• Einstellungen
Mittwoch, 03.01.2018

Warum baut China schneller?

Dichter, höher, moderner: Wird das Bauen in Deutschland gehemmt durch zu viele Vorschriften und das Streben nach Gerechtigkeit? Ein Beitrag von Eike Becker, Architekt.

Von Eike Becker

25

Bild 1 von 2

Immer schneller, immer höher: So wie sich hier die Skyline von Schanghai als Ansammlung hochmoderner Architektur präsentiert, entwickeln sich chinesische Städte in einem Tempo, das hierzulande unvorstellbar ist.
Immer schneller, immer höher: So wie sich hier die Skyline von Schanghai als Ansammlung hochmoderner Architektur präsentiert, entwickeln sich chinesische Städte in einem Tempo, das hierzulande unvorstellbar ist.

© Getty Images

Eike Becker, geboren 1962, studierte in Aachen, Paris und Stuttgart Architektur. Er arbeitete in London bei Norman Foster und Richard Rogers und gründete 1999 mit Helge Schmidt das Büro Eike Becker Architekten in Berlin. Das Büro arbeitet an Schnittstellen von Architektur und Stadtplanung mit innovativen Materialien und sozialer Verantwortung. Den Text entnahmen wir der Zeitschrift „Immobilienwirtschaft“.
Eike Becker, geboren 1962, studierte in Aachen, Paris und Stuttgart Architektur. Er arbeitete in London bei Norman Foster und Richard Rogers und gründete 1999 mit Helge Schmidt das Büro Eike Becker Architekten in Berlin. Das Büro arbeitet an Schnittstellen von Architektur und Stadtplanung mit innovativen Materialien und sozialer Verantwortung. Den Text entnahmen wir der Zeitschrift „Immobilienwirtschaft“.

© privat

Wir landeten 1995 zwischen den Hochhäusern in Kai Tak, mitten in der Stadt. Victoria Harbour war noch dicht befahren von Dschunken und Ozeanriesen. Die Bank of China von I. M. Pei hatte zwar Probleme mit dem Feng Shui, konnte aber mit Eleganz und 367 Metern Höhe der HSBC, dem damals teuersten Gebäude der Welt von Norman Foster, den Rang als spektakulärstes Haus von Hongkong abnehmen. Ich war begeistert von dieser so dynamischen Stadt, die Europa und Asien in sich zu vereinen schien. Zwischenzeitlich mussten die Briten ihre damalige Kronkolonie verlassen, und China hat übernommen. Ein Land, zwei Systeme. Das war 1997.

Zwanzig Jahre später steige ich im Provisorium von Berlin-Schönefeld ins Flugzeug und lande zwölf Stunden später auf dem Flughafen Chek Lap Kok, der nach acht Jahren Bauzeit 1998 öffnete. Im Jahr 2016 wurden dort über 70 Millionen Passagiere abgefertigt – in Frankfurt/Main waren es 60 Millionen. Schon aus dem Flugzeug beobachte ich Hunderte von Sandlastkähnen, die für die nächste Landebahn die Insel erweitern. Der Airport Express bringt uns in 25 Minuten direkt vom Terminal nach Central. In München dauert das seit vierzig Jahren über eine Stunde. Im Vorbeifahren sehe ich die neue, siebzig Kilometer lange Brücke über das Perlfluss-Delta nach Macao, dem Las Vegas Asiens. Bauzeit sieben Jahre.

Alles ist viel dichter, höher, größer geworden. Seit 2010 ist das ICC mit 484 Metern das höchste Haus der Stadt. Hongkong ist heute die Stadt mit den meisten Hochhäusern überhaupt. 1 300 davon sind über 140 Meter hoch. Fast doppelt so viele wie in New York. Frankfurt hat achtzehn, ganz Deutschland insgesamt 25. Der Dimensionssprung ist enorm. Hongkong hat so viele Einwohner wie die vier größten deutschen Städte Berlin, Hamburg, München und Köln zusammen, nämlich 7.3 Millionen. Zusammengenommen leben im Perlfluss-Delta heute vermutlich 60 Millionen Menschen auf einer Fläche gerade so groß wie Niedersachsen.

