• Einstellungen
Freitag, 09.11.2018

Geht’s noch schmutziger?

Nach drei Jahren bringen The BossHoss ein neues Album heraus, das vielseitiger ist als je zuvor. Doch ein Genre sparen sie weiterhin konsequent aus.

Von Thomas Bremser

2016 zogenThe BossHoss den Stecker. Nun sind sie nach einer Pause zurück.
2016 zogen The BossHoss den Stecker. Nun sind sie nach einer Pause zurück.

© dpa

Sie spielen seit 2004 fast ununterbrochen Konzerte, sind in mehreren TV-Shows zu sehen – parallel zu immer neuen Alben. Ende 2016 zogen die Country-Rocker von The BossHoss dann den Live-Stecker und nahmen eine Auszeit. Nun melden sich Alec Völkel und Sascha Vollmer mit „Black Is Beautiful“ zurück und stürmen gleich die Charts.

„Wir wollten live einfach mal etwas runterfahren und auch den Leuten etwas Luft verschaffen“, erklärt Völkel die Pause. Die eineinhalb Jahre konnten die beiden Musiker für Dinge nutzen, für die sie lange keine Zeit hatten. „Rausgehen, Sachen erledigen, länger in den Urlaub fahren, mal die Beine hochlegen“, sagt Vollmer. Der 46-Jährige trat außerdem mit seiner früheren Band Hot Boogie Chillun auf.

Aber dann fing es wieder an, dieses Kribbeln. In den vergangenen Monaten hat sich vor allem Vollmer, der die meisten Songs schreibt und arrangiert, in das Berliner BossHoss-Studio im Stadtteil Prenzlauer Berg eingeschlossen. Herausgekommen ist mit Album Nummer acht die bislang vielseitigste Platte der Rockmusiker. „Wir trauen uns mehr zu und probieren aus. Das heißt nicht, dass wir es am Ende nehmen. Aber wir lassen alles erst mal zu“, sagt Völkel. „Die neue Platte ist rockiger, schmutziger und facettenreicher.“ „Black Is Beautiful“ beginnt mit der gleichnamigen Hardrock-Nummer, schlägt dann aber schnell den Bogen über Country zu Pop-Rock und Blues. Die Berliner Band, die sich zu Beginn mit Cover-Versionen wie „I Say A Little Prayer“ oder „Hey Ya!“ einen Namen machte, nutzt E-Gitarren, Mundharmonika, Bläser und Streicher.

Coaches bei „The Voice Senior“

Mit ihrem Genremix haben es die ehemaligen Werbegrafiker geschafft, Jahr für Jahr mehr Fans zu erreichen. Vor allem nach ihrer Teilnahme an erfolgreichen Fernsehshows wie „The Voice of Germany“ und „Sing meinen Song“ ging es steil bergauf. Immer mehr Radiosender spielten ihre Lieder, 2014 bekamen sie ihren ersten Echo und mit ihrem bislang letzten Album „Dos Bros“ ging es vor drei Jahren erstmals auf Platz eins der Album-Charts.

Auch auf dem aktuellen Nachfolger finden sich radiotaugliche Nummern wie „AYO“ und „Smile“. Aber auch die Blues- und Rocknummern sind allesamt eingängig und machen gute Laune. Dabei sticht die sechsminütige Country-Hymne „What Could Possibly Go Wrong“ zum Abschluss heraus. Man sieht Völkel und Vollmer förmlich mit Bier in der Hand in einem gemütlichen Saloon auftreten. Den Applaus und das Gemurmel der Besucher lassen die beiden am Ende des Songs eine Minute lang für sich stehen.

Trotz der BossHoss’schen Experimentierfreude: Eines sparen die Berliner weiterhin aus: Songs auf Deutsch. Obwohl sie damit in der Vox-Show „Sing meinen Song“, in der sie Lieder von Nena oder Mark Forster interpretierten, viele Zuschauer begeisterten. „Uns war es zu plakativ und berechnend, ein deutsches Album hinterherzuschieben“, so Vollmer. „Aber was nicht ist, kann ja noch werden.“

Zunächst haben BossHoss ohnehin genug zu tun. Im Dezember sind sie als Coaches bei „The Voice Senior“ zu sehen, bei der Talente ab 60 Jahren auftreten. Im Frühjahr folgt dann die Konzertreise. (dpa)

The BossHoss: „Black Is Beautiful“, Universal

Am 16. 3. 2019 spielen The BossHoss in der Arena in

Leipzig, am 6. 4. in der Max-Schmeling-Halle in Berlin.

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Ihr Kommentar zum Artikel

    Bitte füllen Sie alle Felder aus.

    Verbleibende Zeichen: 1000
    Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein
    Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Datenschutz.