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Montag, 13.08.2018

Mit Handicap beim KnappenMan

Steve Martin aus Hainichen startet zum Triathlon am Dreiweiberner See mit Handbike und Renn-Rolli.

Von Hagen Linke

Vor einigen Tagen hat Steve Martin mit seiner Partnerin und Wettkampfhelferin Liesa Leifer die Strecken des KnappenMan getestet. Der Paratriathlet war begeistert. Foto: Jana Wersch
Vor einigen Tagen hat Steve Martin mit seiner Partnerin und Wettkampfhelferin Liesa Leifer die Strecken des KnappenMan getestet. Der Paratriathlet war begeistert. Foto: Jana Wersch

Wenn sich zum KnappenMan Ende des Monats Hunderte Triathleten siam Dreiweiberner See einfinden, wird ein Mann sicher besonders auffallen. Unfreiwillig. Paratriathlet Steve Martin ist nach einem Motorradunfall vor zwölf Jahren ab dem 8. Brustwirbel querschnittsgelähmt. Und doch kann der 30-Jährige aus Hainichen am Wettkampfsamstag die Schwimm-, Rad- und Laufstrecke in Angriff nehmen. Zum Schwimmen startet er sitzend aus dem Wasser, die Raddisziplin absolviert er mit dem Handbike und die Laufstrecke legt er mit seinem neuen Rennrolli zurück. Steve Martin ist seit vier Jahren Triathlet. Er startet für den Brandenburgischer Präventions- und Rehabilitationssportverein mit Sitz in Cottbus. In den vergangenen zwei Jahren ist der Handicap-Sportler am Dreiweiberner See bereits auf der olympischen Distanz an den Start gegangen, wobei 1,5 km im Wasser, 40 km auf dem Rad und abschließend zehn Kilometer auf der Laufstrecke zu absolvieren sind. In diesem Jahr startet er erstmalig auf der Mitteldistanz, die am Samstag um 11 Uhr beginnt. Da sind die Strecken deutlich länger (1,9 km/90 km/21 km).

Vor einigen Tagen hat sich Steve Martin mit seiner Partnerin und Wettkampfhelferin Liesa Leifer von Harald Skopi, dem sportlichen Leiter des KnappenMan, die Radstrecke und die Laufrunde zeigen lassen. „Ein so tolles Radwegenetz habe ich zu Hause nicht zur Verfügung“, freut sich der 30-Jährige, der beim KnappenMan zudem die sehr gute Organisation und die Unterstützung durch Helfer und Zuschauer lobt. Er ist ehrgeizig, aber der Spaß an der Bewegung steht im Vordergrund. Im Hinterkopf hat er für seine Premiere auf der Mitteldistanz eine Wettkampfzeit von sieben Stunden stehen. Zum Vergleich: Der schnellste Einzelstarter benötigte im Vorjahr knapp vier Stunden.

Für seine diesjährige Teilnahme wird er in den verbleibenden Wochen vorrangig mit seinem neuen Wettkampfrolli auf einer Fünf-Kilometer-Strecke im Rossauer Wald trainieren. Steve und sein Team sind eine große Bereicherung für den KnappenMan, freut sich Harald Skopi. „Er zeigt uns allen jedes Jahr aufs Neue, wie schön es ist, trotz Handicap Sport zu treiben.“ Und mit seiner Teilnahme, ermuntert er vielleicht auch andere, denen (noch) der sportliche Antrieb fehlt.

Bisher haben sich für die 30. Auflage der Großveranstaltung fast 900 Sportler angemeldet, die meisten gehen am Samstag bei der Mitteldistanz an den Start, der Strecke also, die auch Steve Martin absolviert.

Aber auch für (Wieder-)Einsteiger hat das Organisationsteam des Sportbundes Lausitzer Seenland – Hoyerswerda etwas im Angebot: Die Einsteiger-Strecke wird wieder angeboten. Dabei können Einzelstarter oder Staffeln 300 Meter schwimmen, 20 Kilometer Rad fahren und drei Kilometer laufen. Online-Anmeldungen sind für fast alle Wettbewerbe noch möglich, bis 16. August zum vergünstigten Preis.

Steve Martin steht längst in der Meldeliste. „Er ist ein großartiger Sportler, der mit seinen bisherigen Teilnahmen zu einer festen Nummer am Wettkampfwochenende geworden ist“, sagt Harald Skopi. „Darüber hinaus hat sich zwischen uns eine tolle Sportlerfreundschaft entwickelt. Ich hoffe, dass Steve mit seinem Team weiterhin jedes Jahr bei uns an den Start geht und wir an seinem Erfolg und seiner «Botschaft auf Rädern» teilhaben können.“