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Dienstag, 14.11.2017

Lutherstraße soll vor Weihnachten fertig sein

SWW-Chef Stefan Przymosinski spricht im SZ-Interview über seine neue Arbeit und die Weißwasseraner OB-Wahl.

Von Christian Köhler

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Ende November soll der erste Abschnitt der Lutherstraße in Weißwasser von der Oberschule bis einschließlich Schillerstraße bereits mit einer Schwarzdecke überzogen werden. Bis dahin haben Sebastian Böse (im Bild) und seine Mitarbeiter von der Strabag noch alle Hände voll zu tun. Wie Heike Zwanzig vom Bauamt erklärt, soll ab dem 11. Dezember, wenn es das Wetter zulässt, die Schwarzdecke bis zur Heinrich-Heine-Straße aufgebracht werden.
Ende November soll der erste Abschnitt der Lutherstraße in Weißwasser von der Oberschule bis einschließlich Schillerstraße bereits mit einer Schwarzdecke überzogen werden. Bis dahin haben Sebastian Böse (im Bild) und seine Mitarbeiter von der Strabag noch alle Hände voll zu tun. Wie Heike Zwanzig vom Bauamt erklärt, soll ab dem 11. Dezember, wenn es das Wetter zulässt, die Schwarzdecke bis zur Heinrich-Heine-Straße aufgebracht werden.

© Joachim Rehle

Stefan Przymosinski ist neuer Geschäftsführer bei den Stadtwerken Weißwasser.
Stefan Przymosinski ist neuer Geschäftsführer bei den Stadtwerken Weißwasser.

© Joachim Rehle

Weißwasser. Seit mehr als einem halben Jahr ist Stefan Przymosinski nun zweiter Geschäftsführer der Stadtwerke Weißwasser (SWW). Die SZ hat nun mit ihm über die erste Zeit im kommunalen Unternehmen, seine ehemalige Tätigkeit als CDU-Stadtrat in der Glasmacherstadt und die äußerst knappe Oberbürgermeisterwahl in Weißwasser gesprochen.

Herr Przymosinski, wie war das erste halbe Jahr bei den Stadtwerken?

Die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Ich habe mich dabei – bedingt durch meine vorherige Tätigkeit bei den Stadtwerken Görlitz – schnell in die Aufgabenfelder eingearbeitet. Ich freue mich außerdem sehr darüber, dass mich die Mitarbeiter mit offenen Armen in das Team aufgenommen haben. Außerdem bin ich begeistert davon, dass ich eine junge, dynamische Mannschaft vorgefunden habe. Viele kannte ich aber auch schon aus meiner damaligen Zeit bei der SWW.

Welche Aufgaben haben Sie bei den Stadtwerken übernommen?

Ich teile mir in der Geschäftsführung die Aufgaben mit Kathrin Bartsch. Während sie für den Vertrieb und die kaufmännischen Themen zuständig ist, habe ich den Part der Planung, des Baus und des Betriebes der Netze und Anlagen inne. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf den großen Baumaßnahmen an der Jahnstraße, der Lutherstraße und dem Eichendorffweg in Weißwasser. Dort wurden und werden derzeit – neben der Sanierung der Straße – auch die darunterliegenden Medien erneuert. Die Entscheidung der Stadt, die Straßen grundhaft zu erneuern, war wichtig. Darüber hinaus freue ich mich, dass wir gemeinsam mit der Wohnungsbaugenossenschaft und der Stadtverwaltung in diesem Jahr die Hegelpromenade in einem perfekten Ablauf fertigstellen konnten. Ein weiterer Schwerpunkt war der Bau der Trinkwasserfernleitung zwischen Boxberg und Weißwasser.

Apropos fertig. Wann kann man auf der Lutherstraße wieder Auto fahren?

Die Lutherstraße soll am 21. Dezember, also noch vor Weihnachten, wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die geplante Bauzeit hat sich leider etwas verlängert, da Anpassungen im Bauablauf und der Bautechnologie erforderlich wurden.

Wird es mit den neuen Leitungen noch Überschwemmungen geben?

An der Straße sind nun komplett neue Medien verlegt worden. Allerdings bedeutet das nicht, dass es künftig bei besonderen Starkregenereignissen keine Überschwemmungen auf der Schillerstraße oder der Lutherstraße mehr geben wird. Die Lutherstraße ist bautechnisch in einer Senke, sodass sich das Wasser voraussichtlich an der Kreuzung Schillerstraße/Lutherstraße, gerade bei Starkregen, weiter sammeln wird. Es wird aber trotzdem eine Verbesserung im Vergleich zu früher eintreten. Entlastung bringt der bereits in vorangegangenen Bauabschnitten mit eingesetzte Stauraumkanal.

Wie geht es bei der Jahnstraße in diesem und im nächsten Jahr weiter?

