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Donnerstag, 09.08.2018

Mehrheit für Vollendung der Umgehungsstraße

Bei einer SZ-Umfrage sprechen sich rund 90 Prozent für das Vorhaben aus – obwohl die Kosten für Freital wohl enorm sind.

Von Tobias Winzer

Am Ende der Poststraße ist bislang Schluss mit der Umgehungsstraße. Viele Freitaler wollen das ändern.
Am Ende der Poststraße ist bislang Schluss mit der Umgehungsstraße. Viele Freitaler wollen das ändern.

© Karl-Ludwig Oberthür

Freital. Zügig um die Stadt herumfahren, die Dresdner Straße entlasten und mehr Ruhe für Anwohner – diese Vorteile lassen offenbar viele Freitaler für die Komplettierung der Umgehungsstraße stimmen. Wie aus einer nicht repräsentativen Online-Umfrage der Sächsischen Zeitung hervorgeht, sind 87 Prozent von 117 Umfrageteilnehmern für eine Vollendung der Trasse. 13 Prozent sind dagegen. In der vergangenen Woche hatte die Sächsische Zeitung über einen erneuten Anlauf einer deutlichen Stadtratsmehrheit für den Weiterbau der Umgehungsstraße berichtet. Daraufhin war die Online-Umfrage gestartet worden.

Demnach stimmt nicht nur eine deutliche Mehrheit für den Weiterbau der Umgehungsstraße, sondern die meisten nehmen auch die hohen Investitionskosten in Kauf. Die Frage, ob 20 Millionen Euro für das Vorhaben als gut investiertes Geld empfunden werden, beantworteten 85 Prozent mit Ja und 15 Prozent mit Nein.

Diese Summe hatte Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) in einem Gespräch mit der Sächsischen Zeitung genannt und sich zugleich zurückhaltend zu dem Vorhaben geäußert. „Wir verfolgen das im Moment nicht aktiv, weil die Verkehrsströme in Freital keine Förderung zulassen“, so Rumberg. „Ich denke, Freital hat nicht die Verkehrsprobleme wie Großstädte, wo es nicht nur in der Berufsverkehrszeit zu Staus kommt, sondern auch darüber hinaus“, so Rumberg. „Insofern werden wir akzeptieren müssen, dass wir eine verkehrslebendige Stadt sind, aber große und schnelle Verbesserungen in nächster Zeit nicht hinbekommen.“

Die Fraktionschefs des Stadtrates sehen das jedoch anders. Sie halten das Vorhaben nach wie vor für wichtig und wollen an einer Umsetzung arbeiten. „Grundsätzlich muss mittelfristig eine Lösung für die Vollendung der Umgehungsstraße gefunden werden“, sagte zum Beispiel der CDU-Fraktionschef, Martin Rülke. Es müsse gelingen, die Dresdner Straße vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Rülke will gemeinsam mit den Parteikollegen im Landtag, in der Regierung und dem Oberbürgermeister nach Lösungen suchen.

Die Umgehungsstraße, die komfortabel ausgebaut durch Potschappel und Döhlen führt, endet derzeit auf Höhe des Edelstahlwerks auf der Poststraße. Wer weiter Richtung Tharandt will, muss zurück auf die Dresdner Straße.

Welche Variante ist die beste?


Nun deutet sich eine Debatte über eine mögliche Trassenführung an. Denn nicht wenige Stadträte halten eine Weiterführung der Poststraße für nicht zielführend. Die Anwohner dort müssten unter dem Lärm leiden. Die Bürger für Freital machen sich deshalb für eine andere Trassenführung stark. Fraktionschef Chris Meyer schlägt vor, die Umgehungsstraße ab Toom-Baumarkt über die Gleisanlagen des Edelstahlwerks zu führen und dann eine Brücke zur Südstraße zu schlagen.

Auch in der Online-Umfrage der Sächsischen Zeitung schneidet diese Variante nicht schlecht bei den Teilnehmern ab. 34 Prozent können sich dafür begeistern. Favorit ist jedoch mit 53 Prozent Zustimmung die Verlängerung der Poststraße. 13 Prozent können sich weder für die eine noch die andere Variante erwärmen.

Doch auch wenn die Zustimmung zum Weiterbau der Umgehungsstraße groß ist, so gibt es auch kritische Stimmen. FDP-Stadtrat Lothar Brandau, der sich nach dem Bericht in der Sächsischen Zeitung zu Wort gemeldet hat, fordert eine genaue Analyse der Gegebenheiten, bevor über einen Weiterbau entschieden wird. „Durch eine Verlängerung der Verkehrsader würde die Durchfahrt durch die Stadt bequemer, die Stadt würde zusätzlich mit erhöhtem Durchgangsverkehr belastet“, sagt er. Der hohe finanzielle Aufwand sei sinnlos und ist nicht zu stemmen. „Die zusätzlichen Straßensicherungsverpflichtungen gingen jährlich in die Zehntausende.

Auch SZ-Leser Helge Mai sieht das Geld an anderer Stelle besser angelegt. Es solle besser in ordentlichen öffentlichen Nahverkehr investiert werden, schreibt er auf der Facebook-Seite der Sächsischen Zeitung. Die Stadt müsse gut erschlossen und die Umgebung gut angebunden werden. „Und zwar 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr.“

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