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Samstag, 15.09.2018

Neue Hoffnung für Dieselfahrer

Etlichen Diesel-Fahrern drohen in immer mehr Städten Fahrverbote. Nun sollen die älteren Autos noch einmal sauberer werden – aber wie?

Von Teresa Dapp

© dpa/Franziska Kraufmann

Berlin. Im Kampf gegen Luftverschmutzung und Fahrverbote will die Bundesregierung ältere Dieselautos über die laufenden Software-Updates hinaus nachbessern lassen. „Wir werden uns technische Gedanken machen, wie wir bestehende Fahrzeuge noch sauberer bekommen“, kündigte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Freitag an. Weitere Details dazu nannte er jedoch noch nicht. Außerdem will der Bund über neue Anreize für Besitzer älterer Diesel nachdenken, damit diese auf neue und sauberere Modelle umsteigen.

Seit Monaten ist umstritten, ob die Abgasreinigung älterer Diesel nicht nur über die Motor-Software, sondern auch durch Umbauten direkt an Motor und Abgasanlage nachgerüstet werden soll. Im Sender n-tv merkte Scheuer an, dass die Hardware-Nachrüstung bei älteren Dieseln der Abgasnorm Euro 4 nicht möglich sei. „Aber bei Euro 5 kann man das ins Auge fassen“, sagte er. Im Bayerischen Rundfunk sagte Scheuer, vor allem gehe es um „schlaue Modelle zum Umstieg in neue Fahrzeuge“. Ziel sei es, dass neue Autos in den Städten für weniger Luftbelastung sorgen „und nicht investiert wird in alte Wagen“. Hintergrund der Debatte ist, dass in vielen Städten Fahrverbote für Dieselwagen drohen, weil die Luft zu stark mit gesundheitsschädlichen Stickoxiden belastet ist. Auf die Diesel-Affäre um überhöhte Abgaswerte hatten viele Autobauer mit „Umstiegsprämien“ reagiert für Kunden, die einen älteren Diesel gegen ein neueres Modell eintauschen wollten. Zudem laufen Software-Updates bei 6,3 Millionen Pkw, davon sind 3,2 Millionen abgearbeitet.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte sich dafür ausgesprochen, Hardware-Nachrüstungen auf Kosten der Autobauer schnell anzugehen. Scheuer war bisher dagegen. Das neue Konzept soll in den kommenden Tagen erarbeitet werden. „Das gibt all denen Hoffnung, die sich saubere Luft in den Städten wünschen, und allen, die ohne eigenes Verschulden Fahrverbote fürchten müssen“, sagte Schulze. „Technische Nachrüstungen sind der gerechteste Ausweg aus der Diesel-Krise. Ich will keine Lösung auf Kosten der Steuerzahler“, betonte sie. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte eine Entscheidung im September angekündigt. Der politische Druck steigt, denn auch in Frankfurt am Main droht nach einem Gerichtsurteil ein Fahrverbot für ältere Diesel. In Stuttgart soll es zum Jahreswechsel Fahrverbote geben.

Im Gespräch war bisher, nicht flächendeckend nachzurüsten, sondern nur in denjenigen Städten, die direkt von Fahrverboten betroffen sind. Ob die Autobauer zu den technischen Nachrüstungen verpflichtet werden können, ist umstritten. Denkbar wäre aus Sicht mancher Beobachter auch, dass Industrie und Steuerzahler die Kosten gemeinsam tragen. (dpa)

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