Hongkong kann heute nur mit China zusammen verstanden werden. Fünfzehn Städte zählen dort schon je zehn Millionen und mehr Einwohner. 1,4 Milliarden Chinesen gibt es. Das sind mehr Einwohner als in Nordamerika, Europa und Russland zusammen. In einem Staat, zentral gelenkt. Der Urbanisierungsgrad Chinas lag 1990 bei 26 Prozent. Heute leben bereits etwa 55 Prozent der Chinesen in Städten. Und die mussten im selben Zeitraum gebaut werden.

Als Deng Xiaoping 1979 die Sonderwirtschaftszone um Hongkong ausrief, exportierte die chinesische Wirtschaft im Jahr so viele, wie heute in sechs Stunden. In Deutschland beherrschen andere Schlagzeilen die Medien. Der neue Berliner Flughafen, die Elbphilharmonie, die Staatsoper sind keine Einzelfälle. Bauen dauert in Deutschland schleppend lange. Entscheidungen werden sorgfältig abgewogen, manchmal hinausgezögert. Baurecht muss den verantwortlichen Institutionen im Laufe von langwierigen Verfahren mühsam abgerungen werden.

Wer Bauvorhaben in Deutschland zügig und kostengünstig oder auf besondere Weise durchführen möchte, läuft schnell auf Grund. Allgemeingültige Gesetze fördern die ausgewogenen Mittelpositionen. Die Genehmigungsverfahren sind kompliziert und anspruchsvoll. Tausende von Standards und Normen regeln fast alles. Innovative Lösungen tun sich damit schwer. Machen wir uns also handlungsunfähig durch zu viele Rechtsvorschriften, lückenloses Streben nach Gerechtigkeit, Sicherheit und Dauerhaftigkeit? Werden wir durch immer höhere Ansprüche an das, was wir tun, und durch das Streben nach Perfektion immer langsamer? Werden wir dadurch abgehängt?

Warum ist das in China so anders? Nach Maos Tod 1976 war China ein hungerndes, bitterarmes Agrarland. Eine Gruppe um Deng Xiaoping brachte dann das Land auf den Weg zur „sozialistischen Marktwirtschaft“. Sonderwirtschaftszonen wurden eingerichtet, und die Bauern durften auf eigene Rechnung wirtschaften. Chinas Wirtschaft gehört seitdem zu den am schnellsten wachsenden der Welt. Das Land hat bis heute und auf Jahre hinaus einen riesigen Nachholebedarf. Heute herrscht dort eine Stimmung wie in den USA zur Zeit des Wilden Westens. Alles wird gebraucht, muss aufgebaut und ausgebaut werden. Mit allem lässt sich Geld verdienen. Auch in Deutschland kennen wir das aus den Wirtschaftswunderjahren der Nachkriegszeit. So lange ist das noch nicht her.

Aber: Was ist anders? Hosea Duan ist ein 36-jähriger Projektentwickler, der in Shenzhen gerade einen Hochhauskomplex fertiggestellt hat. Mit stolz verschränkten Armen fragt er mich, was er besser machen kann. Vor so viel naivem Selbstbewusstsein fällt mir die enttäuschende Antwort schwer. Er hat genau die gleichen Fehler gemacht wie die deutschen Wohnungsgesellschaften in den Aufbaujahren. Ganze Stadtteile wurden da zusammengeschustert, die nicht wirklich für die Menschen gemacht sind, die dort mit ihren Nachbarn ihr Leben teilen wollen. Fehler, die wir heute gerade aufwendig zu beheben versuchen. Rückständigkeit und Ideenlosigkeit sind zwar die sichtbaren Ergebnisse der Arbeit von Hosea Duan, aber nicht das eigentliche Problem. Etwas ist in China grundsätzlich anders: China ist kein Rechtsstaat.

Das Land leidet unter einer korrupten Einparteiendiktatur. Hosea Duan musste auf dem Weg zu seinem schnellen Reichtum die örtlichen Parteikader bestechen, damit er das Grundstück bekam. Er musste Mitarbeiter in den Behörden bestechen, um die Baugenehmigung zu erhalten. Da bleibt keine Zeit für einen Wettbewerb als Qualifizierung für sein Projekt. Er musste Beamte bestechen, um die in historischen Häusern lebenden Anwohner zu enteignen und zu vertreiben. Die konnten sich gegen die korrupten Parteifunktionäre nicht wehren.

In den Redaktionen der Zeitungen sitzen Zensoren, das Internet wird kontrolliert. Ich frage mich, was eigentlich Hosea Duan passiert, wenn er aus dem Korruptionskreislauf aussteigt oder ein Funktionär sein Unternehmen gleich ganz übernehmen möchte? Hosea Duan will jetzt auch in Kanada investieren.

