• Einstellungen
Montag, 11.06.2018

Mountainbiker besteht ungewöhnlichen Härtetest

Von Reiner Seifert

Mit 54 Jahren noch „fit wie ein Turnschuh“. Der Strahwalder Michael Haza weiß nicht nur, wie man Fahrräder verkauft.Foto: Thomas Eichler
Mit 54 Jahren noch „fit wie ein Turnschuh“. Der Strahwalder Michael Haza weiß nicht nur, wie man Fahrräder verkauft. Foto: Thomas Eichler

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Die 280 Kilometer und 10 586 Höhenmeter der Beskidy-MTB-Trophy im Dreiländer-eck Polen-Tschechien-Slowakai noch in den Beinen, startete Michael Haza nur secchs Tage später beim tschechischen Malevil Cup über 100 Kilometer. „Obwohl ich die Westbeskiden noch etwas spürte, gelang mir eines meiner besten Malevil-Ergebnisse“, freute sich Haza, der bereits mit 16 Starts in den Ergebnislisten steht. Sein zehntes 100-Kilometer-Rennen beendete der 54-jährige Strahwalder als 120. (393 Finisher) und Fünfter der Altersklasse M+50 (58 Finisher) in 5:08:15 Stunden. „Bei aller Schinderei und trotz des schwülen, unangenehmen Wetters, der Blick für die Landschaft ging dabei nicht verloren. In erster Linie muss mir das Rennen Freude bereiten. Und das war auch diesmal so“, erzählte Haza, der übrigens sowohl die 35 Kilometer lange Fahrt zum Wettkampfort als auch die Rückfahrt nach Strahwalde mit dem Mountainbike zurücklegte.

Michael Haza ist seit mehr als 35 Jahren mit dem Rennrad oder Mountainbike unterwegs. 1997 machte der gelernte Traktorenschlosser sein Hobby zum Beruf, betreibt seit nunmehr 21 Jahren einen Fahrradladen in Strahwalde, repariert und verkauft Fahrräder aller Art und wird von Freizeitradlern wie leistungsorientierten Rennfahrern gleichermaßen als Experte geschätzt. Neben der eigenen aktiven Betätigung, der Teilnahme an Mountainbike-Rennen und dem zweimaligen Training in der Woche mit dem Rennrad oder Mountainbike, organisiert Haza auch drei, vier Radtouren im Jahr. Die führen zwischen 60 und 100 Kilometer in landschaftlich reizvolle, nicht unbedingt bekannte Gegenden der Oberlausitz oder auch zum tschechischen Nachbarn.

Für den Mountainbiker Haza gehören neben dem Malevil-Cup zum Beispiel die Teilnahme am Oberlausitzer MTB-Marathon, dem Bluestone-Bergzeitfahren oder die O-See Challenge zum jährlichen Wettkampfprogramm. Seine bisher größte sportliche Herausforderung war die 420 Kilometer lange MTB-Tour rund um das Matterhorn. Dabei mussten 19 000 Höhenmeter überwunden und der 3 899 Meter hohe Gobba di Rollin überquert werden.

Das auf tschechischer und deutscher Seite des Zittauer Gebirges ausgetragene internationale MTB-Rennen „Malevil Cup“ fand auch bei seiner 19. Auflage eine breite Resonanz. Der Wettkampf zählt zur UCI– Marathon–World–Series und ist Bestandteil des Bike24 MarathonMan Europe. Insgesamt 1 202 Mountainbiker und 41 Zweierteams aus 16 Ländern gingen über 100 , 65, 45 und 25 Kilometer an den Start, darunter auch 41 Aktive aus dem Landkreis Görlitz. Den langen Kanten über 100 Kilometer (2 020 Höhenmeter), davon rund 30 Kilometer auf deutscher Seite des Zittauer Gebirges, nahmen 393 Elite-, Lizenz- und ambitionierte Hobbyfahrer in Angriff. Zu den 88 Akteuren, die unter 4:45 Stunden blieben gehörten Thomas Heinze (55./4:31:34 h), Manuel Stein vom DAV Zittau (75./4:41:52 h) und der Jonsdorfer Sebastian Klausch (84./4:44:46 h). Den Sieg sicherte sich der 37-jährige Tscheche Kristian Hynek in 3:43:02 Stunden. Vorjahressieger Johnny Cataneo aus Itlaien kam als Neunter ins Ziel.

Über 65 Kilometer (1 440 Höhenmeter) blieben der tschechische Sieger Josef Jelinek und weitere 18 Fahrer unter der Drei-Stunden-Marke. Der 18-jährige Erik Bormann (TSV Großschönau) kam als einer der jüngsten der 294 Starter knapp drei Minuten nach dem Sieger als 39. ins Ziel. Sein 24 Jahre älterer Vereinskamerad René Dutschke wurde 42. In der mit 21 Athletinnen besetzten Frauenkonkurrenz erkämpfte die aktuelle deutsche Meisterin im Crosstriathlon, die Großschönauerin Maria Döring, einen hervorragenden zweiten Platz.

Loreen Schiffner (Bertsdorfer SV) belegte über 45 Kilometer wie schon im Vorjahr den dritten Platz. Die 38-jährige Bertsdorferin fuhr in 2:20:36 Stunden hinter zwei zehn und 14 Jahre jüngeren Tschechinnen über die Ziellinie. Für einen Spitzenplatz sorgte auch ihre junge Vereinskameradin Alexandra Hoffmann, die über 25 Kilometer nur zwei 28 und 18 Jahre älteren Tschechinnen den Vortritt ließ. Die 15-jährige Leonie Bormann (TSV Großschönau) wurde Neunte .

Neben Michael Haza bestritten weitere einheimische Mountainbiker innerhalb einer Woche internationale MTB-Rennen. Beim „MarathonMan Europe“. Jörg Schulze (DAV Zittau) startete über 100 Kilometer und wurde Zehnter in der AK M60. Die 70 -Kilometer-Strecke meisterten Lutz Hamann als Fünfter und Henry Muck als Neunter in der AK M50-59 (95 Finisher). Über 45 Kilometer belegten Sebastian Klausch den zehnten und Alexander Krampe den 39. Platz in der AK M-39 (305 Finisher) sowie Ilona Tietze in der AK W40-49 (45 Finisher) den elften Platz.

Einige AK-Ergebnisse

100 km, M19-39 (121): 13. Thomas Heinze, 19. Manuel Stein (DAV), 24. Sebastian Klausch (BSV), W40 und älter: 6. Ilona Tietze (DAV), 65 km, M19-39 (134): 30. Erik Bormann, M40-49 (107): 10. René Dutschke, M50-59 (42): 13. Henry Muck. W19-39 (12): 1. Maria Döring (alle TSV).

45 km, M19 und älter (185): 13. Lutz Hamann (BSV), 23. Karsten Fritsche, 24. Alexander Krampe (BSV).

25 km, M15/16 (24): 7. Hannes Hoffmann (BSV), 9. Louis Loof (O-See), Juniorinnen (11): 1. Alexandra Hoffmann (BSV); 6. Leonie Bormann (TSV)

(BSV=Bertsdorfer SV, TSV=TSV Großschönau)