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Donnerstag, 09.08.2018

Landkreis verkauft Flüchtlingsheim

Die Immobilie liegt zentral auf einem großen Grundstück an der Klenkestraße in Niesky. Verändert werden darf nichts.

Von Carla Mattern

Das Tor steht zwar offen, das Gebäude an der Hermann-Klenke-Straße in Niesky aber leer. Der Landkreis will sich jetzt von seiner Immobilie trennen.
Das Tor steht zwar offen, das Gebäude an der Hermann-Klenke-Straße in Niesky aber leer. Der Landkreis will sich jetzt von seiner Immobilie trennen.

© André Schulze

Niesky. Der Landkreis Görlitz hat keine Verwendung mehr für das Grundstück samt den Gebäuden an der Nieskyer Hermann-Klenke-Straße 1. Zuletzt lebten in dem Gebäude Flüchtlinge. Seit das Haus für diesen Zweck nicht mehr genutzt wird, steht es leer. Im Januar 2017 zogen die letzten Flüchtlinge aus.

186000 Euro ist das Mindestgebot für das knapp 3 900 Quadratmeter große Grundstück in zentraler Lage in Niesky. Ein großes zweigeschossiges, in traditioneller Mauerwerksbauweise errichtetes Gebäude steht darauf, sowie Garagen und ein Schuppen. Knapp 100 Jahre ist das Haus alt, Anfang der 1990er teilweise saniert, teilweise unterkellert, teilweise das Dach ausgebaut. Bevor im Jahr 2015 die ersten Flüchtlinge einquartiert wurden, ließ es der Landkreis für diesen Zweck umbauen. Ältere Nieskyer kennen das Haus noch als Wehrkreiskommando, der Landkreis nutzte es später unter anderem für die Führerscheinstelle. Bis zum 20. August nimmt die Landkreisverwaltung in Görlitz Angebote entgegen.

Der Spielraum für den neuen Besitzer ist begrenzt. Die Stadt Niesky hat für das Gebiet, in dem sich die Klenkestraße 1 befindet, einen Bebauungsplan „Verwaltungsstandort“. In dem Gebiet liegen außerdem das feuerwehrtechnische Zentrum der Stadt Niesky sowie der Polizeistandort Niesky der Polizeidirektion Görlitz, bestätigt Barbara Giesel, die Leiterin Technische Dienste aus dem Rathaus Niesky. Die drei Grundstücke grenzen aneinander. Aufgrund einer erst im Juni 2018 aufgestellten Satzung für dieses Gebiet gilt eine Veränderungssperre. Was das bedeutet, erklärt Barbara Giesel: „In dem Bereich kann sich nur Verwaltung ansiedeln“. Ob die Stadt Niesky selbst Interesse an dem Grundstück samt Gebäuden hat, will sie nicht sagen. „Dazu gebe ich keine Auskunft“, ist Barbara Giesels knappe Antwort. Und der Eigentümer? Ob es bereits Interessenten für die Immobilie gibt, ist auch aus der Landkreisverwaltung nicht zu erfahren. Julia Bjar aus dem Büro des Landrats verweist auf die noch laufende öffentliche Ausschreibung.

Eine weitere Immobilie bietet der Landkreis in Niesky an, die ehemalige Volkshochschule ganz in der Nähe des Gymnasiums am Zinzendorfplatz. Das Haus steht schon lange leer. Auch da ist noch nichts geschehen. „Das Objekt der ehemaligen Volkshochschule in Niesky soll ebenfalls verkauft werden“, teilt die Öffentlichkeitsmitarbeiterin aus dem Landkreis mit.

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