Und was bedeutet das für Deutschland? Viele beschweren sich hierzulande über die langsamen Ämter und die langen Entscheidungswege bis zum Baurecht. Zumeist sind hier die Behörden personell unterbesetzt, unterbezahlt und technisch nicht angemessen ausgestattet. Ein Skandal, wie achtlos hierzulande die so wichtigen Institutionen behandelt werden. Und in den politischen Ausschüssen und Parlamenten sitzen häufig Laien, die sich im Parteienstreit verfransen und nicht sachorientiert handeln. Da besteht Reformbedarf. Thema: die bauende Demokratie.

Aber in einem Rechtsstaat ist der Weg zu einer Bauvoranfrage, einem Bauantrag oder einem Bebauungsplan genau vorgeschrieben. Abweichungen davon beeinträchtigen die Rechte Dritter, die ihr Recht einklagen können. Da sind Wissen und Sorgfalt erforderlich.

Gute Architektur und nachhaltiger Städtebau sind in der Regel das Ergebnis umfangreicher Diskussionen und Abstimmungsprozesse. Nicht die schnellen, einsamen Entscheidungen kleiner Cliquen sind langfristig erfolgreich, sondern die Strukturen, die faire, gleiche und offene Beteiligung regeln und zu nachhaltigen Entscheidungen, guter Architektur und langfristig lebenswerten Städten führen. Das sind die Errungenschaften, die ein extrem hohes Gut darstellen und dabei für Gesellschaften so schwer zu erreichen sind. Diktaturen können nicht dauerhaft kreativ und nachhaltig sein.

Unter dem Titel Perspektiven veröffentlicht die SZ kontroverse Texte, die Denkanstöße geben und zur Diskussion anregen sollen.

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 25 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. FR

    Oh ja. Die bösen, bösen Chinesen ;) Zum Glück gibt es bei uns in Deutschland keinerlei Korruption und unsere Projekte sind zwar meist laaaangsamer, aber dafür auch immer viel innovativer und nachhaltiger. Deshalb ist auch mal wieder an der Zeit, anderen Ländern zu zeigen, was richtig und falsch ist! Das die Chinesen schneller, produktiver, etc. arbeiten stimmt natürlich überhaupt nicht und liegt nur an deren Systemfehler(n). "Diktaturen können nicht dauerhaft kreativ und nachhaltig sein." Behaupten wir mit welchem Recht? Ich bin beruflich sehr häufig in China und kann diese ständigen Vorurteile nicht bestätigen. Natürlich ist da nicht alles gut, aber diese negative Darstellung ist doch eine sehr einseitige Betrachtungsweise und wird den Menschen, die in China leben und arbeiten, nicht gerecht.

  2. smoky

    Danke für den Artikel. Derart verdichtete Regionen sind wohl eher eine "Notlösung" : Die Menschen sind da und es muß, durchaus eindrucksvoll, funktionieren. Erstrebenswert? Ob allerdings hier die Ämter (mit aller zur Verfügung stehenden Technik) unterbesetzt sind? Vielleicht hat das hiesige System seine Erneuerungsschwelle schon überschritten? Wenn, wie beim BER bei der (pleitegegangenen) IMTEC mehr Juristen als Baufachleute die Geschäfte abwickeln, wenn, wie auf der Oskarstraße ein kleiner Verfahrensfehler den Bau um (vorerst) ein rundes Jahr verzögert, oder WSB usw., dann sollte vielleicht das System auf den Prüfstand gestellt,entschlackt und auf Praktikabilität überprüft werden...? Blöderweise sitzen aber die, die von den Ungereimtheiten profitieren, an den Stellhebeln, schaffen Pöstchen um Pöstchen in Bürokratie und Politik, reiben sich in (aufgeblähten) "Prozessen" und "Verfahren" auf. Vieles ist gut und richtig, doch Maß und Verteilung stimmen nicht (mehr)...

