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Dienstag, 10.07.2018

„Lifeline“-Kapitän darf nach Hause

Claus-Peter Reisch kann Malta für einige Tage verlassen und zum Geburtstag seiner Mutter reisen. Ende Juli ist sein nächster Gerichtstermin auf der Insel.

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Gericht gestattet Kapitän Claus-Peter Reisch einen kurzen Heimaturlaub.
Gericht gestattet Kapitän Claus-Peter Reisch einen kurzen Heimaturlaub.

© Axel Steier / Mission Lifeline

Die „Lifeline“ liegt derzeit im Hafen von Maltas Hauptstadt Valetta.
Die „Lifeline“ liegt derzeit im Hafen von Maltas Hauptstadt Valetta.

© dpa

Spendenstand für die #Civilfleet am 12. Juli um kurz vor 12 Uhr auf dem Portal „Leetchi“.
Spendenstand für die #Civilfleet am 12. Juli um kurz vor 12 Uhr auf dem Portal „Leetchi“.

© Screenshot SZ

Valletta/Dresden. Am Mittwoch erhielt „Lifeline“-Kapitän Claus-Peter Reisch von Richter Joseph Mifsud die Erlaubnis, Malte für eine Weile verlassen zu dürfen. Die Anwälte von Reisch hatten einen entsprechenden Antrag gestellt, damit der angeklagte Kapitän seine 93-jährige Mutter besuchen kann. Das berichtete das Portal „Times of Malta“ am Mittwochmittag. Die Genehmigung zur Ausreise gelte ab dem kommenden Montag, teilte Axel Steier mit. Er steht dem Dresdner Verein Mission Lifeline vor, der das gleichnamige Rettungsschiff unterhält, das Reisch steuerte. Laut eines Berichts des MDR vom Dienstag sollte Reisch als Sicherheit eine Kaution von 5 000 Euro hinterlegen und ein Rückflugticket vorzeigen. Der nächste Prozesstermin ist für den 30. Juli angesetzt.

Am Dienstag hatte sich das Gericht zur „Tatort-Besichtigung“ auf der Lifeline getroffen - zum offiziellen dritten Verhandlungstag. Amtsrichter Joseph Mifsud kam mit einer Schar von Gutachtern an Bord, Kapitän Claus-Peter Reisch und Mitglieder der Crew zeigten das Schiff und die benutzte Technik.

Die „Lifeline“ war fast eine Woche auf dem Meer blockiert, nachdem sie rund 230 Migranten vor Libyen gerettet hatte. Erst nach der Vereinbarung, dass die Migranten unter EU-Ländern aufgeteilt werden, erlaubte Malta die Einfahrt in einen Hafen. Der deutsche Kapitän muss sich vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, das Schiff ohne ordnungsgemäße Registrierung in maltesische Gewässer gesteuert zu haben. Reisch ist in Malta auf freiem Fuß, darf die Insel aber bisher nicht verlassen.

Unterstützung erhält der Verein Mission Lifeline auch von zwei Prominenten. Die Entertainer Klaas Heufer-Umlauf und Jan Böhmermann haben auf der Spendenplattform leetchi.de zusammen bereits knapp 445 000 Euro gesammelt, um die private Seenotrettung im Mittelmeer finanziell zu unterstützen. Böhmermann hatte seinen Aufruf ausdrücklich damit begründet, die Besatzung der „Lifeline“ bei den Prozesskosten entlasten zu wollen. „Lasst uns gemeinsam für die beste Verteidigung zusammenschmeißen, die man sich für Geld kaufen kann“, hatte Böhmermann erklärt. (szo/stb mit dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 24 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Mo H.

    Die Antiasylindustrie versucht krampfhaft Lebensrettern etwas anzuhängen. Es wird ihnen nicht gelingen. Aber was will man auch von einem Land erwarten, indem missliebige Journalisten einfach ermordet werden.

  2. Manfred Hengst

    Zu den prominenten Unterstützern gehört auch Jan-Josef Liefers und wird nun auch schon im Netz auch schon angepöpelt. Aber bei Malta fällt mir ein, Flüchtlingsboote nein, aber Jachten für russische Oligarchen die dann für eine Million eien EU-Staatsbürgerschaft erhalten ja.

  3. Hans Mischerling

    Mo H. es ist sehr schön, wie Sie versuchen Schlepper zu Lebensrettern zu machen. Wenn es Seenotretter wären, müssten Sie Ihre "Überlebenden" zurück nach Libyen bringen, oder wenigstens in Tunis absetzen. Überfahrt nach Europa hat nichts mit Seenotrettung zu tun, sondern mit Schleppen.

  4. Klar

    @1: Na dann geben / nennen Sie mal stichhaltige(!) Beweise (mit Quellen!), daß das Boot korrekt registriert ist und daß der Kapitän ein für den Einsatzzweck / -ort gültiges Patent hat!

  5. Felix

    @1: Mit Asyl hat das wohl wenig zu tun. Es ist illigale Einwanderung mit Hilfe von Schleppern. Mag sein, dass manche wirklich Leben retten wollen - doch gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht und in diesem Fall der falsche Weg.

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