• Einstellungen
Dienstag, 19.06.2018

Neuer Elbtunnel nach Kaditz fertig

Ab Jahresende fließt Abwasser aus dem Raum Wilsdruff unter dem Fluss zum Klärwerk. Für die Überleitung werden zehn Millionen Euro investiert.

Von Peter Hilbert

Das Foto aus dem Jahr 2016 zeigt die Abwasserleitung, bevor sie unter der Elbe verlegt wurde.
Das Foto aus dem Jahr 2016 zeigt die Abwasserleitung, bevor sie unter der Elbe verlegt wurde.

© Archivbild: Peter Hilbert

Dresdens sechster Abwassertunnel unter der Elbe ist fertig. Anfang Juni hatten die Spezialisten der Firma Beermann Bohrtechnik die letzten Arbeiten an der Röhre direkt neben der Kemnitzer A 4-Brücke beendet und die Baustelle beräumt, teilt Investitionschef Torsten Seiler von der Stadtentwässerung Dresden mit. Die Orte des Wilsdruffer Abwasser-Zweckverbands „Wilde Sau“ werden künftig ans Klärwerk Kaditz angeschlossen. Dafür wird eine insgesamt zwölf Kilometer lange Druckleitung von der Kläranlage Klipphausen nach Kaditz gebaut. Auf zehn Kilometern sind die Rohre bereits verlegt.

Im März war der 330 Meter lange Rohrtunnel unter dem Flussgrund gebohrt worden, teilweise durch harten Fels. In der Fachsprache wird er als Düker bezeichnet. Das kommt aus dem Holländischen und heißt Taucher. Die Arbeiten sollten zwar bereits im Februar beginnen. Doch der starke Frost hatte den Zeitplan durchkreuzt. Die Bohranlage war vereist. Im März konnte begonnen werden. Zuerst wurde das Loch unterm Elbgrund gebohrt und später aufgeweitet. Danach wurde das Rohr in den Düker eingezogen. Durch zügige Arbeit konnten die Spezialisten den geplanten Endtermin Anfang Juni halten. Mittlerweile arbeiten die Männer von Beermann Bohrtechnik schon auf der Nordseeinsel Norderney, berichtet Niederlassungsleiter Henry Stuke. Dort bohren sie unter dem Nordseegrund, um Elektroanschlüsse für Windkraftanlagen herstellen zu können.

Für den Zweckverband „Wilde Sau“ ist die Überleitung nach Kaditz kostengünstiger, da die eigene Anlage nicht saniert werden muss und später außer Betrieb gehen kann. Deshalb investiert er rund zehn Millionen Euro dafür, davon rund 1,4 Millionen Euro für den neuen Dresdner Abwassertunnel. Ab Ende Oktober soll der Probebetrieb der Überleitung beginnen.

Desktopversion des Artikels