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Mittwoch, 13.06.2018

Lebensretter seit 40 Jahren

Am Donnerstag ist Weltblutspendertag. Geehrt werden Männer und Frauen, die mit ihrem Blut Leben retten. Einer davon ist Karl-Heinz Biegler, Spender seit 40 Jahren.

Von Sylvia Jentzsch

Der Döbelner Karl-Heinz Biegler spendet regelmäßig sein Blut. Mehr als 130 Mal ist er bereits zum freiwilligen Aderlass gegangen.
Der Döbelner Karl-Heinz Biegler spendet regelmäßig sein Blut. Mehr als 130 Mal ist er bereits zum freiwilligen Aderlass gegangen.

© Dietmar Thomas

Döbeln. Vor mehr als 40 Jahren hat der Döbelner Karl-Heinz Biegler zum ersten Mal Blut gespendet. Am 31. März dieses Jahres war er zum 130. Mal zum Aderlass, wie er die Blutspende selbst bezeichnet. Schon in der Lehre begann der heute 65-Jährige damit, sein Blut zu spenden und setzte das auch während der Armeezeit fort. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich das damals des Geldes wegen gemacht. Immerhin gab es 48 Mark je Spende. Das hat sich schon gelohnt“, sagte Biegler.

Als er 1977 im Roten Banner in Döbeln begann, spendete er ebenfalls regelmäßig Blut. Die Spendenaktion organisierte der Betrieb. Hier gab es zwar auch Geld, Bananen und ein ordentliches Frühstück für die Spender. Doch wichtig waren für Karl-Heinz Biegler vor allem auch die regelmäßigen Untersuchungen, die vor jeder Spende noch heute vorgenommen werden. „Mehr ins Bewusstsein rückte auch die Tatsache, dass mit dem gespendeten Blut anderen Menschen geholfen werden kann. Ich habe eine begehrte Blutgruppe, die mit anderen Gruppen kreuzbar ist“, sagte Biegler. Dann machte er einige Jahre Pause vom Blutspenden. Nach der Wende sei dann viel geworben worden. Das hat gewirkt und Karl-Heinz Biegler war wieder mit an Bord. Seitdem geht er regelmäßig alle drei Monate zum Spenden.

Die Entnahme rege den Körper an, neues Blut zu produzieren. „Ich merke Ende des Quartals, dass es langsam Zeit wird, etwas altes Blut loszubekommen“, sagte Biegler. Ihm seien auch die Informationen über seine Blutwerte wichtig. Dann erfährt er, ob alles in Ordnung ist. Schon allein das ist Motivation genug, um zu spenden. Außerdem gewöhne sich der Körper an den regelmäßigen Aderlass, so der 65-Jährige. Und er will weitermachen, so lange es geht. Bis er 72 Jahre alt ist, ist das möglich – vorausgesetzt er erfüllt die Anforderungen. Biegler hat sich auch schon damit beschäftigt, was zu tun ist, wenn er einmal aufhören muss. „Ich hoffe, ich muss den Aderlass nicht schlagartig beenden. Es wäre schön, wenn sich der Körper langsam daran gewöhnen könnte“, sagte der Döbelner. Er fühle sich auf jeden Fall fitter als Gleichaltrige und schiebt das auch aufs Blutspenden. Biegler könne nur jedem raten, dem es gesundheitlich möglich ist, Blut zu spenden. „Es tut nicht weh, hält fit und man kann anderen Menschen helfen“, so der 65-Jährige. Er habe schon einige Unfälle gesehen, bei denen es für die Beteiligten nicht gut aussah und die sicher eine Bluttransfusion benötigt haben. Zum einen mache es stolz zu wissen, helfen zu können. Und zum anderen könne man ja auch selbst in eine solche Situation kommen. Es muss ja nicht immer ein Unfall sein, sondern auch bei einer Operation kann es notwendig werden, dass der Patient fremdes Blut benötigt.

Von Anfang an war Karl-Heinz Biegler Spender beim DRK. Und er fühlt sich beim Blutspendedienst immer gut aufgehoben, obwohl in den vergangenen Jahren das Personal immer wechselte. „Die Leute sind sehr nett, machen ein tolles Frühstück und Obst gibt es auch“, so Biegler. Schon auf dem Weg zur Körnerplatzschule, dem Blutspendelokal, freue er sich auf die Entnahme und die netten Gespräche mit anderen Spendern.

Seit 2004 wird am 14. Juni der Weltblutspendertag von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften begangen. Mit dem Ehrentag soll auf die Bedeutung der Blutspende und das damit verbundene soziale Engagement von Blutspendern weltweit aufmerksam gemacht werden.

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