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Donnerstag, 02.08.2018

Sonntag wird wieder Zahltag

Rom. Die neue italienische Regierung schafft den freien Eintritt in öffentliche Museen ab, der bisher an jedem ersten Sonntag im Monat galt. Stattdessen sollen die Museen selbst entscheiden können, wann sie solche Gratis-Angebote machen, erklärte Kulturminister Alberto Bonisoli. Die jetzige Regelung beachte nicht die Besuchszahlen, die je nach Saison und Region variierten. Nach dem Sommer solle sie daher nicht mehr gelten.

Lob kam von Museumsdirektoren wie dem Deutschen Eike Schmidt, der die Gemäldegalerie Uffizien in Florenz leitet. Viele Touranbieter hätten das System ausgenutzt und hätten die ausländischen Touristen an dem freien Tag ins Museum geschickt und sie trotzdem zahlen lassen, sagte Schmidt der Zeitung „La Nazione“. Das System sei am Anfang sehr gut gewesen, um die Menschen wieder in die Museen zu bringen, sei dann aber zu einer „Art Spekulation“ geworden.

Bonisoli hatte die Neuregelung am Dienstag angekündigt. „Nehmen wir zum Beispiel Pompeji: Wer geht da im November hin? Man könnte dann den ersten oder alle Sonntage freien Eintritt gewähren, weil es nicht so viele Besucher gibt“, sagte er. „Das Problem ist, wenn man vom Minister dazu gezwungen ist, den ersten Sonntag im August freien Eintritt zu geben, mit Tausenden von ausländischen Touristen, die denken, dass die Italiener verrückt sind, weil sie sie gratis reinlassen.“

Italien hat die meisten Unesco-Kulturerbestätten der Welt und beheimatet einige der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten und Museen der Welt. Zum Beispiel kann man bisher jeden ersten Sonntag im Monat auch umsonst in das Kolosseum in Rom.

Die Vorgängerregierung hatte den freien Sonntag eingeführt, was sowohl bei Touristen als auch Einheimischen gut ankam. Die Maßnahme sei ein „kultureller und sozialer Faktor, der rund zehn Millionen Menschen seit 2014 erreichte“, erklärte Ex-Kulturminister Dario Franceschini. Es wäre schade, dies abzuschaffen. (dpa)

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