  3. Franz

    Deutschland hat keine Korruption, aber es müssen oft die Richtigen die notwendigen Anträge stellen. Dann verwandelt sich Ackerland in Bauland und auch die Erschließung und der Umweltschutz sind kein Problem. Extrem hinderlich auch der Umstand, daß der Dienstherr der Behörden gleichzeitig Mitspieler auf dem Immobilienmarkt ist und selbst kauft, verkauft und Bauherr ist. Dann bekommt das kommunale Grundstück Baurecht, während daneben liegendes Privatland aus phantasievollen Gründen nicht bebaut werden darf. Land und Kommunen verdienen sehr gut an überteuerten Immobilienpreisen, man hat gar kein Interesse an einem Preisverfall durch größeres und einfacheres Angebot.

  4. Mac Lear

    @Franz (3.): "überteuerte Immobilienpreise"... Wo? In Dresden? Im Vergleich mit kulturell und industriell ebenbürdigen, ähnlich großen europäischen Städten liegt unsere Stadt ziemlich moderat im hinteren Preisfeld. Das kann sich aber noch ändern - und zwar ziemlich rasch.

  5. Sascha

    Läge die Oskarstraße in China, hätte Dr. Paul 14 Tage Zeit, seine 7 Sachen zu packen - die neue Tramlinie hätte dann einen guten Radius ;-)

  6. Felix

    Naja, bautechnisch sind die Chinesen sicher fortschrittlicher als wir, doch man darf nicht nur die eine Seite der Medaille sehen. China hat ein riesiges Umweltproblem. Ich glaube kaum, dass wir dies hier auch wollen. Und genauso der Punkt mit der Übervölkerung - ich finde es nicht erstrebenswert, zig Millionen Menschen auf engstem Raum zu haben.

  7. Larso

    China hat 6000 Jahre Kulturgeschichte, dagegen sind unsere 68 Jahre wie ein Hauch von der Seidenstraße.

  8. Sören Göhler, Dresden

    In der Zeit, in der hierzulande nicht ein Flughafen fertig wurde, wurden bis jetzt in China mehre dutzend und bis 2020 werden 74 Flughäfen gebaut sein. Während hierzulande paardutzend Kilometer ICE-Strecke mit mehrfach liegenbleibendem Zug gefeiert wird, baut China tausende Kilometer Bahnstrecke und nutzt diese. Während hierzulande die Solarbranche nachhaltig zerstört wurde, baute China die Stadt Dezhou, die mit über 95 % Solarstrom versorgt wird. Während hierzulande ein Konsortium aus mehreren Firmen an einem E-LKW mit 70 km Reichweite bastelt, gibt es in China seit Jahren mehrere Hersteller von E-LKWs mit einer Reichweite von bis zu 400 km lt. der Werbung, laß es reelle 250 km sein. Währenddessen hierzulande das Pro-Kopf-Einkommen seit Jahren sinkt, steigt es in China. Währenddessen hierzulande die Politik in Wahlperioden "denkt" und einzig im Sinne einer Lobby-Minderheit handelt, richtet China seine Politik strategisch-langfristig zum Wohle des ganzen Volkes aus.

  9. smoky

    Na @ Sören Göhler, vielleicht eine etwas eindimensionale, technokratische Sicht? "Zum Wohle des GANZEN Volkes" wurde hier schon mal gewirtschaftet, ging aber nicht so ganz gut und kam auch nicht bei ALLEN so gut an. Ansonsten würde ich Ihnen empfehlen: Sofort nach China auswandern! Aber im Ernst: es braucht immer etwas Zeit um zu erkennen, was das geringere Übel ist.

  10. Mighty

    @Larso: Ich rätsel was ihr Satz bedeuten soll. Reduzieren Sie Deutschland und Europa auf die Nachkriegszeit und vergleichen das mit einem China quer durch alle Epochen? Das hinkt gewaltig. China ist anders, riesig, komplex und aktuell voller Angst vor Rückständigkeit und bemüht diese mehr als wett zu machen. Dabei wird auf Nichts und Niemand Rücksicht genommen. Wir haben aber etwas gemein. Es zählt das Geld und nicht der Mensch.

  11. Larso

    Ich muss mich berichtigen. China hat 6000 Jahre Kulturgeschichte und wir gerademal 27 Jahre Versuch der Kulturkopie2,0 von denen seit der Wiederauseinandervereinigung.

