• Einstellungen
Montag, 15.10.2018

Mehr Lithium in Zinnwald entdeckt

Neue Bohrungen ergeben: Vorräte sind wesentlich höher als bisher gedacht.

Von Franz Herz

Mehrere Bohrkampagnen sind in den vergangenen Jahren in Zinnwald gelaufen, um die Lithiumvorräte in der Erde zu erkunden. Die Auswertung der Bohrkerne brachte nun ein erfreuliches Ergebnis, wie die Firma Bacanora informierte, die 50 Prozent Anteile an dem Lithium-Projekt besitzt und es federführend vorantreibt.
Mehrere Bohrkampagnen sind in den vergangenen Jahren in Zinnwald gelaufen, um die Lithiumvorräte in der Erde zu erkunden. Die Auswertung der Bohrkerne brachte nun ein erfreuliches Ergebnis, wie die Firma Bacanora informierte, die 50 Prozent Anteile an dem Lithium-Projekt besitzt und es federführend vorantreibt.

© Archivfoto: E. Kamprath

Zinnwald. In der Erde unter Zinnwald lagern deutlich größere Lithiumvorräte, als bisher angenommen. Die Deutsche Lithium GmbH hat im vergangenen Jahr 15 Bohrungen in Zinnwald in die Erde getrieben. Schon vorher, in den Jahren von 2012 bis 2014, sind in Zinnwald zehn Bohrungen gelaufen. Dazu wurden noch Resultate von Untersuchungen aus DDR-Zeiten ausgewertet. Das Ergebnis liegt nun vor. Und insgesamt kommen die Fachleute zum Ergebnis, dass auf der deutschen Seite von Zinnwald 40 375 000 Tonnen Erz lagern mit einen Lithiumgehalt von 124 974 Tonnen. Eine erste Untersuchung im Jahr 2014 war noch von 96 200 Tonnen Lithium ausgegangen. Demgegenüber ist es eine Steigerung um rund ein Drittel. Weiter werden noch 17 266 Tonnen vermutet, die bisher aber nicht von Bohrungen erfasst wurden. Dies geht aus einer Mitteilung der Firma Bacanora Lithium hervor.

Dieses kanadische Unternehmen, das an der Börse in London gelistet ist, besitzt die Hälfte der Anteile an der Deutsche Lithium GmbH. Die andere Hälfte gehört dem Solarworld-Konzern, der im Insolvenzverfahren steckt. Solarworld hat das Lithium-Projekt in Zinnwald 2010 auf den Weg gebracht und 2011 die Lizenz erhalten, die Vorräte zu untersuchen. Der Konzern geriet dann aber in wirtschaftliche Schwierigkeiten. 2017 übernahm Bacanora die Hälfte der Anteile an dem Lithium-Projekt, benannte es in Deutsche Lithium GmbH um und hat seitdem das Steuer in der Hand.

Die neue Auswertung ist jetzt nach kanadischen Standards erfolgt. Damit beauftragt waren aber einheimische Fachleute von der Geos Ingenieurgesellschaft in Freiberg. Hier sind die Geologen Kersten Kühn und Matthias Helbig dafür verantwortlich. Außerdem hat Thomas Dittrich, Geologe bei der Deutschen Lithium, daran mitgearbeitet. Der unabhängige Gutachter Wolf-Dietrich Bock aus Baden-Württemberg hat abschließend geprüft, dass die Ergebnisse dem Standard entsprechen.

Peter Secker, Geschäftsführer von Bacanora und Deutsche Lithium, kommentiert die neuen Ergebnisse aus Zinnwald so: „Diese Steigerung bekräftigt den Status von Zinnwald als eines der am weitesten fortgeschrittenen Lithium-Projekte in Europa. Seine strategische Lage inmitten der wichtigen deutschen Batterie- und Automobilindustrie ist ideal, um einer der großen Lieferanten von hochwertigen Lithiumprodukten für Europas schnell wachsende Elektroauto- und Energiespeicherindustrie zu werden.“

Die neuen Werte sind Teil einer Machbarkeitsstudie, die für Zinnwald in Arbeit ist. Teile sind schon abgeschlossen. So ist bisher der Erzvorrat untersucht worden. Außerdem wurden Versuche abgeschlossen, das Material zu konzentrieren und zu rösten. Andere Versuche mit der Nasschemie laufen derzeit noch, teilt Bacanora weiter mit. Außerdem wird an der Bergwerksplanung und an der technischen Planung der Anlagen gearbeitet. Alle diese Untersuchungen und Vorbereitungen werden in den nächsten Monaten abgeschlossen. Im zweiten Quartal des nächsten Jahres soll dann die endgültige Machbarkeitsstudie vorliegen.

Das Unternehmen ist schon in Gesprächen mit Geldgebern, um den Aufbau eines Bergwerks zu finanzieren. „Die müssen aber alle erst eine fertige Machbarkeitsstudie vorliegen haben, ehe sie Verträge unterzeichnen können“, sagt Armin Müller, neben Secker Geschäftsführer der Deutsche Lithium. Der Aufbau eines Bergwerks mit Erzaufbereitung ist ein Millionenprojekt.