Die Jahnstraße wird uns weit bis in das Jahr 2018 hinein beschäftigen. Derzeit wird der Abschnitt von der Waldeisenbahn bis zum Jahndamm, eventuell auch bis zur Hausnummer 18 saniert. Wir hoffen, dass wir noch vor Wintereinbruch damit fertig werden. Im nächsten Jahr wollen wir allein in die Jahnstraße insgesamt 1,5 Millionen Euro investieren. Ziel soll es sein, zwischen Jahndamm und der Forster Straße bis Ende nächsten Jahres alles fertig zu haben. Dazu soll zunächst der Abschnitt vom Jahndamm bis zur Friedrich-Fröbel-Straße, und danach von der Kreuzung Forster Straße/Jahnstraße über die Kreuzung Pestalozzi/Jahnstraße bis zur Fröbel-Straße gebaut werden.

Haben Sie bei all der Arbeit noch Zeit, weiter Ihren Sport zu betreiben?

Ja, die Zeit nehme ich mir. Ich spiele bei Grün Weiß Weißwasser nach wie vor Badminton, bin dort weiterhin mit in der Nachwuchsarbeit engagiert.

Wo wollen Sie sich bei den Stadtwerken noch einbringen?

Ich möchte mit dazu beitragen, dass unsere Stadt und unsere Region lebenswert bleiben. Wir als kommunales Unternehmen tragen dafür eine starke Mitverantwortung. Nicht nur, aber auch deshalb engagiere ich mich in einem Sportverein.

Was sind die größten Herausforderungen aus Ihrer Sicht?

Die größte Herausforderung ist natürlich die sichere Trinkwasserversorgung der Region. Wir erwarten dabei das endgültige Gutachten für die Wasserfassung aus dem Uferfiltrat des Bärwalder Sees im ersten Quartal 2018. Darüber hinaus stehen wichtige Konzessionen in Sachen Strom, Wasser und Gas an. Die bestehenden Verträge laufen 2022 aus. Wir wollen als kommunales Unternehmen weiterhin für Lebensqualität und sichere Versorgung stehen.

Ist es ein Vorteil für ihre Arbeit heute, dass Sie einst Stadtrat waren?

Die Arbeit als Stadtrat in Weißwasser hat mir viel gebracht. Ich konnte viele Kontakte knüpfen und die kommunalen Entscheidungsprozesse besser kennenlernen. Ich habe viel gelernt in der Zeit als Stadtrat und es war eine spannende Erfahrung.

Im Stadtrat stehen harte Beschlüsse an. Sind Sie froh, dort raus zu sein?

Nein. Ich bin damals angetreten, um für Weißwasser etwas bewegen zu können. Leider kann ich als SWW-Geschäftsführer nicht mehr im Stadtrat sitzen. Ich hätte mich gern weiter bei den anstehenden Entscheidungen – vor allem zum Haushalt – eingebracht.

Sehen Sie Verbesserungen bei der Arbeit des Stadtrates in Weißwasser?

Ja. Ich würde mir zum Beispiel wünschen, dass demokratisch gefasste Entscheidungen auch angenommen werden. Da sehe ich noch Verbesserungspotenzial. Auch der Umgang miteinander könnte besser sein, um gemeinsam Ziele für Weißwasser zu erreichen. Es wäre dabei besonders wünschenswert, wenn weniger persönliche Aspekte bei den Diskussionen im Vordergrund stehen und dafür lieber mehr inhaltlich diskutiert werden würde. Insbesondere sollte man sich auf die wesentlichen Punkte konzentrieren und die wirtschaftliche Entwicklung voranbringen. Generell finde ich es nicht gut, wenn persönliche Differenzen öffentlich ausgetragen werden. Manchmal wäre es da besser, sich gegenseitig mehr zuzuhören.

Wie beurteilen Sie denn die OB-Wahl im September in Weißwasser?

Ich habe beide Kandidaten, sowohl Rico Jung als auch Torsten Pötzsch, so wahrgenommen, dass sie sich beide stark für Weißwasser machen wollen. Ich würde es gut finden, wenn Herr Jung und Herr Pötzsch nun nach dem Wahlkampf die gemeinsamen Themen angehen und Ideen finden, wie man zusammen unsere Heimatstadt Weißwasser weiter voranbringen kann.

Haben Sie einen Wunsch für die Zukunft von Weißwasser?

Die Energiewende sollte auch einen Fortschritt für unsere Region bringen. Weißwasser als Energiestandort muss erhalten bleiben. Die Entwicklung und der Einsatz neuer Technologien für die Energieversorgung im Zusammenhang mit schnellem Internet könnten dabei eine Rolle spielen. Ich hoffe für die Zukunft auf viele kreative Ideen und für uns alle Freude an dem Erreichten.