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Freitag, 09.11.2018

Mädchen an Hirnhautentzündung erkrankt

Die Krankheit ist selten, aber sehr gefährlich. Rund 100 Kontaktpersonen erhalten vorsorglich Antibiotika.

Von Juliane Richter

Meningokokken-Bakterien können eine Hirnhautentzündung auslösen.
Meningokokken-Bakterien können eine Hirnhautentzündung auslösen.

© RKI

Dresden. Ein Kind aus einer Striesener Kita ist an einer Hirnhautentzündung erkrankt. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, besucht das Mädchen die Einrichtung eines privaten Trägers in Striesen. Am Freitagvormittag hat das Gesundheitsamt den Nachweis über die Erkrankung erhalten und sofort die möglichen Kontaktpersonen ermittelt. Denn: Die ansteckende Meningokokken-Meningitis wird über direkten und engen Kontakt durch Tröpfcheninfektion oder Speichelkontakte übertragen. „Das bedeutet beispielsweise kuscheln, küssen oder auch sehr eng miteinander Spielen“, heißt es aus dem Gesundheitsamt.

Das Problem ist, dass die Krankheit schon ansteckend ist, bevor sie ausbricht. Deshalb muss das Gesundheitsamt alle Personen finden, die in den vergangenen zehn Tagen so engen Kontakt mit dem Mädchen hatten. Am Freitag waren das rund 110 Menschen. „Den infrage kommenden Kindern und Erwachsenen sind präventiv Antibiotika verordnet worden. Denn je früher wir bei dieser Krankheit eingreifen, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie bei den Kontaktpersonen gar nicht erst ausbricht beziehungsweise weitergetragen wird“, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes Jens Heimann.

Die Krankheit äußert sich bei Ausbruch mit Fieber, Gliederschmerzen und schwerem Krankheitsgefühl. Ein Merkmal ist meist die Nackensteifheit in der Form, dass der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, seinen Kopf nach vorn zu neigen. Auch das Bücken ist schmerzbedingt kaum möglich. Erste Beschwerden zeigen sich häufig drei bis vier Tage nach der Ansteckung. Im Verlauf der Krankheit können eine Blutvergiftung, Organversagen oder auch Koma auftreten, Todesfälle sind möglich.

In Deutschland kommen Meningokokken-Erkrankungen laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung selten vor: etwa vier Fälle pro eine Million Menschen im Jahr. In den vergangenen Jahren waren in Dresden je ein Mensch in den Jahren 2015 und 2017 erkrankt. In diesem Jahr ist es der zweite Fall. Die Fallzahlen hatten sich in Deutschland verringert, seitdem ab 2006 für Kinder im ersten Lebensjahr eine entsprechende Impfung empfohlen wird. Laut dem Robert-Koch-Institut lag die Impfquote von zweijährigen Kindern im Jahr 2011 bei mehr als 80 Prozent. Allerdings nimmt sie mit steigendem Alter deutlich ab.

Über den Gesundheitszustand des Mädchens konnte die Stadtverwaltung am Freitag keine Aussage machen. In der kommenden Woche soll es nähere Informationen zur Arbeit des Gesundheitsamtes in dem Fall sowie zu Testergebnissen geben.

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