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Samstag, 14.07.2018

Mehr Bauplätze gefordert

Der FDP-Ortsverband lädt Bürger zur Fragestunde ein und die sagen ihre Meinung – auch zu Schandflecken in der Stadt.

Von Peter Redlich

Die Villa Kolbe an der Ecke Meißner Straße, Zinzendorfstraße. Das Areal verfällt, weil sich Besitzer und Stadt über Sanierung und Erweiterung streiten.
Die Villa Kolbe an der Ecke Meißner Straße, Zinzendorfstraße. Das Areal verfällt, weil sich Besitzer und Stadt über Sanierung und Erweiterung streiten.

© Norbert Millauer

Radebeul. Gar nicht so dumm, ab und zu den Bürger einfach mal fragen zu lassen. Der FDP-Ortsverband hatte am Donnerstagabend in den Altkötzschenbrodaer Sonnenhof eingeladen und die Besucher nutzten die Gelegenheit. Will Radebeul eigentlich mehr Einwohner und auch solche, die ins Steuersäckel einzahlen? Die aber suchen Bauplätze für Eigenheime und finden keine. Auf die Fragen von mehreren gab es auch reichlich Antworten. Stadtrat Jan Mücke sagt: „Die Stadt belegt viel zu viele Stellen mit Bauveränderungssperren. Wir wollen die Gartenstadt erhalten, aber es gibt eine ganze Reihe von Orten, an denen behutsam noch gebaut werden könnte.“ Als ein Beispiel nennt er die Villa Kolbe an der Ecke Meißner Straße, Zinzendorfstraße. Aus Mückes Sicht verhindere hier die Stadt die Sanierung des Areals, indem sie einem Erweiterungsbau nicht zustimme. Stattdessen verfalle alles weiter, weil der Investor keine wirtschaftliche Alternative habe. Es müssten an einigen Stellen vernünftige Einzelfalllösungen geprüft werden.

Frank Sparbert, Fraktionsvorsitzender der FDP im Stadtrat, rät, den Flächennutzungsplan Radebeuls mal in die Hand zu nehmen und zu überarbeiten, um klar anzuzeigen, wo zeitgemäß Wohnungsbau und Gewerbe Platz haben soll. Ein typisches Beispiel sei für ihn der Streit um Wohnungsbau oder Gewerbe an der Fabrikstraße. Sparbert: „Wir müssen unser heimisches Gewerbe mit seinen Arbeitsplätzen schützen und nicht erneut Konflikte um den Lärmschutz provozieren, sagte er und nannte die Stadtratsentscheidung gegen Wohnungsbau an der Fabrikstraße richtig.

Johannes Domasch, als beratender Bürger im Bauausschuss der Stadt, sagt, dass Rat und Stadt dabei seien, sich Beschlüsse aus vergangenen Jahren anzuschauen, ob sie noch zeitgemäß sind. Sechs solcher Beschlüsse wurden schon aufgehoben.

Ansonsten gab es auch Nachfragen zu einzelnen Missständen. Wie lange gibt es noch den Schandfleck Bahnhof Kötzschenbroda?, wollte eine Bürgerin wissen. „Wir warten alle auf das Konzept des Besitzers“, sagt Johannes Domasch. „Wir wollten damals, dass die Stadt den Bahnhof kauft und sind überstimmt worden“, erinnern Barbara Sehnert – beratend im Kulturausschuss des Stadtrates – und Frank Sparbert. Ohne das Konzept und Äußerungen vom Besitzer, wie es weitergeht, so die Stadträte, werde vieles im Sanierungsgebiet gehemmt.

Wissen wollten Bürger auch, warum an Schwarzes Teich in Lindenau nicht aufgeräumt wird. Ex-OB Volkmar Kunze regte an, den Schlamm jetzt schnell auszubaggern, weil gerade kein Wasser im Teich ist. Das komme auf jeden Fall billiger, als es zu tun, wenn er wieder vollgelaufen ist.

Was die Stadt dafür unternehme, in den Kitas mehr Betreuer je Kind einzusetzen, wurde nachgefragt. Diese Entscheidung liege beim Land Sachsen, sagte Barbara Sehnert, aber man wolle sich als FDP dafür stark machen. In Radebeul sind 98 Prozent aller Kinder in Kitas untergebracht, damit liege die Stadt mit dem Angebot weit vor anderen Kommunen im Land Sachsen.

Die Stadträte wollen die Anregungen der Bürger mit in die Besprechungen der Ausschüsse nehmen.