• Einstellungen
Freitag, 21.09.2018

Monarchs-Trainer: „Wir sind die bessere Mannschaft“

Vor dem Play-off-Viertelfinale daheim gegen die Allgäu Comets holt sich Ulrich Däuber auch Rat bei der Konkurrenz ein.

Von Alexander Hiller

1

Mitchel Paige (r.) könnte am Samstag den Unterschied ausmachen. Der US-Boy erzielte bisher die meisten Touchdowns der GFL – 26.
Mitchel Paige (r.) könnte am Samstag den Unterschied ausmachen. Der US-Boy erzielte bisher die meisten Touchdowns der GFL – 26.

© Robert Michael

Es ist für die Dresden Monarchs nichts Neues. Außergewöhnlich bleibt der Vorgang dennoch. Zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte haben die Footballer aus Sachsen im Play-off-Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft Heimrecht. Das verdient man sich in der German Football League (GFL) damit, dass man die Normalrunde auf Rang eins oder zwei der betreffenden Staffel im zweigleisigen Oberhaus abschließt.

Das haben die Elbestädter in dieser Spielzeit nach 2013 und 2015 zum dritten Mal erreicht, jeweils als Zweiter hinter Braunschweig. Geschichte wiederholt sich also doch. Dann wäre ein Einzug der Dresdner ins Halbfinale am Sonnabend ab 15 Uhr im Heinz-Steyer-Stadion auch ausgemachte Sache. Die Monarchs setzten sich bei ihren zwei Heimviertelfinals jeweils souverän durch. Vor zwei Jahren mit 55:16 gegen die Stuttgart Scorpions, noch einmal zwei Spielzeiten davor mit 59:14 gegen die Munich Cowboys.

Nun trifft das Team von Trainer Ulrich Däuber erstmals auf die Allgäu Comets. Die Mannschaft aus Kempten ist in der Südstaffel mit 16:12 Punkten Dritter geworden – hinter den übermächtigen Teams von Titelverteidiger Schwäbisch Hall (28:0) und Frankfurt Universe (20:4). Die durchwachsene Statistik des nächsten Kontrahenten ist freilich nichts, was den in dieser Saison bärenstarken Dresdnern Furcht einflößen müsste. „Natürlich haben wir Respekt wie vor jedem anderen Gegner auch“, sagt Ulrich Däuber.

Allerdings hält der 47-Jährige sein Team für das stärkere. „Wir sind die bessere Mannschaft“, sagt er, „aber das müssen wir am Samstag auch wieder beweisen.“ Von einem Selbstläufer will der Würzburger nichts wissen. Aber er glaubt seine Männer bestens vorbereitet auf die neue Herausforderung. Stundenlang hat Däuber mit seinem Trainerstab Videomaterial gesichtet und analysiert und sich bei einigen Trainern von anderen Teams der Südstaffel noch einige persönliche Erkundigungen eingeholt. Die bewegten Bilder und andere Meinungen haben zu der Erkenntnis geführt, „dass die Offense-Reihe der Allgäu Comets sehr stark ist. Die sollten und werden wir keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen“, unterstreicht Ulrich Däuber.

„Die Abwehr ist dafür eher Durchschnitt, die werden es schwer gegen unsere Offense haben, wenn wir unseren Job richtig erledigen“, betont der Monarchs-Trainer. Damit sein Team am Sonnabend volle Pulle gehen kann, hat er die Trainingsintensität in den letzten zwei Wochen sogar ein bisschen nach unten geschraubt. Das Zwischenergebnis in den bisherigen Einheiten bestätigt ihn in seinem Kurs. „Die zwei Wochen seit unserem letzten Normalrundenspiel waren vielleicht etwas lang. Aber alle sind im Training mit Begeisterung bei der Sache. Und das, obwohl wir für unsere Automatismen viele Sachen gleich machen, was von außen auch mal ein bisschen langweilig wirken kann“, sagt er.

Der Footballlehrer sieht auch deshalb nicht den geringsten Anlass, im Vorfeld der ersten K.-o.-Partie der Saison an den jetzt eingeschliffenen Mechanismen etwas zu ändern. Drei Stunden vor Spielbeginn treffen sich die Dresdner in der Kabine. „Jeder zieht sein individuelles Prozedere durch“, erklärt Co-Trainer Stantke. Dazu gehört die Präparation der Hand- und Fußgelenke mit Tapeverband und das Anlegen der Ausrüstung, die pro Spieler etwa acht Kilogramm wiegt. Währendessen läuft im Hintergrund „fette Musik für jeden Geschmack“, wenn Heavy Metal und Rap jedermanns Geschmack sind. Dann geht’s auf die Massagebank. Einige Spieler essen noch eine Kleinigkeit. Das wurde in dieser Saison bereits in sieben Heimspielen so praktiziert, das wird auch am Sonnabend so laufen.

„Wir wollen ja noch drei Spiele spielen, das Saisonziel ist noch nicht erreicht“, stellt Ulrich Däuber fest. Noch drei Spiele hieße: Die Monarchs erreichen zum zweiten Mal nach 2013 das Endspiel um die deutsche Meisterschaft, den sogenannten German Bowl. „Wir haben im bisherigen Saisonverlauf gezeigt, dass wir mit den Topmannschaften der Liga mitspielen können. Deshalb sehen wir uns für den Sonnabend in der Favoritenrolle – und nehmen die gern an. Die Mannschaft kann mit dem Druck umgehen“, sagt der Trainer.

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

Alle Kommentare anzeigen

  1. Marc Brossmann

    Es ist fast amüsant, wie Herr Hiller - der in den letzten Jahren mit, naja, überschaubarem Footballverstand über die Monarchs berichtet, aber vermutlich gilt er damit in der Sportredaktion der Lokalpresse als Koryphäe - immer wieder über den hiesigen Football schreibt, als handele es sich um eine höchst wunderliche Kuriosität, die von seltsamen waldschratähnliche gesellschaftlichen Sonderlingen ausgeübt und verfolgt wird. Allerdings ist Dresden hier seit Jahren regelmäßig ein zumindest erweiterter Titelanwärter. Anders als andere Teams, über die doch sehr unverhältnismäßig ausgiebig, was den sportlichen Wert betrifft, berichtet wird. Überhaupt haben es Teams dieser Stadt, die regelmäßig um Meisterschaftstitel mitspielen - wie eben die Monarchs oder die Volleyballdamen des DSC - verdient, dass man über sie nicht nur ausführlicher, sondern auch kenntnisreicher berichtet. Möge der Postseason run der Monarchs bis in den "sogenannten" German Bowl gehen.

Alle Kommentare anzeigen

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.