  12. Andreas Aysche

    Selbstgerechter Schmarrn oder nur pfeifen im Wald? Entscheiden sie selbst! Selten so einen dämlichen Stiefel gelesen. Hier wird komplett ignoriert, dass es in China in den zurückliegenden Jahren riesige gesellschaftliche Fortschritte gegeben hat, die Millionen von Chinesen zu einem besseren Lebensstandard verhalfen. Das der jetzige Partei- und Regierungschef gerdade durch seinen Kampf gegen die Korruption Ansehen gewann...kann so ein "wir sind die Guten" Apologet natürlich komplett ignorieren. Merke: Nur an unserem Wesen kann die Welt genesen. Vielleicht nimmt die Dame ja mal folgende Umfrageergebnissen zur Kenntnis: https://www.weforum.org/agenda/2017/01/which-countries-are-on-the-right-track-according-to-their-citizens Man betrachte mal das Ende dieser Tabelle.

  13. Sören Göhler, Dresden

    @9: China hat zwar eine Mauer, doch keine undurchlässige - das ist der Unterschied. Touristen aus China sieht man in aller Herren Länder, Touristen aus der DDR sah man damals eher weniger in den meisten Ländern dieser Welt. Produkte aus China findest Du auf der ganzen Welt, DDR-Produkte fand man damals allenfalls im Katalog eines großen Versandhauses und im RGW. Sicher scheint nicht jeden Tag in China die Sonne, doch, ganz im Gegensatz zu hier, immer öfter. Deutschland ist längst das Dritte-Welt-Land von morgen, die Zukunft liegt in Asien und zwar nicht nur in China. @6: Unser Umweltproblem haben wir nach Afrika verlagert, denn wir exportieren unseren Müll dorthin, damit es hier schön sauber ist. China packt das Umweltproblem an, indem beispielsweise die E-Mobilität staatlich gefördert wird. Innerhalb von 17 Jahren ist die Stromproduktion durch Solarkraftwerke von 16 MW 1999 auf 77.420 MW im Jahre 2016 angestiegen. Heißwasseranlagen sind Standard auf Neubauten in China.

  14. Autofahrer

    @Sören Göhler, Dresden-endlich mal jemand der sachlich diskutiert.Unser Umweltproblem haben wir nach Afrika verlagert, :Ja wohin werden denn all die in D ausgemusterten Altautos exportiert?Ich möchte nicht wissen wieviel Tausende gewinnbringen dahin verscherbelt wurden.Umweltschutz in Deutschland?

  15. Der Freitag

    Nur noch selten wundere ich mich darüber, für wie unbedarft manch Schreiberling, ich meine nicht unbedingt die Foristen, den Leser hält. Gerade Deutschland befindet sich auf einen der ersten Plätze in Sachen Korruption in der Welt. Da geht es um viel Geld, zu bekommen durch Herkunft und Geburtsort. In Dresden baut man eine Brücke, die doppelt so viel kostet, wie ein Riesenbauwerk in Stralsund. Die Albertbrücke ist immer noch nicht fertig, verschlingt aber Millionen und unten sieht man die braune Brühe aus dem gerade sanierten Bauwerk laufen. Das wird noch, sagen die im Rathaus und grinsen. Eine Brücke wie das Blaue Wunder meint man, nicht demontieren zu müssen, um die Korrosion zwischen den Nieten heraus zu bekommen. Etc. Hier sehe ich die wahre Korruption, wenn Leute Sachen und Ideen aus der öffentlichen Hand bezahlt bekommen, ohne dass dies Leistungen tatsächlich dem Zweck dienen. Aber China Ratschläge geben, wie ein Rechtsstaat funktionieren solllte, ha,ha..

  16. smoky

    @Sören Göhler ...wenn die Sonne nicht gerade durch Smog verdunkelt wird. Immerhin gehört China -noch- zu den größten CO2 Emittenten. Chinas Erfolge sind unbestritten, doch auch die haben Schattenseiten. Und auf die wollte der Autor wohl hinweisen. Und ja, siehe @2, wenn hier nicht aufgepasst wird, passiert das, was sie prophezeien (Dritte- Welt...)

  17. Sören Göhler, Dresden

    @14: Es sind nicht nur die Altautos, auch der Elektronikschrott wird nach Afrika entsorgt, wo dann unter übelsten Bedingungen oft von Kindern die Rohstoffe wiedergewonnen werden. Kranke Menschen und vergiftete Böden sind dort das Resultat, das die meisten Umweltverfechter hier nicht sehen wollen. @16: Das Smogproblem ist bekannt und die Ursachen werden schrittweise beseitigt, indem beispielsweise bei ungünstigen Wetterlagen smogverursachende Industrie heruntergefahren wird. Seit Anfang des Jahres dürfen 533 Fahrzeugmodelle nicht mehr angefertigt werden, weil diese zu viel Dreck machen. So wie die Entwicklung Chinas in den letzten 40 Jahren verlaufen ist, wird China in spätestens 10 Jahren mindestens die hiesigen Umweltstandards erfüllen - und zwar ohne das Problem ins Ausland zu verlagern. Den Chinesen ist offenbar bewußt, daß wir nur diese eine Erde haben - bei der westlichen Industrie und Wirtschaft habe ich da allerdings meine Zweifel.

