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Freitag, 13.07.2018

Leben in trauter Zweisamkeit

Von Silke Richter

Anita und Hans-Peter Frey fühlen sich in Burghammer wohl. Das goldene Hochzeitspaar wünscht sich noch viele gemeinsame Jahre in ihrem Heimatort. In den Händen halten sie ihr Hochzeitsfoto. Foto: Silke Richter
Anita und Hans-Peter Frey fühlen sich in Burghammer wohl. Das goldene Hochzeitspaar wünscht sich noch viele gemeinsame Jahre in ihrem Heimatort. In den Händen halten sie ihr Hochzeitsfoto. Foto: Silke Richter

Ein schönes großes Haus mit gepflegtem Garten – hier lässt sich sehr viel Liebe zum Detail erkennen. Die Blumen stehen in voller Blüte, der Rasen hinterm Haus leuchtet saftig grün. Anita und Hans-Peter Frey haben sich in Burghammer ihren Lebensmittelpunkt geschaffen. Vor mehr als 50 Jahren nahm das seinen Anfang.

Warum auch immer, es zog den jungen Hans-Peter seinerzeit zu einer Tanzveranstaltung nach Bergen. Es war wohl ein Wink des Schicksals. „Denn eigentlich war dieses Dorf nicht unser Bereich. Uns junge Kerle zog es damals eher nach Weißkollm und Schleife“, erinnert sich Hans-Peter Frey. Doch wie es der Zufall so wollte, traf er ausgerechnet in Bergen seine zukünftige Frau. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, die bis heute erhalten geblieben ist, meint das Ehepaar einhellig.

Sie denken noch bestens an eine berauschende, grüne Hochzeit, die damals mit über 100 Gästen aus dem Familien- und Bekanntenkreis in Bergen gefeiert wurde. Dafür wurden extra ein Rind und zwei Schweine geschlachtet. Die Organisation übernahm damals der sogenannte Braschka. Der sorbische Hochzeitsbitter kümmerte sich um die vielen kleinen, aber sehr wichtigen Details. Er lädt die Gäste im Vorfeld ein und leitet durch den Hochzeitstag. „Es gab auch traditionelle sorbische Gerichte wie Rindfleisch und Meerrettich sowie Hochzeitssuppe. Und wir haben als Hochzeitspaar ein Stück Baumstamm zersägt“, erzählt Hans-Peter Frey rückblickend. Und Ehefrau Anita weiß noch, dass es ihr als verheiratete Tochter laut sorbischer Überlieferung nicht gestattet war, in den ersten wichtigen vier Wochen nach der Hochzeit ihr Elternhaus zu betreten.

Die „Puppenstube“ in Burghammer

Der Umzug zu ihrem frisch vermählten Ehemann nach Burghammer gefiel der jungen Braut allerdings ausgesprochen gut. Denn im Gegensatz zu ihrem Elternhaus, ein Vierseithof, der vor allem wirtschaftliche Funktionen wie Viehhaltung und Landwirtschaft erfüllen musste, war das Elternhaus von Hans-Peter Frey eher gemütlich und kleiner gestaltet. „Ich habe das Haus damals gern als Puppenstube bezeichnet. Deshalb hat es mir auch von Anfang an so gut hier gefallen. Das Bleiben fiel mir nicht schwer. Und eine Wohnung in Hoyerswerda oder in einer anderen Stadt kommt für uns nicht infrage. Dafür lieben wir unser Haus und unseren Garten viel zu sehr“, meint Anita Frey, während ihr Blick zufrieden über die grüne Oase schweift.

In diesem Moment öffnet sich plötzlich das Tor. Sohn Michael kommt zu Besuch, hält sich aber eher bedeckt. Das hat seinen Grund. Denn seit ein paar Tagen passieren rund um das Anwesen in Burghammer heimliche Dinge, über welche die beiden Kinder des Ehepaares und deren Familien nichts verraten wollen. Denn für die heute anstehenden Feierlichkeiten sind natürlich einige Überraschungen geplant.

Es wird dennoch genug Zeit bleiben, um über die vielen schönen Ereignisse und Erinnerungen, die das Ehe- und Familienleben, aber auch die Entwicklung von Burghammer beeinflusst haben, zu berichten und zurück beziehungsweise nach vorn zu schauen. So wird heute sicher auch die 786 Kilometer lange Fahrradreise des Ehepaares von Hamburg nach Burghammer für Gesprächsstoff sorgen. Oder die vielen Aktivitäten des Dorfclubs, in dem das Ehepaar Mitglied ist. Oder auch die prägende Zeit von Hans-Peter Frey, als er von 1992 bis 2014 als Ortsvorsteher in Burghammer tätig war. Ein Amt, das er vertrauensvoll in die Hände seines Sohnes Michael übergeben hat, der seitdem seine eigenen Fußstapfen als Ortsvorsteher hinterlässt. „Und das ist auch gut so. Die jüngere Generation muss man auch mal machen lassen“, findet Hans-Peter Frey, der sich besonders heute mit seiner Ehefrau genüsslich zurücklehnen und auf 50 gemeinsame Jahre als Familie, Ehepaar und Burghammeraner, die das Dorfleben immer noch maßgeblich mitprägen, zurückschauen kann.