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Dienstag, 09.10.2018

Lkw legt Bahnunterführung lahm

Wegen Tiefbauarbeiten müssen viele schon seit zwei Wochen in Bischofswerda Umleitung fahren. Am Montag kam eine weitere hinzu – ungeplant.

Ein Lkw mit Kranauflieger steckt unter der Brücke in der Süßmilchstraße in Bischofswerda fest. Auch die Feuerwehr rückte zu dem Unfall am Montagnachmittag aus.
Ein Lkw mit Kranauflieger steckt unter der Brücke in der Süßmilchstraße in Bischofswerda fest. Auch die Feuerwehr rückte zu dem Unfall am Montagnachmittag aus.

© Rocci Klein

Bischofswerda. Eine zentimetertiefe Spur im erst wenige Jahre alten Beton markiert den Schaden an der Bahnbrücke Süßmilchstraße in Bischofswerda. Hier blieb am frühen Montagnachmittag das Fahrzeug eines Baustoffhandels mit seinem Kranauflieger hängen – möglicherweise die Folge einer kurzen Unkonzentriertheit des Fahrers im stressigen Tagesgeschäft. Der Auflieger war nicht vollständig eingefahren. Normalerweise hätte das Fahrzeug die Brücke mit seiner lichten Höhe von 3,90 Meter problemlos passieren müssen. Ein Augenzeuge berichtet, etwa 20 Zentimeter sei der Auflieger zu hoch gewesen.

Fotos von der Unfallstelle

Bei dem Zusammenstoß mit der Betonbrücke wurden der Kranauflieger wie auch der Laster stark beschädigt. Große Mengen an Hydrauliköl flossen aus, auch auf die Straße. Die Freiwillige Feuerwehr Bischofswerda wurde alarmiert. Sie sicherte die Unfallstelle ab, band die auslaufenden Betriebsflüssigkeiten und half bei der Reinigung der Straße und der Sicherung der Ladung. Dazu gehörte auch, mehrere aufgeplatzte Säcke mit Trockenbeton aufzunehmen. Sie durchbrachen bei der Wucht des Aufpralls die Seitenwand der Ladefläche und landeten auf dem Fußweg.

Für rund eine Stunde war der Brückendurchlass blockiert. Viele Autofahrer erwischte das kalt. Denn die Süßmilchstraße ist momentan die einzige innerstädtische Verbindung für Kraftfahrzeuge zwischen Bischofswerdas Innenstadt und dem Stadtteil Süd bzw. dem Oberland. Auch die Bahnbrücke Neustädter Straße ist für Fahrzeuge gesperrt. Dort werden seit zwei Wochen Vorbereitungsarbeiten für den Neubau der Brücke ab kommendem Frühjahr durchgeführt. So blieb Kraftfahrern nur der längere Umweg über die Bischofswerdaer Ortsumfahrung. Die Polizei sperrte die Zufahrten zur Brücke an den jeweiligen Einmündungen ab und leitete den Verkehr um. Die meisten Kraftfahrer trugen es mit Fassung. Doch es gab auch Uneinsichtige, die versuchten, sich mit ihrem Auto um den Streifenwagen herumzumogeln.

Spezialist schaut sich die Schäden an

Auf den Eisenbahnverkehr der Strecken Dresden – Görlitz bzw. Zittau hatte der Unfall keine Auswirkungen. Die Züge fuhren in beiden Richtungen. Trotzdem waren auch die für Bahnanlagen zuständige Bundespolizei und ein Notfallmanager der Deutschen Bahn vor Ort. Sie dokumentierten den Vorfall. Nach einer ersten Einschätzung ist der Schaden am Brückenbauwerk gering. In den nächsten Tagen wird sich jedoch noch ein Spezialist die Brücke genauer anschauen und einschätzen, wie hoch der Reparaturaufwand ist.

Die Bahnbrücke an der Süßmilchstraße wurde erst vor vier Jahren neu errichtet. Eine mehr als 100 Jahre alte Granitbrücke mit schmalem Durchlass wurde gegen eine neue aus Beton ersetzt. Seitdem gibt es einen größeren und vor allem breiteren Brückendurchlass.

Als Nächstes plant die Bahn den Ersatzneubau der Brücke an der Neustädter Straße. Die Arbeiten sollen im März 2019 beginnen und bis zum Frühjahr 2020 dauern. Mit einer lichten Weite von zehn Metern wird die neue Brücke nicht breiter als die jetzige sein. Trotzdem soll sie denjenigen, die unter ihr durchfahren, mehr Platz bieten. Zum einen wird der Durchlass nicht so „rund“ wie bei der bestehenden Brücke, sondern kastenförmig sein. Zum anderen soll die lichte Höhe um rund 25 Zentimeter erhöht werden - von jetzt 3,50 Meter auf 3,76 Meter. (rk/SZ)