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Freitag, 12.10.2018

Monsterroller nehmen Fahrt auf

Von Ingolf Reinsch

Der Neukircher Sven Sutter gehört zum Team des jungen Unternehmens Monsterroller Oberlausitz. Bei ihm kann man nicht nur die dick bereiften Roller, sondern auch E-Bikes ausleihen.  Foto: Steffen Unger
Der Neukircher Sven Sutter gehört zum Team des jungen Unternehmens Monsterroller Oberlausitz. Bei ihm kann man nicht nur die dick bereiften Roller, sondern auch E-Bikes ausleihen. Foto: Steffen Unger

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Noch bis Ende Oktober kann man den Valtenberg auf Monsterrollern hinabsausen. Gerade jetzt im Herbst, wenn die Laubfärbung einsetzt, ist das ein besonderes Erlebnis, sagt Thomas Luft, Chef des Unternehmens Monsterroller Oberlausitz mit Sitz in Neukirch. 35 der grünen, dick bereiften Roller stehen für den Freizeitspaß zur Verfügung.

Seit Mai wird der Trendsport am Hausberg der Neukircher angeboten. Mehr als 1 000 Abfahrten wurden seitdem gebucht – von Familien, Einzelpersonen, aber auch sehr häufig im Rahmen von Firmenevents. „Für das Jahr 2019 gibt es bereits Reservierungen“, sagt Thomas Luft. Ein Großteil der Gäste kommt aus dem Dresdner Raum sowie aus Zittau, Görlitz, Bautzen und Umgebung. Aus drei Abfahrtsstrecken kann man wählen – die beliebteste ist die dreieinhalb Kilometer lange Route zum Bahnhof Neukirch-West, wohl auch auf Grund der sportlichen Herausforderungen. Die erste erwartet die Fahrer bereits nach rund 800 Metern. Auf engen und wurzeldurchzogenen Passagen können sie ihr Geschick beweisen. Wenn das gemeistert ist, werden sie mit einer herrlichen Abfahrt auf breiten Schotterwegen belohnt. Im weiteren Verlauf gibt es noch einmal Action: in einer Steilkurve und auf einer Abfahrt mit 19 Prozent Gefälle. Entspannt geht es dann vorbei am Neukircher Sägewerk das letzte Stück bis ans Ziel.

Erst Rad fahren, dann töpfern

Neben Monsterroller-Abfahrten bietet das Team um Thomas Luft auch einen E-Bike-Verleih am Neukircher Georgenbad an. Beides soll beitragen, den Tourismus in Neukirch und im Oberland zu beleben. So gibt es bereits erste Schritte, um mit Kooperationspartnern Pakete zu schnüren, die Besuchern der Region mehrere Leistungen aus einer Hand bieten. Dazu gehört das Angebot „Töppel & Bike“, das Gruppen seit diesem Jahr buchen können. Sie erkunden einen halben Tag lang auf dem E-Bike und mit einem Guide Neukirch und seine Umgebung. Danach wird zweieinhalb Stunden bei Lehmanns getöpfert, wo sich jeder einen Topf gestalten kann. „Wir wollen ab 2019 diesen Aktivtag auch Einzelbuchern anbieten“, sagt Thomas Luft. Statt eines Guides bekommen sie eine detaillierte Streckenbeschreibung in die Hand.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus Neukirch sollen die Angebote für Schulklassen und weitere Jugendgruppen ausgebaut werden. Die Idee: Die rund fünf Kilometer lange Wanderung von Neukirch auf den Valtenberggipfel wird „gespickt“ mit besonderen Erlebnissen, wie zum Beispiel Geocaching oder Bogenschießen. Das macht den Weg für junge Leute interessant. Talabwärts geht es dann auf den Monsterrollern. „Das bringt beiden Partnern etwas: Wir haben Gäste für unsere Rollerabfahrten, und das Jugendhaus hat Übernachtungsgäste in seiner Wichtelpension“, sagt Thomas Luft. Darüber hinaus gibt es bereits eine Zusammenarbeit mit mehreren Hotels der Region, die ebenfalls ausgebaut werden soll.

Zu den drei bestehenden Rollerrouten soll künftig eine weitere, eine „Überraschungstour“, hinzukommen, die zwei Routen miteinander kombiniert. Außerdem denke man darüber nach, wie die Crew von Monsterroller Oberlausitz in Zukunft auch Angebote im Winter offerieren kann, sagt Thomas Luft, der aus Neukirch stammt und jetzt in Dresden ein Unternehmen besitzt. In Neukirch beschäftigt er zwei feste Mitarbeiter: Marika Barber mit unbefristetem Vertrag (die in den Wintermonaten die neuen touristischen Angebote vorbereiten wird), und Sven Sutter, der nach der Saison in sein eigenes Geschäft, den gleichnamigen Ski-Service, wechselt.

Die Idee mit den Monsterrollern war ein Wagnis, zumal Thomas Luft viel Geld investierte, als er auf Franchise-Basis Partner des ersten sächsischen Anbieters dieses Sports in Oberwiesenthal wurde. Neukirchs Bürgermeister Jens Zeiler fuhr dort selbst den Fichtelberg hinab und war begeistert. Im Bestreben, auch am Valtenberg diese Rollerabfahrten zu etablieren, suchte er einen Partner – und fand ihn in dem Ex-Neukircher, der sein Engagement in der Oberlandgemeinde langfristig plant. Mit dem Start in diesem Jahr sei er zufrieden, zumal die Entwicklung seit Mai einen positiven Trend aufweist, sagt Thomas Luft.

Für die Gemeinde Neukirch sind die Rollerabfahrten ein Schritt, den Valtenberg als Wahrzeichen der Gemeinde touristisch mehr zu beleben. Weiteres soll folgen. An Ideen jedenfalls mangelt es den Neukirchern nicht.