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Donnerstag, 12.07.2018 Kommentar

Menschliche Lösung finden

Mit der Wegnahme ihrer Katzen werden die Eltern und die Kinder einer irakischen Familie in ein weiteres Trauma gestürzt, in dem sie hilflos zurückbleiben – Verena Toth kommentiert den Kampf der Flüchtlinge um ihre Katzen.

Verena Toth.
Verena Toth.

© Dietmar Thomas

Wie können wir einer Familie, die vor Krieg, Unterdrückung und Terror in ein offenes, friedvolles Land geflüchtet ist, nachvollziehbar erklären, dass sie hier zwar Pflichten, aber noch lange nicht gleiche Rechte wie wir haben? Auch wenn es um etwas scheinbar Banales wie das Halten zweier Katzen geht, so sind diese Tiere für die traumatisierte Flüchtlingsfamilie aus dem Irak ein Symbol der Hoffnung. Sie stehen für einen Neuanfang in einer friedlichen und offenen Gesellschaft.

Mit der Wegnahme ihrer Katzen werden die Eltern und die Kinder in ein weiteres Trauma gestürzt, in dem sie hilflos zurückbleiben. Auch die Helfer und Unterstützer aus dem Tierheim und der Stadt können nicht nachvollziehen, warum eine Behörde, die eigentlich für das Wohlergehen der Geflüchteten zuständig sein sollte, in einem solchen Fall nüchtern den allgemeinen Vorschriften folgt.

Sollte es nicht möglich sein, in einem solchen Einzelfall, eine für alle Seiten angemessene und menschliche Lösung zu finden? Damit würde am Ende nicht nur den Menschen geholfen, auch die zwei Katzen müssten nicht wie zig andere ihrer Schicksalsgenossen ihr Dasein in einem Tierheim fristen. Und die Familie Estabraq hat ohnehin bereits bewiesen, dass sie verantwortungsbewusst mit ihren Tieren umgeht.

E-Mail an Verena Toth.

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