  18. Pomp-Albtraum

    Der Autor hat mit seiner Analyse durchaus recht. Unkontaminiertes brauchbares Agrarland, dessen Früchte uneingeschränkt für den Verzehr zugelassen sind, wirft über die Jahrzehnte inflationsbereinigt eine Rendite zwischen 3-5% ab. Agrarland ist immer nutzbar. Mietraum und Immobilien werfen bei einer NICHT spekulativen Bewirtschaftung auch nicht mehr als 5% ab. Bei einer hochspekulativen Bewirtschaftung stehen Gebäude,Straßenzüge, gar ganze Viertel und Orte fast leer, der Buchwert der Anlageobjekte bleibt aber aufgrund der hohen Marktpreise ohne Preiskorrekturen immer noch erhalten ohne das die Verbraucher etwas davon haben. In jedem Fall wird das bebaute Land kein traditionell bearbeitbares Ackerland mehr werden. Die luxuriöse Gleichförmigkeit wird öde, das Müllaufkommen u. d. Energieverbrauch gigantisch sein,Rohstoffe selten, die Artenvielfalt zerstört und d. Gefahr d. Technokraten-Willkür allgegenwärtig werden, d. Streß der hochverdichteten Zivilisation enorm hoch sein.

  19. Pomp-Albtraum

    @an Alle! Haben Sie sich einmal angesehen, wieviel wertvollstes Acker-und Naturland versiegelt/kontaminiert worden ist? In China wäre eine Region, wie Sachsen locker innerhalb von 9 Jahren komplett(!!) in Beton und Glas verkleidet! Was ist daran begehrenswert? Das ist dumm! In Deutschland müssen mehrere Hersteller von solchen Großbauprojekten über Jahrzehnte davon leben(!!!), weil einfach der Bedarf nicht vergleichbar hoch sein kann, wie jener in China! Das leuchtet doch wohl ein. D braucht keine weiteren 5 Flughäfen! Soll etwa Sachsen zur Ferienzeit völlig verwaisen? Soll jedes Gebirge untertunnelt werden müssen, damit Techno-Fetischisten jubilieren können? Guckt Euch den gebauten Müll doch einmal wirklich genau an! Es ist schon heute schwer genug 2 km Strecke unberührte Natur in D zu finden, weil wirklich fast alles versaut wird! Die Mrd.-projekte in China machen einige extrem reich, helfen aber den landlosen Wanderarbeitern NICHT und gefährden die Überlebengrundlagen!

  20. Palle23

    @15 Der Freitag: Sorry, aber was Sie bezüglich Korruption in Deutschland schreiben, ist völliger Blödsinn. Sicherlich gibt es auch bei uns vereinzelt Korruption, aber Deutschland gehört mitnichten zu den korruptesten Ländern weltweit. Das genaue Gegenteil ist der Fall! http://www.laenderdaten.de/indizes/cpi.aspx Wenn ich dann höre, dass zum Beispiel in Albanischen Universitäten die Prüfungsnoten ausschließlich von der Anzahl der Scheinchen abhängen, die der Student dem Professor zusteckt, wundert mich das auch überhaupt nicht. Solche Zustände wären bei uns undenkbar.

  21. Pomp-Albtraum

    @an Alle! Wo werden Stromausfälle, bewaffnete Aufstände, Hackerangriffe, Terroranschläge mit C-Waffen wohl dramatischere Konsequenzen haben- in einer chinesischen Metropolregion oder einem gemütlichen Landstrich? Wo werden die Menschen für das Bezahlen Ihrer Miete härter ackern müssen, in einem ererbten Bauernhof oder in der City einer chinesischen Metropole? Alle die Leute, die hier herumprollen, sollen sich selbst einmal fragen, ob sie den Preis eine ruinierte Gesundheit, 10-12h Arbeitstage, mangelnden Arbeitsschutz, Willkür v. Parteivorständen, Totalüberwachung wirklich selbst aushalten wollen und können?! Von den zahlreichen Umweltkatastrophen Chinas wird hier fast nie berichtet! Das sich zeitweise tausende Tonnen Quecksilber, in Flüssen ergossen haben. Broken Arrows, Nukleardesaster,Chemiekatastropeh- totgeschwiegen. China ist der größte Artenkiller,Umweltverpester,Bilanzfälscher(Export)! D. China den Sondermüll in Form v.Solarzellen bei uns entsorgt hat- wieder vergessen!

