• Einstellungen
Samstag, 13.10.2018

Mehr Öffentlichkeit verdient

Frank-Uwe Michel kommentiert die Würdigung von Selbsthilfegruppen des Kreises in Niesky.

SZ-Redakteur Frank-Uwe Michel.
SZ-Redakteur Frank-Uwe Michel.

© Jens Trenkler

Haben Sie schon mal mit Selbsthilfegruppen zu tun gehabt? Wahrscheinlich nicht, wenn Sie ein gesunder Mensch sind, der ohne gesundheitliche Probleme durchs Leben geht. Aber wie schnell kann es plötzlich anders kommen! Ein Schlaganfall mit 40, Parkinson mit 60. Einschneidende Erlebnisse, mit denen man nicht gerechnet hat. Wie gut und hilfreich ist es da, auf Gleichgesinnte zu treffen. Auf Menschen, die mit dem gleichen Problem zu tun haben, darüber reden und ihre Situation in der Gemeinschaft verbessern wollen. Denn wie schwierig es sein kann, in der Gesellschaft zurechtzukommen, stellt sich in aller Regel erst heraus, wenn es tatsächlich Probleme gibt. Von denen allerdings wollen leider nur die wenigsten wissen. Selbsthilfegruppen gelten auch heute oft noch als Clubs von Außenseitern. Als Gesprächsrunden, bei denen sowieso nichts rauskommt. Das Gegenteil ist der Fall: Sie sind der Kitt, der vieles in der Gesellschaft zusammenhält. Der betroffenen Menschen Mut macht, aber auch jene mit einbezieht, die eigentlich nicht damit in Berührung kommen würden. Die Öffentlichkeit sollte mehr vom Wirken dieser Gruppen wissen, damit der Kitt künftig noch stärker alle Seiten verbinden kann.

Links zum Thema