• Einstellungen
Dienstag, 14.11.2017

Mehr Platz für den Bach

Die Elze war lange eingezwängt und teilweise sogar unter die Erde verbannt. Jetzt wird das geändert. Das hilft auch den Menschen.

Von Katja Schäfer

An dieser Stelle, in der Nähe des Cunewalder Schützenplatzes, war die Elze bisher in einen schmalen Graben gezwängt. Jetzt hat sie wieder ein natürliches Bachbett und zudem viel Platz, um sich bei Hochwasser auszubreiten. Bürgermeister Thomas Martolock freut sich darüber, weiß aber auch, dass damit künftig mehr Arbeit auf die Gemeinde zukommt.
An dieser Stelle, in der Nähe des Cunewalder Schützenplatzes, war die Elze bisher in einen schmalen Graben gezwängt. Jetzt hat sie wieder ein natürliches Bachbett und zudem viel Platz, um sich bei Hochwasser auszubreiten. Bürgermeister Thomas Martolock freut sich darüber, weiß aber auch, dass damit künftig mehr Arbeit auf die Gemeinde zukommt.

© Uwe Soeder

Cunewalde. Was für eine Veränderung! Wo die Elze vorher kaum sichtbar in einem schmalen Graben floss, hat sie jetzt ein schönes Bachbett bekommen. Und außerdem viel Platz, um sich im Falle eines Hochwassers ausbreiten zu können, ohne dabei gleich Schaden anzurichten. In Nähe des Cunewalder Schützenplatzes ist der Gewässerlauf in den zurückliegenden Monaten aufwendig umgestaltet worden. Auf einer gegenüber vom Betonwerk gelegenen Fläche, die Elze-Wiesen genannt wird, erfolgen dieser Tage die letzten Arbeiten.

„Wir haben einen Teil des Geländes der Natur zurückgegeben“, sagt Bürgermeister Thomas Martolock (CDU). Ursprünglich befand sich an dieser Stelle eine Aue, berichtet er. In den 60er-Jahren sei jedoch der Schützenplatz als Festplatz gestaltet worden. Das oberhalb davon gelegene Gelände der Elze-Wiesen wurde „Anfang der 90er-Jahre dann vom damaligen Eigentümer auch aufgefüllt“, berichtet Thomas Martolock. Ein Grund dafür sei gewesen, dass mehr Lagerfläche gebraucht wurde. Weil die Elze durch diese Veränderungen fortan sehr eingezwängt war, trat sie bei den Hochwassern in den vergangenen Jahren mehrfach über die Ufer und überschwemmte weite Gebiete. Damit das künftig nicht mehr passiert, wurde ihr jetzt mehr Raum gegeben. Die Bauarbeiter haben einen Teil der Aufschüttungen abgetragen, eine Mulde geformt und Stellen, gegen die das Wasser strömt, mit großen Steinen befestigt. Außerdem kamen rund 50 Bäume in die Erde; Eichen, Buchen und Linden. „Wenn das Gewässer im Schatten liegt, wächst es nicht so schnell zu“, nennt der Bürgermeister einen Grund für die Pflanzungen. Außerdem ersetzten die neuen Bäume die alten, die einst in diesem Bereich entlang der Elze standen. Anfang vergangenen Jahres waren rund 20 Stück – vorwiegend Fichten – gefällt worden.

Die Elze fließt auf einer Länge von etwa vier Kilometern durch Cunewalde. Sie kommt vom Czorneboh und steigt nicht selten sehr schnell und sehr stark an. Der jetzt wieder natürlich gestaltete Abschnitt ist nicht der einzige, an dem Veränderungen vorgenommen wurden und werden. Unter anderem holte die Gemeinde den Bach im vergangenen Jahr in einem 600 Meter langen Bereich außerhalb des Ortes ans Licht. Zuvor war er dort unter die Erde verbannt. Die Rohre wurden entfernt und ein neues Bachbett modelliert.

Im nächsten Jahr kommt ein weiterer Abschnitt an die Reihe. Er liegt im Bereich des Schützenplatzes, dort wo die Elze hinter der Gaststätte „Kleines Kulturhaus“ vorbei fließt. Auch an dieser Stelle soll das Bachbett möglichst natürlich gestaltet und zugleich mehr Platz für das Wasser geschaffen werden. Damit das möglich ist, gibt eine Familie einen Teil ihres Grundstückes ab. Der Bürgermeister ist dankbar dafür. Er hofft, dass sich auch für ein anderes Problem eine Lösung findet, das mit dem Ausbau der Gewässerläufe – nicht nur dem der Elze – in Verbindung steht. In Cunewalde betrifft das insgesamt immerhin eine Strecke von rund 15 Kilometern. Das Geschaffene zu erhalten, ist aufwendig. Unter anderem muss auf den Böschungen, die jetzt vielerorts die alten Ufermauern ersetzen, regelmäßig Gras gemäht werden. Thomas Martolock setzt sich dafür ein, dass das Land den Städten und Gemeinden künftig eine Pauschale für die Gewässerpflege bewilligt, ähnlich der, die es für die Unterhaltung von kommunalen Straßen gibt.

Desktopversion des Artikels