• Einstellungen
Mittwoch, 10.10.2018

Landkreis unterstützt Bäder

Nach lebhafter Diskussion bewilligt der Kreistag Hilfen für das Kamenzer Hallenbad und die Kirschauer Körse-Therme – verbunden mit einem großen Aber.

Der Landkreis beteiligt sich an der Finanzierung des Kamenzer Hallenbades und der Kirschauer Körse-Therme.
Der Landkreis beteiligt sich an der Finanzierung des Kamenzer Hallenbades und der Kirschauer Körse-Therme.

© dpa

Bautzen. Der Bautzener Kreistag hat auf seiner Sitzung am Montagabend den Weg für die Sanierung des mehr als 20 Jahre alten Kamenzer Hallenbades frei gemacht. Allerdings knüpft der Landkreis seinen finanziellen Einsatz an die Bedingung, dass sich die Stadt an den Kosten für den laufenden Betrieb beteiligt. Dazu laufen Gespräche, informierte Vize-Landrat Udo Witschas (CDU) die Kreisräte. Außerdem soll das Landratsamt zur nächsten Kreistagssitzung im Dezember eine neue Entgeltordnung für das Schulschwimmen in der kreiseigenen Kamenzer Halle vorlegen. Zurzeit summieren sich die Defizite auf jährlich 190 000 bis 215 000 Euro.

Der Kreistag bewilligte am Montag außerdem für 2018 einen Zuschuss von 250 000 Euro für den Zweckverband Körse-Therme. 2019 und 2020 soll der Verband jeweils 200 000 Euro aus der Kreiskasse bekommen. Dem Zweckverband gehören die Gemeinden Schirgiswalde-Kirschau, Obergurig, Sohland (Spree) und Beiersdorf an. Im Juli hatte sich der Verbandsvorsitzende, Schirgiswalde-Kirschaus Bürgermeister Sven Gabriel (FDP), hilfesuchend an Landrat Michael Harig (CDU) gewandt. Gabriel schilderte eine akute Haushalts-Notlage, die er auf verschiedene Ursachen zurückführte, zum Beispiel gestiegene Lohn- und Energiekosten sowie gesunkene Einnahmen in diesem heißen Jahr. Um die Kosten zu decken, hätten die Mitgliedskommunen des Zweckverbandes in diesem Jahr 500 000 Euro und in den nächsten zwei Jahren jeweils 400 000 Euro aufbringen müssen. Dazu sehen sie sich nicht in der Lage.

Dem Beschluss ging eine lebhafte Diskussion voraus. Mehrere Kreisräte warnten, die Finanzhilfen könnten auch in anderen Orten Begehrlichkeiten wecken. Roland Fleischer (Fraktion SPD/Grüne) forderte Vorkehrungen, damit sich so eine Situation nicht wiederholt. „Mit dem Beschluss kaufen wir uns Zeit“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Grahl. „In dieser Zeit sollten wir neue Betreibermodelle suchen.“

Der Kreistag ergänzte seinen Hilfsbeschluss um ein Aber: Sollten Kamenz und Körse auch nach 2020 Kreisgelder brauchen, stehen diese dann auch den Bädern in Bautzen und Hoyerswerda zu. (SZ/tbe)