Wochenende können die Handballerinnen vom VfB 1999 Bischofswerda zurückblicken. Sie waren im Wesenitzsportpark Gastgeber für ein Turnier mit dem Sachsenligisten HC Rödertal II und Oberliga-Aufsteiger HSG Rückmarsdorf. Da Sachsenmeister HSG Neudorf/Döbeln kurzfristig absagen musste, traten die drei Teams in je einem Hin- und Rückspiel gegeneinander an.

Gegen die HCR-Reserve gewann der VfB zunächst knapp mit 18:17, während das Rückspiel unentschieden (16:16) endete. Das ersatzgeschwächte Team aus Rückmarsdorf kassierte gegen Bischofswerda zwei klare Niederlagen (13:18 und 11:16) und konnte nur gegen den HC Rödertal II ein 12:12-Unentschieden erreichen, nachdem das Hinspiel mit 23:13 an die Rödertalbienen gegangen war. Die SZ sprach nach dem Turnier mit dem neuen VfB-Trainer Sebastian Hartmann zur aktuellen Lage.

Herr Hartmann, was sagen Sie zu den guten Resultaten des Wochenendes?

Die Ergebnisse sind nicht überzubewerten, da von allen viel getestet wurde. Dennoch waren viele gelungene Aktionen meiner Mannschaft zu sehen, die mich positiv stimmen. Die Absprachen funktionieren besser und im Angriff ist phasenweise ein guter Spielfluss zu erkennen. Insgesamt sind wir auf einem guten Stand. Nächsten Sonntag ist mit Plauen Oberlosa im Sachsenpokal ein starker Gegner zu Gast.

Sie sind als Trainer vom Oberliga-Absteiger Radeberger SV zum Sachsenliga-Absteiger VfB 1999 Bischofswerda gewechselt. Warum dieser Schritt?

Nachdem bereits zu Saisonbeginn zuvor getätigte Absprachen nicht eingehalten wurden, gab es seitens des Vorstandes des RSV Entscheidungen, mit denen ich als Trainer nicht hätte arbeiten können. Vorrangig ging es dabei um Trainingseinheiten in der Vorbereitungszeit. Mein und auch das Bestreben der Mannschaft, weiterhin erfolgreichen Frauenhandball beim RSV zu spielen, blieb ohne Beachtung. Letztlich blieb mir dann keine andere Möglichkeit, als diesen konsequenten Schritt zu gehen. Nach fünf sehr erfolgreichen Jahren war das keine leichte Entscheidung. Umso mehr freut es mich, dass einige Spielerinnen ebenfalls den Weg zum VfB gewählt haben. Alle anderen Spielerinnen der letzten Saison haben den RSV ebenfalls verlassen. Beispielsweise die A-Jugendlichen, die nun beim HC Rödertal eine erfolgreiche Saison in der Bundesliga und im Juniorteam spielen wollen. Nach den bisherigen Wochen der Vorbereitung war der Schritt zum VfB ligatechnisch zwar zunächst ein Schritt zurück, insgesamt aber ein Schritt nach vorn. Bischofswerda hat ein engagiertes und motiviertes Team.

Was ist das Bischofswerdaer Ziel in der Ost-Staffel der Verbandsliga?

Der Blick ist ganz klar nach vorn gerichtet. Allerdings haben auch andere Teams anspruchsvolle Ziele, womit wir jedes Spiel mit der notwendigen Seriosität angehen müssen. Ich erwarte eine spannende Saison, in der jeder Ausrutscher bitter bestraft werden kann. Das Potenzial für eine erfolgreiche Saison ist ganz klar gegeben. Schenken wird uns aber kein Gegner etwas.

Wie viele neue Spielerinnen sind im VfB-Team und wie viele haben den Verein verlassen?

Bisher sind sechs Spielerinnen hinzugestoßen. Aufgrund von Schwangerschaft, Verletzungen aus der abgelaufenen Saison sowie von längeren Auslandsaufenthalten stehen jedoch auch sechs Spielerinnen längere Zeit nicht zur Verfügung.

Wer sind die Neuen und woher kommen sie?

Aus Radeberg sind Doreen Zerbst, Claudia Nauendorf und Luise Lösche nach Bischofswerda gewechselt. Vom USV TU Dresden kommt Heidi Hennig, aus Sohland Johanna Richter und vom SC Hoyerswerda trägt Natascha Will wieder die Farben des VfB.

Wer sind Ihre Favoriten auf den Meistertitel?

Neben der SG Klotzsche und dem HC Elbflorenz – die bereits in der abgelaufenen Saison Platz zwei und drei belegten – wird mit den zwei weiteren Absteigern aus der Sachsenliga zu rechnen sein. Insbesondere Neustadt wird ein großer Konkurrent um den Staffelsieg sein.

Wie ist die Vorbereitung gelaufen?

Bis Anfang Juli wurden drei Einheiten für die altbekannten Schwerpunkte in der Vorbereitung genutzt. Mitte der Ferien wurden zwei Wochen pausiert, um im Anschluss den Schwerpunkt auf die Taktik und den Umgang mit dem Ball zu legen. Beim Trainingslager Anfang August hat mich die Mannschaft mit ihrem Trainingseifer begeistert und wir haben insbesondere taktisch wichtige Grundlagen gelegt.

Hat sich intern im Verein etwas verändert? Gibt es neue Teams oder weniger Mannschaften?

Ganz besonders freut mich die Wahrnehmung der zweiten Frauenmannschaft in der Ostsachsenliga. Eine Männermannschaft, die abgelaufene Saison mit Pulsnitz eine Spielgemeinschaft bildete, wird es hingegen nicht mehr geben. Die männliche Jugend spielt mit der B und D-Jugend im Bezirk, die E-Jugend im Spielkreis. Im weiblichen Bereich ist eine B- und C-Jugend in Ostsachen gemeldet. Zudem gibt es eine gemischte Mannschaft bei den Minis.

Wie schätzen Sie die lokale Konkurrenz ein? Also den HC Rödertal III, Koweg Görlitz II und den TBSV Neugersdorf?

Der HC Rödertal kann in der Saison sicher für die ein oder andere Überraschung sorgen, sind doch viele Spielerinnen mit höherer Ligaerfahrung im Team. Koweg hat wohl noch mit größeren Besetzungsproblemen zu kämpfen. Sollte die Situation so bleiben, werden sie eine schwere Saison vor sich haben. Neugersdorf hat in der abgelaufenen Saison mit Platz sieben positiv überrascht und wird in seiner wachsfreien Halle die Gegner vor Probleme stellen.

Interview: Christian Kluge