  22. smoky

    @17, es wäre ja wirklich großartig, wenn der chinesische Umwelttraum wie von Ihnen beschrieben aufgehen würde. Real habe ich da so meien Zweifel. Es ist auch nicht so, dass nur D "manche seiner Probleme nach Afrika verlagert", es ist vielmehr die globalisierte Wirtschaft, auch die chinesische, die sich über Ländergrenzen hinweg maximale Profite sichern will und Staaten relativ machtlos macht. Nur ist in China immmer noch Wirtschaft -fast- gleich Staat. Ich glaube @18, 19, 21 beschreibt einige der chinesischen Probleme zwar etwas düster, aber durchaus plausibel.

  23. Pomp-Albtraum

    @an Alle! Wo werden Stromausfälle, bewaffnete Aufstände, Hackerangriffe, Terroranschläge mit C-Waffen wohl dramatischere Konsequenzen haben- in einer chinesischen Metropolregion oder einem gemütlichen Landstrich? Wo werden die Menschen für das Bezahlen Ihrer Miete härter ackern müssen, in einem ererbten Bauernhof oder in der City einer chinesischen Metropole? Alle die Leute, die hier herumprollen, sollen sich selbst einmal fragen, ob sie den Preis eine ruinierte Gesundheit, 10-12h Arbeitstage, mangelnden Arbeitsschutz, Willkür v. Parteivorständen, Totalüberwachung wirklich selbst aushalten wollen und können?! Von den zahlreichen Umweltkatastrophen Chinas wird hier fast nie berichtet! Das sich zeitweise tausende Tonnen Quecksilber, in Flüssen ergossen haben. Broken Arrows, Nukleardesaster,Chemiekatastropeh- totgeschwiegen. China ist der größte Artenkiller,Umweltverpester,Bilanzfälscher(Export)! D. China den Sondermüll in Form v.Solarzellen bei uns entsorgt hat- wieder vergessen!

  24. Larso

    10. Mighty. So ist es. Aber, ungewollt oder auch nicht, haben Sie eine kurze Umschreibung geliefert für die sogenannte Wertegesellschaft hier, in der ich nichts anders erkennen kann als Geldgier und Umweltverschmutzung. Das der Mensch darin gar keine Rolle spielt außer ihn kann man auspressen wie eine Zitrone, sei hier nur am Rande erwähnt. Die GRÖSSTE Mülldeponie ist gar nicht die Abfalldeponie der Städte, es ist die Gesellschaft selber und da ist es egal wo auf dem Planeten. Und die Korruption ist die Abdeckung auf dieser. Nur in der Sowjetunion gibt es sowas nicht.

  25. Dr. Thomas Kiefer

    Zwischen den neuen Hochgeschwindigkeitsbahnhof und dem alten Flughafen Shanghais steht seit Jahren die marode Endhaltestelle des Shanghaier Transrapids, die nie in Betrieb ging. Anlieger verhinderten den Streckenbau. in Chinas Metropolen kommen Unternehmen und Bürger eher zu ihrem recht, als beispielsweise in dem "demokratischen" Indien. In drei Jahrzehnten verhundertfachten sich in China die Durchschnittseinkommen, die durchschnittliche Wohnfläche stieg um ein mehrfaches. Das eigentliche Problem ist, das in Deutschland öffentliche Planung und Behörden nicht funktionieren - siehe Berliner Flughafen. Bei uns redet die Politik mehr in die Umsetzung der Projekte hinein, Fachkompetenz ist dabei nicht gefragt. Wie sollten bei der Umsetzung von Projekten von China lernen, dabei natürlich rechtsstaatliche, demokratische Prinzipien wahren und nicht mit so einem neokolonialistischen, rassistisch erscheinenden Blick auf andere Kulturen schauen.

Alle Kommentare anzeigen

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.